STAND
AUTOR/IN

In der Corona-Krise wurde zwar weniger CO2 ausgestoßen. Dennoch: Die US-Klimabehörde meldet einen historischen Höchststand der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und schlägt Alarm.

Durchschnittlich 419 ppm (Teile pro Million) klimaschädliches CO2 hat das Mauna Loa-Observatorium in Hawaii im Mai gemessen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Messungen vor rund 60 Jahren, teilt die US-Behörde für Wetter, Klima und Ozeanographie (NOAA) mit. Im Mai des vergangenen Jahres lag die durchschnittliche CO2-Konzentration bei 417 ppm.

Die US-Wissenschaftler sind alarmiert: „Wenn wir einen katastrophalen Klimawandel vermeiden wollen, muss es oberstes Ziel sein, die CO2-Belastung zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf Null zu reduzieren“, sagt der NOAA-Wissenschaftler Pieter Tans.

419 parts per million. That's the 2021 peak for atmospheric carbon dioxide measured at NOAA’s Mauna Loa Atmospheric Baseline Observatory - the highest level in 63 years, according to scientists from NOAA, @Scripps_Ocean & @UCSanDiego. https://t.co/MrBh0UEHaY https://t.co/xFbZElaCue

Jedes Jahr kommen 40 Milliarden Tonnen CO2 dazu

Schon seit Mai 2013 liegt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre über dem Wert von 400 ppm. „Wir fügen der Atmosphäre pro Jahr etwa 40 Milliarden Tonnen CO2 hinzu“, erklärt Tans. Und das, obwohl das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet wurde und das Thema Klimawandel wie kein anderes im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist. Von CO2-Neutralität sind die meisten Länder trotz aller Absichtserklärungen jedoch noch weit entfernt.

Laut Angaben der NOAA war die CO2-Konzentration schon einmal so hoch. Das ist allerdings mehr als vier Millionen Jahre her und der Meeresspiegel lag damals circa 23,5 Meter höher als heute. Die Durchschnittstemperatur war rund vier Grad höher als in der vorindustriellen Zeit.

Nichthandeln beim Klima kostet am Ende mehr

Höchste Zeit zum Handeln sehen Klimaforscher schon lange, aber auch in der Wirtschaft setzt sich die Erkenntnis durch, dass Nichthandeln am Ende mehr Kosten verursachen könnte. Um den Übergang zu einer klimaverträglichen Wirtschaft zu gestalten, haben sich daher Wissenschaftler internationaler Forschungseinrichtungen und Finanzexperten zusammengetan. Sie wollen Konzepte für den Übergang entwickeln.

Mit dabei für die Wissenschaft ist auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Als Finanzexperten sitzen Vertreter der Zentralbanken Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, der EU, der USA, Japans, Chinas, Brasiliens, Indiens und Russlands sowie Beobachter wie der Internationale Währungsfonds und die Weltbank mit am Tisch.

PIK: CO2-Preis muss auf 100 bis 200 US-Dollar steigen

Null Emissionen bis 2050 – das ist das Ziel, das sich unter anderem die EU gesetzt hat. China, einer der Hauptverursacher von CO2-Emmissionen, hat zugesagt bis 2060 CO2-neutral zu sein. Um diese Ziele zu erreichen müssten laut PIK in den kommenden zehn Jahren die Investitionen in erneuerbare Energien verdoppelt bis vervierfacht werden.

Dies bietet bemerkenswerte Investitionsmöglichkeiten. Im Gegenzug würden die Investitionen in fossile Energien deutlich zurückgehen“, heißt es von den Potsdamer Experten. Erforderlich sei für diesen Umstieg ein CO2-Preis von 100 bis 200 US-Dollar pro Tonne bis zum Jahr 2030. Die Einnahmen daraus könnten dann laut PIK „durch einen Mix aus staatlichen Investitionen, Schuldentilgung und Steuersenkungen in die Wirtschaft zurückfließen“.

CO2-Preis, Treibhausgase Bundesregierung beschließt verschärftes Klimaschutzgesetz

Das Bundeskabinett hat schärfere Klimaziele beschlossen. Sie sehen vor, dass Deutschland schon 2045 klimaneutral wird und nicht erst fünf Jahre später, wie bisher geplant.  mehr...

German Overshoot Day am 5. Mai Klimakiller Deutschland: Schon jetzt alle Ressourcen für 2021 aufgebraucht

Ab jetzt lebt Deutschland auf Pump – in Bezug auf Natur und Klima. Der German Overshoot Day am 5. Mai zeigt: Im Vergleich mit dem Rest der Welt kommt Deutschland schlecht weg. Aber es gibt Lösungen.  mehr...

Die Luft wird besser, aber... Umweltministerin: Deshalb hilft die Corona-Krise nicht dem Klima

Es sind schöne Bilder, die die ESA vergangene Woche herausgegeben hat: Der Ausstoß von Stickstoffdioxid über Europas Großstädten war deutlich sichtbar zurückgegangen (siehe Bild). Und doch – langfristig bringt es wohl nichts.  mehr...

STAND
AUTOR/IN

Meistgelesen

  1. Ab Dienstag wird's richtig heiß Tropennächte und Sahara-Hitze: Jetzt gibt der Sommer Vollgas

    Nach dem feuchten und kühlen Frühling kommt – fast pünktlich zum Sommeranfang – die erste Hitzewelle. Die bringt uns ab Mitte der Woche bis zu 35 Grad.  mehr...

  2. Fußball-EM während der Pandemie Sind die Spieler eigentlich gegen Corona geimpft?

    Die diesjährige Fußball-Europameisterschaft findet in 11 Städten in Europa und Asien statt. Die Nationalspieler reisen dafür von London bis Baku, mitten während einer weltweiten Pandemie. Eine Frage drängt sich dabei besonders auf: Sind die Kicker gegen Corona geimpft?  mehr...

  3. Europa

    Wie kommt die Impfung ins Handy? Digitaler Impfpass – Fragen und Antworten zum Corona-Impfnachweis

    Seine Impfung gegen Corona wird man weit häufiger nachweisen müssen als die gegen Mumps, Masern oder Röteln. Deshalb soll das auch digital gehen. Wir klären die wichtigsten Fragen.  mehr...

  4. App-Check: Zyklus und Verhütung Zyklus-Apps: Diese Frage solltest du nicht beantworten

    Wer natürlich verhüten will, nutzt gerne auch mal eine sogenannte Tracking-App für den eigenen Zyklus. Dort gibt man Daten zum Start der Periode, der üblichen Dauer und andere persönliche Daten ein. Doch welche Informationen über mich sollte ich auf keinen Fall teilen?  mehr...

  5. Landkreis Lörrach

    Polizei Rheinfelden sucht schwarzen A3 Verletzte Katze „Rala“ vor Zeugen totgefahren – offenbar absichtlich

    Wer macht so etwas? Obwohl er hätte ausweichen können, hat jemand direkt auf das bereits verletzte Tier zugehalten. Wer etwas weiß, findet hier die Telefonnummer der Ermittler.  mehr...

  6. Tragödie in Unterfranken Dutzende Tiere sterben bei Brand in Tierheim

    Womöglich über 100 Tiere kamen in dem Feuer ums Leben. Ein Teil des Gebäudes ist vollständig abgebrannt.  mehr...