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Bundesweit infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. In Baden-Württemberg wurde ein kritischer Wert überstiegen. Seit Montag gilt deswegen die Pandemiestufe 3. Was bedeutet das und welche Regeln gelten dadurch?

Wegen der stark ansteigenden Infektionszahlen gilt seit Montag (19.10.) in Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe. Die Pandemiestufe 3 und die damit einhergehenden geänderten Corona-Regeln gelten in ganz Baden-Württemberg, unabhängig vom Infektionsgeschehen in einzelnen Städten oder Landkreisen.

Pandemiestufe 3 in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen gelten ab jetzt

Mit der Stufe 3 wird insbesondere die Maskenpflicht verschärft. Zusätzlich zur Maskenpflicht im ÖPNV, in Geschäften und in der Gastronomie muss jetzt auch überall im öffentlichen Raum – beispielsweise Fußgängerzonen und öffentliche Einrichtungen – eine Maske getragen werden, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Regelung gilt landesweit. In manchen Städten muss in bestimmten Bereichen grundsätzlich eine Maske getragen werden.

Es sei ratsam, immer eine Maske griffbereit mit sich zu tragen – gerade in Bereichen mit hohem Menschenaufkommen, erklärte ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung. Die verschärfte Maskenpflicht bedeute nicht zwangsläufig, dass man sich draußen nur noch mit einer Maske bewegen dürfe. „Wir appellieren da an die Eigenverantwortung des Einzelnen“, ergänzte der Sprecher.

Man kann zum Beispiel auch die Straßenseite wechseln oder sich an die Wand drücken, wenn einem jemand entgegenkommt.

Sprecher der Landesregierung Baden-Württemberg

Auch für Treffen und Feiern gibt es neue Einschränkungen. Bei privaten Zusammentreffen sind maximal zehn Personen oder alle Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt — Ausnahmen gibt es nur für Familien. Auch Treffen draußen werden auf zehn Personen beschränkt. Bei Veranstaltungen sollen künftig nur noch 100 Menschen erlaubt sein. Für Hochschulen und kulturelle Veranstaltungen gelten gesonderte Regelungen.

Was bedeutet Pandemistufe 3 für Kindergärten, Unis und Schulen?

In Kindertagesstätten soll bei der Gruppenbildung ab jetzt eine konsequente Distanz hergestellt werden. Schon bevor die Pandemiestufe am Samstag ausgerufen wurde, gab die Landesregierung bekannt, dass ab Montag in allen Schulen ab Jahrgangsstufe 5 eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler gilt. Die Maskenpflicht an Sitzplätzen gilt auch in Hochschulen.

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(Hinweis: Video von Sonntag 18.10.)

Krankschreibung wieder per Telefon möglich

Damit es in Arztpraxen zu weniger Kontakten kommt, wurden telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten ausgeweitet – das betrifft unter anderem auch Krankschreibungen. Zudem werden sich die Kliniken auf ein höheres Aufkommen an Corona-Patienten einstellen und ihre Kapazitäten stufenweise anpassen und medizinisch nicht notwendige Behandlungen reduzieren. Außerdem werden Fieber-Ambulanzen und Teststellen in den besonders betroffenen Regionen ausgeweitet.

Corona-Maßnahmen gelten landesweit

Der Sinn der Maßnahmen sei, „dass wir vor der Lage entscheiden und nicht erst reagieren, wenn es immer schlimmer wird“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Deswegen solle nicht gewartet werden, bis jeder Kreis über der kritischen Marke ist. Die Regeln gelten stattdessen direkt für ganz Baden-Württemberg.

In einzelnen Städten und Landkreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 über 50 liegt, können auch lokal schärfere Maßnahmen ergriffen werden.

Gibt es eine Sperrstunde?

Landesweite Sperrstunden sind auch in der aktualisierten Corona-Verordnung bislang nicht vorgesehen. Es gibt jedoch in einzelnen Städten und Landkreisen entsprechende Beschränkungen. In Stuttgart gilt ab Donnerstag (22.10.) eine Sperrstunde: Demnach ist der Betrieb von Gaststätten zwischen 23:00 Uhr abends und 6:00 Uhr morgens untersagt. Außerdem wird der Ausschank von alkoholischen Getränken „to go“ im gesamten Stadtgebiet ganztägig verboten. Auch im Landkreis Tübingen gilt eine generelle Sperrstunde für die Gastronomie ab 23:00 Uhr.

Wie geht es jetzt weiter?

Sollten die Maßnahmen in den nächsten sieben bis zehn Tagen keine Wirkung zeigen, sind weitere Einschränkungen nicht auszuschließen. „Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härtere Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen“, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Die Pandemiestufe 3 ist die höchste Stufe des dreistufigen Alarmkonzepts für Baden-Württemberg.

Corona-Regeln in Rheinland-Pfalz: Private Feiern nur noch mit maximal 25 Teilnehmern

Am Donnerstag (22.10) gab die rheinland-pfälzische Landesregierung bekannt, dass ab kommender Woche nur noch maximal 25 Teilnehmer bei privaten Feiern erlaubt sind. Die Regelung gilt für Feiern in „angemieteten oder zur Verfügung gestellten“ Räumen. Bisher waren private Feierlichkeiten noch teils mit bis zu 75 Personen möglich. Die Regelung gilt landesweit.

Private Partys und Familienfeiern seien nach wir vor die Hauptursache für die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen, sagte Dreyer. „Es ist derzeit nicht die Zeit für Feiern“, rief sie die Bevölkerung zur Zurückhaltung auf.

Auch in Rheinland-Pfalz gibt es ein Drei-Stufen-Warnsystem. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt hier die höchste Stufe rot. Dann können die Behörden zusätzliche strengere Kontaktbeschränkungen verhängen, die Gästezahl bei privaten Feiern reduzieren, Notbetreuungsangebote einrichten oder veränderte Maskenpflichtregelungen verordnen. Zudem ist ein Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht an Schulen möglich.

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