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Das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Eltern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Hier erfährst du, welche Ansprüche du hast.

Eltern und Kinderzuschlag

Eltern mit geringem Einkommen können den Notfall-Kinderzuschlag beantragen. Es darf aber nicht zu viel verdient werden – und auch nicht zu wenig, denn für den Notfall-Kinderzuschlag gilt ein Mindesteinkommen. Wie hoch der Zuschlag dann wird, hängt aber nicht nur vom Einkommen, sondern auch von Mietkosten oder Alter der Kinder ab. Maximal gibt es 185 Euro pro Kind, der zusätzlich zum Kindergeld fließt.

Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern hat im Monat 2.400 Euro netto zur Verfügung, 700 davon gehen für die Miete drauf. In diesem Fall würde die Familie den Notfall-Kinderzuschlag bekommen. Ob sich ein Antrag lohnt, können Familien auch auf der Seite des Bundesfamilienministeriums prüfen.

Das Besondere: Der Notfall-Kinderzuschlag ist viel unbürokratischer – und damit schneller. Im Gegensatz zum normalen Kinderzuschlag wird nicht das Einkommen der letzten sechs Monate geprüft. Es zählen nur die Einnahmen aus dem letzten Monat. Wer den Zuschlag jetzt für Juni beantragen will, muss nur seine Einkünfte aus dem Mai offenlegen. Weiteres Vermögen wird nur noch in Ausnahmefällen überprüft. Nach dem Bescheid wird der Notfall-Kinderzuschlag dann für sechs Monate immer mit dem Kindergeld ausgezahlt. Die Sonderregeln bei den Anträgen gelten aber nur bis Ende September. Wer schon vor Corona den maximalen Kinderzuschlag bekommen hat, dessen Antrag verlängert sich automatisch um ein halbes Jahr.

Mieter

Mietern darf vom 1. April bis 30. September nicht gekündigt werden, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Dafür müssen sie allerdings glaubhaft machen, dass das tatsächlich an der Virus-Pandemie liegt. Die Verpflichtung zur Zahlung der Miete bleibt aber im Grundsatz bestehen, sie sind die Summe also weiter schuldig. Wer die Rechnungen für Strom, Gas, Telekommunikation und zum Teil auch Wasser krisenbedingt nicht zahlen kann, soll davon nicht abgeschnitten werden.

Hartz-IV-Empfänger

Jobcenter verzichten bei einem Hartz-IV-Antrag vom 1. März bis 30. Juni 2020 auf die Prüfung des Vermögens und der Höhe der Wohnungsmiete der Betroffenen. Hartz-IV-Empfänger müssen auch nicht mehr persönlich bei ihrer Arbeitsagentur vorsprechen, sondern können in der Regel einfach anrufen. Anträge auf Arbeitslosengeld können telefonisch oder online gestellt werden.

Arbeitnehmer

Wenn es nichts mehr zu arbeiten gibt, kann ein Unternehmen die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dann 60 Prozent des Lohns – wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent. Die Unternehmen bekommen Sozialbeiträge erstattet. Kurzarbeitergeld kann schon dann fließen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind.

Große Unternehmen

Der Staat nimmt viel Geld in die Hand, um bedrohte Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu retten. Bereits im März startete zudem ein unbegrenztes Kreditprogramm über die Förderbank KfW. Außerdem konnten Firmen bei einer finanziellen Notlage ihre Steuern später begleichen und mussten zunächst keine Sozialbeiträge abführen. Die Beiträge für Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung konnten stattdessen bis Mai gestundet werden. Auch das Insolvenzrecht wurde gelockert, damit Unternehmen nicht so schnell pleitegehen.

Ausbildungsprämie für Unternehmen

Bildungs-, Wirtschafts- und Arbeitsministerium hatten sich auf eine Ausbildungsprämie für Betriebe verständigt, die trotz Coronavirus-Krise ihre Lehrlingszahl halten. Kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten sollen 2.000 oder 3.000 Euro erhalten, wenn sie „in erheblichem Umfang“ von der Krise betroffen sind und dennoch ihre Lehrstellenzahl halten oder sogar erhöhen. Allein dafür werden in den Eckpunkten bis zu 280 Millionen Euro veranschlagt.

Firmen, bei denen krisenbedingt deutlich weniger Arbeit anfällt und die ihre Ausbildenden dennoch nicht in Kurzarbeit schicken, sollen ebenfalls unterstützt werden. Sie sollen für Monate, in denen mindestens die Hälfte der Arbeit im Betrieb ausfällt, eine Förderung in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung erhalten.

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