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Bundesweit soll die Impfreihenfolge wohl erst im Juni aufgehoben werden – in Stuttgart ist man da schon weiter: Wer über 16 ist und einen Hausarzt mit genügend Vorräten hat, kann sich ab Montag impfen lassen.

Gerade hat die Bundesregierung im ganzen Land Erleichterungen für Menschen erlassen, die gegen Corona geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Ab kommendem Montag will Baden-Württemberg jetzt die Priorisierung für sämtliche Impfstoffe für die Impfung beim Hausarztz aufheben. Beschlossen haben das das Stuttgarter Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg.

Ärzte entscheiden selbst, wen sie gegen Corona impfen

Das bedeutet: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte dürfen ab dem 17. Mai selbst priorisieren. Sie können alle Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar ist.

„Endlich eine vernünftige Entscheidung“, sagt Hausarzt Dr. Frank-Dieter Braun im Interview mit SWR3. Die Prio sei einfach hinderlich im täglichen Praxisbetrieb. Allerdings stehe derzeit nicht ausreichend Impfstoff für die Praxen zur Verfügung – vor allem nicht das Vakzin von Biontech.

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Nachrichten Hausarzt Dr. Braun: Aufhebung der Prio ist eine gute Entscheidung

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In den Impfzentren des Landes würden ab Montag die Impfungen für die gesamte in der Coronaimpfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet, hieß es weiter aus dem Stuttgarter Sozialministerium. Dazu zählen auch diejenigen, die aus beruflichen Gründen eine Impfberechtigung erhalten.

„Schäbig“ – Lucha regt sich über Impfdrängler auf

Zuvor hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) das „Drängeln“ beim Impfen kritisiert. Er bezog sich damit auf Personen, die sich einen Impftermin gegen das Coronavirus verschafften, ohne dazu berechtigt zu sein.

Die besonders Schutzbedürftigen brauchten laut Lucha „die Solidarität aus der Gesellschaft. Dazu gehört, dass man beim Impfen wartet, bis man an der Reihe ist“. Zeitlich sei dies absehbar. Das Verhalten der Drängler sei „schäbig“, so Lucha am Dienstag in Stuttgart.

Nach dem Impfgipfel war Stuttgart noch vorsichtig

Nach dem Impfgipfel Ende April, bei dem die Erleichterungen beschlossen worden waren, hatte man zunächst an der Impfreihenfolge festgehalten. In Baden-Württemberg verteidigte Lucha damals im SWR die Entscheidung des Landes.

Mit Blick auf den immer noch knappen Impfstoff wolle man keine Erwartungshaltung wecken, die zu noch längeren Wartezeiten auf einen Impftermin führten. „Wir wollen nichts ins Schaufenster stellen, was wir nicht halten können“, so Lucha damals. Jetzt ist sich die Landesregierung wohl sicher genug.

Bundesweite Aufhebung der Impfreihenfolge wohl im Juni

Mit der bundesweiten Aufhebung der Impfpriorisierung wird für Juni gerechnet: „Wir stecken noch mitten in der dritten Welle“, hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ebenfalls nach dem Impfgipfel erklärt. „In den Krankenhäusern kämpfen Corona-Kranke ums Überleben und das medizinische Personal ist am Limit.“ Deshalb werde jetzt noch einmal die Solidarität der ganzen Gesellschaft gebraucht.

Im Moment gelten bei den Impfterminen noch diese Regelungen:

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