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Mario Demuth (Foto: SWR3, privat)

Erste Lockerungen der strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind beschlossen. Doch was ist mit dem Urlaub? Viele hoffen, dass Reisen doch irgendwie wieder möglich wird. Erste Hinweise deuten sich nach einem Gespräch von Außenminister Maas mit einigen seiner Amtskollegen an.

Die Grenzen zu vielen Nachbarländern sind quasi dicht, die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung erlassen und viele Menschen fragen sich: Wie und wo kann ich in diesem Sommer Urlaub machen? Oder wird das gar nicht gehen?

Außenminister Maas berät mit Nachbarländern

Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Denn: Niemand kann sicher vorhersagen, wie es mit der Ausbreitung des neuen Coronavirus weitergeht. Viele Länder haben Ausgangsbeschränkungen eingeführt, Geschäfte sowie Hotels und Gaststätten geschlossen. Aus heutiger Sicht scheint ein „normaler“ Urlaub mehr als fraglich. Darauf deutet auch eine Aussage von Außenminister Heiko Maas (SPD):

„Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können. Das wäre nicht zu verantworten“

Heiko Maas (SPD), Bundesaußenminister

Könnten die Grenzen vor dem Sommer geöffnet werden?

Maas hat sich am Dienstag mit seinen Amtskollegen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Lichtenstein per Videokonferenz zu dem Thema beraten. Ein generelles Nein war jedoch nicht von Maas zu hören. Er hat nicht ausgeschlossen, dass die Grenzen vor dem Sommer mit gewissen Einschränkungen wieder geöffnet werden könnten.

Aber auch er sagte deutlich: Das ist im Moment schwer zu prognostizieren. In vielen Ländern sei die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Das sei keine Voraussetzung, um einen entspannten Urlaub zu verbringen, so Maas. Wie es mit der in Deutschland bis zum 3. Mai geltenden weltweiten Reisewarnung für Touristen weitergehe, werde Ende April entschieden.

Urlaub in Deutschland wahrscheinlich

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) äußerte sich optimistisch zum Thema Urlaub. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte er: „Urlaub in Deutschland kann in diesem Sommer wieder möglich sein.“ Für Regionen außerhalb Deutschlands gebe „eine Chance“ – als Beispiele nannte er die Mittelmeeregion und Nordafrika. Voraussetzung seien jedoch Hygiene-Konzepte nach europäischen Standards.

Reisebranche und Gastronomie leiden unter Corona-Krise

Für die Reisebranche bedeutet die Corona-Pandemie schon jetzt deutliche Einnahmeausfälle. In Griechenland beispielsweise macht der Tourismus ein Drittel der Wirtschaft aus. Zehntausende Menschen haben Angst, ihren Job zu verlieren.

Aber auch in Deutschland sind nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga 70.000 Hotel- und Gastronomiebetriebe von der Pleite bedroht. Bis Ende April würden zehn Milliarden Euro Umsatz in diesen Bereichen bundesweit verloren gehen, warnte kürzlich Dehoga-Chefin Ingrid Hartges.

Forderung nach Ende der pauschalen Reisewarnung

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) fordert „positive Zeichen, dass Reisen wieder möglich sein werden“. Das sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Auch er sieht Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen als Voraussetzung. Er sprach sich außerdem für differenziertere Reisewarnungen aus. Das würde Reisebüros und -veranstaltern ein „Minimum an Planungssicherheit“ geben.

Für die Reisebranche ist die Sommersaison, die bis Oktober läuft, traditionell die umsatzstärkste Zeit. Eine große Rolle spielt dabei das Geschäft mit Reisen ins Ausland.

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