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In Rheinland-Pfalz gelten jetzt neue Corona-Regeln, die als „2G+“ bezeichnet werden. Es soll keinen Lockdown mehr geben aber mehr Einschränkungen für Ungeimpfte und ein Stufen-Warnsystem. Wir erklären die Details.

Es gibt zwei wichtige Kernpunkte der 26. Corona-Bekämpfungsverordnung, die seit dem 12. September in Kraft ist:

  • Ein Lockdown als Schutzmechanismus ist nicht mehr vorgesehen. Stattdessen wird bei steigenden Inzidenzen die Anzahl von Ungeimpften mit Tests beschränkt.
  • Es gibt ein neues Warnsystem mit drei Stufen, das sich aus drei Leitindikatoren zusammensetzt. Das heißt, dass nicht mehr nur die Infektionsinzidenz alleiniger Faktor ist. Sondern nun kommen auch die Faktoren Hospitalisierungsinzidenz und Intensivbettenauslastung dazu. In der Infobox erklären wir die Details zu den jeweiligen Stufen.

Für Geimpfte und Genesene gibt es kaum Einschränkungen

Das Allerwichtigste zuerst: Wer doppelt geimpft ist, oder wer von Corona genesen ist, gilt als immun. Das gilt ebenfalls für Kinder, die das elfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für diese Personengruppen gibt es kaum Einschränkungen und sie können im täglichen Leben fast alles machen. Das gilt inzwischen für eine ganz große Mehrheit der Menschen in Rheinland-Pfalz.

Anders sieht es für diejenigen aus, die diese Kriterien nicht erfüllen. Zwar können sie auch dann fast alles nutzen – vom Kino bis zum Friseur – müssen aber gewisse Höchstgrenzen beachten. Die richten sich nach den oben beschriebenen drei Warnstufen. Außerdem gilt in vielen Bereichen weiter die Testpflicht.

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Egal, welche Warnstufe gilt: Gänzlich ausgeschlossen werden ungeimpfte Menschen nach dem neuen System nicht. In allen Warnstufen sei ein Kontingent von Personen vorgesehen, für die eine Testung ausreiche, um insbesondere dem Rechnung zu tragen, dass ein sehr geringer Prozentsatz sich aus medizinischen Erwägungen nicht impfen lassen könne, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Maskenpflicht

Es gibt in diesem Bereich keine Neuerungen. Im Freien besteht grundsätzlich keine Maskenpflicht, außer es kommt zu Gedränge oder Warteschlangen. Auch an Haltestellen und in der Außengastronomie auf dem Weg zum Tisch oder zur Toilette muss die Maske weiter getragen werden. Weiterhin gilt die Maskenpflicht in Innenbereichen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dort müssen medizinische Masken getragen werden - also sogenannte OP-Masken oder Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2.

Private Treffen mit anderen Menschen

Bei immunisierten Personen gibt es keine Obergrenze mehr. Bei allen anderen richtet sich die Zahl derer, die sich treffen können, nach den Warnstufen.

Einkaufen

Auch hier bleibt alles beim Alten. In Ladengeschäften muss weiter eine medizinische Maske getragen werden. Eine Testpflicht gibt es nicht. Allerdings ist die Kundenzahl in den Geschäften weiter eingeschränkt: Eine Person pro 5 Quadratmeter Verkaufsfläche ist zulässig.

Gastronomie

Im Innenbereich gilt für nicht-immunisierte Personen – unabhängig von den Warnstufen – immer die Testpflicht. Sind in einer gastronomischen Einrichtung nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen gleichzeitig anwesend (und im Übrigen lediglich genesene oder geimpfte oder diesen gleichgestellte Personen), entfallen das Abstandsgebot und die Maskenpflicht, die übrigen Schutzmaßnahmen (also insbesondere die Testpflicht) bleiben aber bestehen. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl der Nicht-Immunisierten auf 10 Personen, bei Warnstufe 3 auf 5 Personen.

Veranstaltungen

Es wird nur noch zwischen Veranstaltungen im Innenbereich und solchen im Außenbereich unterschieden. Es wird für beide Bereiche die jeweils zulässige Zuschaueranzahl an nicht-immunisierten Personen festgelegt, die sich in Abhängigkeit von der am Veranstaltungsort jeweils geltenden Warnstufe bestimmt. Über diesen Personenkreis hinaus können allerdings bei allen Veranstaltungen eine beliebige Anzahl an geimpften oder genesenen Personen oder diesen gleichgestellten Personen teilnehmen. Lediglich bei Veranstaltungen im Freien ohne feste Plätze ist die Gesamt-Personenzahl auf 25.000 gedeckelt.

Unverändert gelten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und die Pflicht zur Kontakterfassung. Für Diskotheken und Clubs sind darüber hinaus keine gesonderten Regelungen mehr vorgesehen.

Amateursport

Im Training und im Wettkampf gelten innen und außen die gleichen Regeln: Es sind maximal 25 nicht-immunisierte Personen zulässig. Bei Warnstufe 2 reduziert sich diese Personenanzahl auf 10 Personen, bei Warnstufe 3 auf 5 Personen. Im Innenbericht gilt für diejenigen, die nicht immunisiert sind, die Testpflicht. Die gleichen Regeln gelten auch für Schwimmbäder.

Schulen

Die Maskenpflicht an Schulen wird künftig auch über die Corona-Warnampel gesteuert: Warnstufe 1: Maskenpflicht im Gebäude, aber nicht am Platz und im Freien. Warnstufe 2: Maskenpflicht in weiterführenden Schulen auch am Platz, also während des Unterrichts im Klassenraum. Warnstufe 3: Auch die Kleinen in der Grundschule müssen eine Maske im Unterricht tragen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 24. September, 04:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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