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Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)
Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)

Mittlerweile können Corona-Schnelltests auch zu Hause durchgeführt werden. Damit können Laien bei sich selbst einen Nasenabstrich machen und sich so auf Covid-19 testen. In unserem FAQ beantworten wir die häufigsten Fragen.

Schnelltests von geschultem Personal oder Selbsttests für Laien aus dem Einzelhandel: Aktuell können alle, die es wollen, ohne besonderen Anlass untersuchen, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind und möglicherweise andere anstecken könnten. Das Testergebnis soll in 15 bis 20 Minuten da sein.

Wo kann ich kostenlose Antigen-Schnelltests machen?

Seit Anfang März sollen laut dem Bundesgesundheitsministerium neben den Laien-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger pro Person und pro Woche mindestens ein kostenloser Corona-Schnelltest möglich sein. Die Kosten dafür will der Bund übernehmen. Laut Bundesgesundheitsministerium „kann grundsätzlich jeder diese Tests anwenden, allerdings müssen diese durch entsprechend geschultes Personal erfolgen.“

Wo gibt es Schnelltests, die ich selbst durchführen kann?

Corona-Selbsttests gibt es bereits im Handel. Als Erstes haben Discounter die Tests angeboten. Der Verkauf kann aber pro Kunde oder Kundin begrenzt sein.

Zum Verkaufsstart waren die Tests schnell ausverkauft. Auch jetzt kann es sein, dass die Tests an der ein oder anderen Stelle vergriffen sind.

Die armen #Aldi-Mitarbeiter:innen müssen ab Sa, 7:05, tausendfach erklären, dass es schon nach 5 Min keine #Schnelltests mehr gibt. Gab nur 20 Stck pro Filiale. Und sie selbst durften auch keine kaufen (Quelle: Aldi-Mitarbeiterin). Also legt euch wieder hin. #corona #COVID19

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Wie kompliziert sind die Laien-Schnelltests?

Für alle Corona-Tests müssen Abstriche in der Nase gemacht werden. Bei den Laien-Selbsttest muss der Abstrich aber nicht von so weit hinten entnommen werden, ein Abstrich im vorderen Nasenbereich reicht. „Das dürfte wesentlich angenehmer sein als die Variante, bei der das Stäbchen gefühlt im Gehirn landet“, meint SWR-Wissenschaftsredakteur David Beck.

Genau das sei auch das Ziel dieser Selbsttests: Bei Tests, bei denen das Stäbchen für den Abstrich tiefer in die Nase geschoben werden muss, bestehe die Gefahr, dass die Leute das Stäbchen nicht weit genug einführen, weil sie es als unangenehm empfinden. Das ist bei den Laientests deshalb jetzt anders.

Wo sind die Laien-Schnelltests zu kaufen?

Kaufen kann man die Selbsttests, ähnlich wie die Schutzmasken, nicht nur in Apotheken oder Drogerien, sondern auch in vielen anderen Geschäften – wie Lebensmittelläden oder sogar in Tankstellen.

Was kosten die Laien-Selbsttests?

Die Selbsttests aus Apotheken, Einzelhandel und Discountern sind mit den Schnelltests, die in den Testzentren gemacht werden, identisch. Sie müssen aber zunächst selbst bezahlt werden.

Bei Aldi kostet ein 5er-Set 25 Euro. Das Ergebnis soll nach 15 Minuten vorliegen. Lidl verkauft in seinem Onlineshop Schnelltests versandkostenfrei für 18,99 Euro pro 5er-Packung.

Wie verlässlich sind die Corona-Selbsttests?

„Es werden nur Tests als Selbsttest zugelassen, die bisher auch als Schnelltests im professionellen Bereich eingesetzt wurden“, erklärt David Beck von der SWR-Wissenschaftsredaktion. Die Tests wurden vorher vom Paul-Ehrlich-Institut, dem deutschen Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, geprüft. „Also kann man schon davon ausgehen, dass sie mindestens so zuverlässig sind wie die Schnelltests, die es bisher schon gibt.“ Beide seien aber nicht so zuverlässig wie die PCR-Tests.

Auf das Ergebnis eines #Selbsttest​s sollte sich nicht uneingeschränkt verlassen werden. Was es zu beachten gilt, erklärt unser Experte in der aktuellen Ausgabe von Wissenschaft im Fokus: https://t.co/iDbUJGluzu https://t.co/M7u8X5Dih3

Experten weisen darauf hin, dass die Tests vor allem bei einer hohen Virenlast gut funktionieren. Das heißt: Personen, die stark ansteckend sind, können rasch erkannt werden. Der Nachteil: Infizierte mit geringer Virenlast könnten hingegen nicht entdeckt werden. Der Virologe Christian Drosten warnte kürzlich in seinem Podcast, dass die Schnelltests vor allem in den ersten Tagen einer Infektion nicht so aussagekräftig seien, wie zunächst angenommen.

Doch selbst wenn die Tests richtig liegen, stellt das Ergebnis laut Experten nur eine Momentaufnahme dar – also mit Blick auf die nächsten Stunden. Am kommenden Tag sollte man sich nicht mehr auf sie verlassen. Sicherheitshalber sollten auch nach einem negativen Schnelltest die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Wie funktioniert der Corona-Antigen-Schnelltest?

Anders als die bisher durchgeführten PCR-Tests suchen die Schnelltests – die auch Antigen-Tests genannt werden – in Abstrich-Proben nicht aufwendig nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person positiv ist oder nicht.

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Kann man einen Selbstest auch für die ganze Familie nehmen?

Im Netz taucht immer wieder die Idee auf, dass eine Familie nur einen gemeinsamen Schnelltest machen könnte. Das würde heißen, dass sich alle nacheinander das gleiche Stäbchen in die Nase stecken. Ist der Test negativ könnte man sagen, alle aus der Familie sind negativ. Zeigt der Test ein positives Ergebnis, ist eines der Familienmitglieder Corona-positiv. Dann müssten alle einen PCR-Test nachlegen und in Quarantäne gehen. Das macht aber keinen Sinn, erklärt Anja Braun aus der SWR Wissenschaftsredaktion. Denn wenn eine Person der Familie infiziert ist und dann alle anderen das gleiche Teststäbchen verwenden, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass danach alle infiziert sind.

Wie viele Antigen-Schnelltests stehen zur Verfügung?

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es mit den Herstellern Verträge über 50 bis 60 Millionen dieser Tests pro Monat, geliefert würden aber deutlich mehr.

Werden die Schnelltests die bisherigen PCR-Tests ersetzen?

Nein. Die PCR-Tests, die in Laboren ausgewertet werden müssen, sind verlässlicher. Spahn lobt sie auch als „Gold-Standard“ und rät dazu, bei möglichen Corona-Symptomen auf jeden Fall einen PCR-Test machen zu lassen. Auch wer bei einem Schnelltest positiv auf das Virus getestet wurde, sollte wegen der höheren Verlässlichkeit auf jeden Fall noch einen PCR-Test vornehmen lassen.

Der Corona-Selbsttest ist positiv – Was muss ich jetzt tun?

Die Antwort darauf liefert das Bundesgesundheitsministerium. Wichtig ist, sich sofort in häusliche Quarantäne zu begeben. Um sicher zu sein, dass das Ergebnis richtig ist, muss ein PCR-Test durchgeführt werden. Dafür sollte die Hausärztin oder der Hausarzt oder der ärztliche Notdienst 116117 kontaktiert werden. Wenn der Test negativ ausfällt, hat man nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Corona. Hundertprozentige Sicherheit bieten die Selbsttests für zu Hause aber nicht.

Gibt es eine Meldepflicht bei positiven Schnelltests?

Nein. Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen aber genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lassen und sich vorsichtshalber solange zu Hause in Quarantäne begeben, bis das Ergebnis vorliegt. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind dagegen meldepflichtig.

Diese verschiedenen Corona-Testverfahren gibt es bisher

  • PCR-Tests weisen den Erreger nach, müssen von Fachpersonal durchgeführt werden und müssen ins Labor geschickt werden.
  • PCR-Schnelltests weisen auch den Erreger nach, müssen von geschultem Personal durchgeführt werden, müssen nicht ins Labor geschickt werden, sind aber ungenauer.
  • Antigen-Schnelltests weisen auch den Erreger nach, müssen aber ordentlich durchgeführt werden, um aussagekräftig zu sein. In Apotheken und Testzentren werden diese von Fachpersonal durchgeführt, da dafür ein tiefer Nasen-Rachenabstrich notwendig ist. Seit Anfang März gibt es vereinfachte Selbsttests, die von Laien durchgeführt werden können.
  • Antikörpertests weisen nach, ob der Körper bereits Antikörper gegen den Erreger gebildet hat. Eine Infektion lag vor oder liegt immer noch vor. Ob die Antikörper ausreichen, vor einer weiteren Infektion zu schützen, kann nicht gesagt werden. Dieser Test sollte von Fachpersonal durchgeführt werden, in einigen Drogeriemärkten kann man den Antikörpertest aber aktuell für knapp 50 Euro kaufen, da sie aber nicht sonderlich aussagekräftig sind, werden sie nicht empfohlen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus gibt es in unserem News-Ticker!

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