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Hans Liedtke (Foto: SWR3)

Nach Problemen mit der Hintergrundaktualisierung funktioniert die Corona-Warn-App wieder. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz und Politiker fürchten, dass das Vertrauen der Nutzer in die App beschädigt ist.

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App haben eine neue Version der Anwendung veröffentlicht, mit der die technischen Probleme auf dem iPhone von Apple beseitigt werden. Das teilten der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom mit.

Hintergrundaktualisierung fehlerhaft

Auf dem Apple-Betriebssystem iOS hatte die Warn-App zwar wie versprochen ständig anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht, die Warnung vor gefährlichen Begegnungen erfolgte allerdings nicht im Hintergrund, sondern nur wenn die App aktiv geöffnet war. Ähnliche Probleme tauchten bei bestimmten Android-Smartphones auf. Ursache war ein vom Android-Standard abweichender Energiesparmodus, der bei einigen Geräten die Hintergrundaktualisierung stark eingeschränkt oder sogar deaktiviert haben könnte.

Das Apple-Betriebssystem iOS auf dem iPhone führte nach Darstellung der beiden Unternehmen die Hintergrundaktualisierung nicht immer regelmäßig durch. Das Entwicklerteam habe einen Weg gefunden, die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst habe, heißt es Ende Juli in der Mitteilung. Dazu müssten die Anwender ein Update auf die Version 1.1.2. vornehmen.

App sollte derzeit einmal am Tag geöffnet werden

Für die vollständige Aktivierung des Updates müssten die Anwender dann die App einmal aufrufen. „Dies gilt auch dann, wenn ein Smartphone über längere Zeit ausgeschaltet war.“ Für Android-Anwender steht schon seit einigen Tagen ein Update der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts bereit.

Doch auch Mitte August sind die Probleme offenbar noch nicht ganz behoben: Bundesregierung und Entwickler empfehlen daher, die App einmal täglich zu öffnen, um die Kontaktüberprüfung sicherzustellen. Außerdem sollten Nutzerinnen und Nutzer darauf achten, die aktuellste Version des Smartphone-Betriebssystems und der App installiert zu haben.

Verband und Politiker fordern Aufklärung

Nach den technischen Problemen bei der Corona-Warn-App war die Kritik an der Bundesregierung lauter geworden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte Aufklärung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die App sei ein wichtiger Baustein, um das Coronavirus in Schach zu halten, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt soll auf immer mehr Smartphones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft funktionieren. Das beunruhigt die über 15 Millionen Nutzer.“

Über 16 Millionen Downloads

Die Corona-Warn-App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben. Mittlerweile wurde die App 16,2 Millionen Mal heruntergeladen.

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