STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Laura Bisch (Foto: SWR3)

Weil sie mit einem mutierten Coronavirus infiziert waren, mussten im November unter anderem in Dänemark Millionen Nerze getötet werden. Weil sie immer noch eine Gefahr sind, werden sie bald ausgegraben und verbrannt.

Im Oktober hatten sich in Dänemark mehrere Menschen mit einer mutierten – also veränderten – Variante des Coronavirus infiziert. Man fand schnell heraus, dass das veränderte Virus von Nerzen auf die Menschen übergesprungen war.

Auch das dänische Gesundheitsinstitut SSI schlug Alarm. Möglicherweise könnte die sogenannte Cluster-5-Mutation Auswirkungen auf die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe gegen das Coronavirus haben. Also beschloss die dänische Regierung einen radikalen Schritt: Alle etwa 17 Millionen Nerze im Land wurden getötet und vergraben.

Ein Traktor kippt tote Nerze in ein Massengrab (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/NTB/AP | Morten Stricker)
Die getöteten Nerze wurden in Massengräbern im Norden Dänemarks vergraben. picture alliance/dpa/NTB/AP | Morten Stricker

Tote Nerze sind immer noch Gefahr für die Umwelt

Schon kurz darauf machten sich mehrere Parteien im dänischen Parlament Sorgen, dass die verwesenden Nerze für weitere Gesundheitsgefahren sorgen könnten. Durch den Verwesungsprozess der Millionen Nerze könnten große Mengen Phosphor und Stickstoff im Boden versickern. Das wiederum sei eine große Gefahr für das Trinkwasser oder Badegewässer.

Also beschloss die Regierung in Kopenhagen den nächsten Schritt: Vier Millionen Nerze sollen im kommenden Jahr wieder ausgegraben und dann verbrannt werden. Die Exhumierung soll im Mai beginnen. Bis dahin könne man ausschließen, dass das Coronavirus in den Tieren noch infektiös sei.

Nerze wurden auf Militäranlagen vergraben

Viele der insgesamt 17 Millionen getöteten Nerze wurden in zwei Massengräbern auf Militäranlagen in der Nähe von Holstebro und Karup im Westen Dänemarks vergraben. Die Regierung in Kopenhagen teilte kurz darauf mit, die mutierte Virusvariante sei ausgemerzt.

Wofür werden Nerze gezüchtet?

Das Fell der Nerze ist unter anderem für Pelzmäntel beliebt. Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Im Land gibt es derzeit 1.139 Zuchtfarmen. Auf Dutzenden Farmen wurde der Pelztierbestand bereits getötet. Die Nerzzüchter werden entschädigt, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen sagte.

BREAKING NEWS: Nach dem Nachweis, dass mutierte #SARSCoV2 Viren aus den Nerzfarmen in #Dänemark 🇩🇰 auf mindestens 12 Menschen übergesprungen sind, greift die Regierung zu drastischen Maßnahmen. Alle 15 bis 17 Millionen Nerze im Land müssen nun getötet werden. @tagesschau https://t.co/wZHDwSIe6J

Auch in den Niederlanden gab es ähnliche Probleme: Dort hatte die Regierung nach ähnlichen Ausbrüchen von Corona bei Nerzen Anfang Juni beschlossen, alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen zu töten.

STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Laura Bisch (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. München

    Erster Corona-Fall in Deutschland Ärztin machte Entdeckung zum Coronavirus – und keiner wollte es hören

    Vor fast einem Jahr war die Corona-Pandemie, die uns heute immer noch so fest im Griff hat, irgendein Virus aus China. Weit weg von unserer Lebenswirklichkeit. Eine Ärztin aus München entdeckte damals den ersten offiziellen Fall in Deutschland.  mehr...

  2. Senat entscheidet über Impeachment Ex-Präsident Trump drohen rund 30 Klagen

    Die US-Demokraten wollen auch nach der Amtszeit von Donald Trump das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn durchbringen. Der Senat stimmt darüber ab. Doch auch abseits davon drohen Trump zahlreiche juristische Verfahren.  mehr...

  3. SWR3 Tatort-Check Dieser Tatort ist mehr ein Spielfilm als ein Krimi

    Kommissar Falke wird von einer alten Freundin auf Norderney gelockt, weil dort nach und nach die ganze Insel verkauft werden soll. Etwas, was sie öffentlich anprangern will. Doch plötzlich wird ausgerechnet einer von denen ermordet, die da am meisten am Vorhaben verdienen.  mehr...

  4. News-Ticker zum Coronavirus Probleme bei Lieferung von Impfstoff: Druck auf Astrazeneca wächst

    Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen gibt es zurzeit strengere Regeln und Beschränkungen in Deutschland. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Ticker.  mehr...

  5. Die besten Messenger-Dienste „Whatsapp-Alternative Telegram auf keinen Fall verwenden.“

    Wer kein Whatsapp verwenden möchte, landet schnell bei Telegram. Nicht zuletzt der Wendler und die Corona-Kritiker nutzen den Messenger gerne – und haben praktisch keinen Datenschutz mehr.  mehr...

  6. SWR3-Faktencheck: Sucharit Bhakdi Ist die Corona-Impfung von Biontech und Pfizer gefährlich?

    In mehreren Sendungen hat Bhakdi geschildert, dass der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer gefährlich sei. Wir prüfen seine Thesen.  mehr...