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Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)

Die Corona-Warn-App kann dabei helfen, Infektionsketten zu unterbrechen, indem Kontakpersonen gewarnt werden. Jetzt hat die App eine neue Funktion, die das noch einfacher machen soll.

Diese neue Funktion kann die Corona-Warn-App nun

Infektionsgeschehen

Mit dem neuen Update können die Nutzerinnen und Nutzer mit der Corona-Warn-App nun auch auf die aktuellen Zahlen zu den Neuinfektionen, der Sieben-Tage-Inzidenz und den Sieben-Tage-R-Wert zugreifen. Außerdem wurden einige kleinere Fehler beseitigt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100.000 Einwohner angegeben.

Der R-Wert, der auch Reproduktionszahl genannt wird, gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Liegt diese Zahl unter eins, deutet es darauf hin, dass die Epidemie abflaut. Denn dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als eine weitere Person an.

Die App kann im Google Play Store und im App Store heruntergeladen werden.

Diese Funktionen kann die Corona-Warn-App bereits

Kontakt-Tagebuch

In einem sogenannten Kontakttagebuch können die Nutzer notieren, mit wem sie sich in einem Zeitraum von 14 Tage getroffen haben und wo sie sich aufgehalten haben. Diese Funktion soll vor allen Dingen als Gedächtnisstütze dienen. Denn im Fall einer Corona-Infektion müssen möglichst detailliert alle Kontakte eines Infizierten nachverfolgt und dann benachrichtigt werden – um sich gegebenenfalls in Quarantäne begeben zu können. Diese Aufgabe übernehmen derzeit die Gesundheitsämter. Mithilfe des Kontakttagebuchs wird das nun für die Verantwortlichen einfacher. Das Protokoll aus der App soll sich künftig auch direkt an das zuständige Gesundheitsamt übermitteln lassen. 

Corona-Warn-App europaweit nutzbar

Beim letzten Update der Corona-Warn-App im Oktober waren zwei Funktionen hinzugekommen. Seitdem ist sie auch über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern nutzbar. Zunächst waren Irland und Italien integriert worden, später sollten unter anderem Dänemark, Lettland, Niederlande, Österreich, Polen, Tschechien und Spanien folgen.

Krankheitssymptome notieren

Infizierte Personen seien nur eine bestimmte Zeit lang infektiös, erklärte RKI-Chef Lothar Wieler. Sie würden andere Menschen nur in diesem Zeitraum anstecken. Diese Zeitspanne beginne typischerweise zwei Tage vor Symptombeginn und dauere bis etwa eine Woche bis zehn Tage nach Symptombeginn. Durch Führen eines Symptom-Tagebuchs könne man diese Zeiträume künftig besser eingrenzen.

Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum der Symptome kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI)

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Dazu wird eine stromsparende Bluetooth-Technik genutzt. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich auf Kassenkosten testen lassen.

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Der Daten-Abgleich findet ausschließlich auf dem eigenen Handy statt. Mit wem man sich getroffen hat, wird also nicht auf andere Server übertragen. Die Entscheidung, ob man sich die App auf das Smartphone installieren will, ist freiwillig. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Wie viele haben die Corona-Warn-App installiert?

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 23 Millionen Menschen aktiv genutzt wird. Die Wirksamkeit der App erhöht sich, je mehr Menschen die Anwendung auch tatsächlich einsetzen.

App ersetzt nicht die AHA-Regeln

Vorteil der App ist, dass auch Kontakte nachvollzogen werden können, die die Gesundheitsämter nicht ermitteln können – beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die App sei aber kein Allheilmittel zur Bekämpfung der Pandemie, so Wieler. Sie ersetze nicht die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) und das Lüften.

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