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Jan Frodeno und Anne Haug haben bei der Ironman-WM auf Hawaii für den ersten deutschen Doppelsieg gesorgt. Haug arbeitete sich dabei von einem Acht-Minuten-Rückstand nach ganz vorne.

Jan Frodeno stürmte ungefährdet zum Rekordsieg, eine knappe Stunde später krönte Anne Haug den erfolgreichsten Tag der deutschen Ironman-Geschichte: Mit einem Super-Rennen haben sich die beiden die WM-Titel erkämpft und auf Hawaii für den ersten schwarz-rot-goldenen Doppelschlag gesorgt.

Während Top-Favorit Frodeno dabei als erster Deutscher zum dritten Mal das wichtigste Rennen der Szene gewann, war Haug die erste deutsche Siegerin überhaupt. Hier der Zusammenschnitt vom Veranstalter:

„Ein großartiges Gefühl“

Frodeno, der bereits 2015 und 2016 triumphiert hatte, bewältigte die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in 7:51:13 Stunden - so schnell wie kein Mensch vor ihm im Triathlon-Mekka. Der 38-Jährige gewann am Samstag vor Tim O'Donnell (USA/+8:26 Minuten) und Sebastian Kienle (Mühlacker/+10:51 Minuten).

„Rekorde sind mir egal. Ich habe hier gewonnen, im Wimbledon unseres Sports. Das ist ein großartiges Gefühl“, sagte Frodeno im Zielbereich: „Die letzten Meter haben mir nochmal einiges abgefordert. Aber die Fans haben mich ins Ziel geschrien.“

Haug kämpft sich nach ganz vorne durch

Anne Haug (Foto: dpa picture alliance)
Beste Frau nach furioser Aufholjagd: Anne Haug dpa picture alliance

Mindestens genauso beeindruckend war Haugs furiose Aufholjagd. Bei ihrem zweiten Hawaii-Start lag die 36-Jährige zu Beginn des Marathons mehr als acht Minuten hinter der Britin Lucy Charles-Barclay, die nach 25 Kilometer aber eingeholt war.

Haug erreichte nach 8:40:10 Stunden die Ziellinie. Ob das bei den Frauen der Startschuss für eine ähnliche Erfolgsgeschichte war wie bei den Männern?

Fieber und Schwindel: Patrick Lange muss aufgeben

Seit 2014 haben nur deutsche Männer auf Hawaii gewonnen. Kienle hatte die Serie gestartet, danach triumphierten Frodeno und Patrick Lange jeweils zweimal. Wegen Fiebers musste Titelverteidiger Lange, dessen Streckenrekord Frodeno um 1:26 Minuten unterbot, in diesem Jahr aber vorzeitig aufgeben.

Dem 33-Jährigen, der während der Saison zahlreiche sportliche und in der Woche vor dem WM-Rennen auch noch private Rückschläge verdauen musste, wurde nach einem Drittel der Raddistanz schwindelig.

Er stellte sein Rad am Streckenrand ab, „weil es zu gefährlich ist, wenn man für ein, zwei Sekunden einen Blackout hat“, sagte sein Manager Jan Sibbersen im hr-Fernsehen. Das war umso ärgerlicher, weil er ebenso wie Frodeno um 6.25 Uhr einen hervorragenden Start in den Tag erwischt hatte.

Frodeno schon beim Schwimmen stark

Bei hohen Wellen war der starke Schwimmer Frodeno wie erwartet von Beginn an ganz vorne dabei, überraschend blieb aber auch der schwächer eingeschätzte Lange an der schnellsten Gruppe dran.

Einzig Kienle fiel weit zurück: Während seine beiden Landsmänner nur wenige Sekunden hinter der Spitze auf das Rad stiegen, hatte der Ex-Champion 4:50 Minuten Rückstand.

Kienle gut, aber nicht gut genug

Zunächst war der zweimalige Triathlon-Olympiasieger Alistair Brownlee auf dem Rad stark unterwegs. Den Debütanten hatten die Deutschen im Vorfeld als große Gefahr eingestuft. Um einen Höhenflug des Briten aber schon im Keim zu ersticken, übernahm Frodeno nach knapp 20 Kilometern die Spitze.

Lange hatte zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als eine Minute verloren, Kienle rund eine Minute aufgeholt. Als Lange mit hängenden Schultern vom Rad stieg und von einem Betreuer in ein Begleitfahrzeug geführt wurde, war Kienle schon an ihm vorbeigefahren. Und auch auf die Spitzengruppe machte der 35-Jährige weiter Zeit gut.

Nach der Hälfte der Radstrecke betrug Kienles Rückstand lediglich noch 2:24 Minuten - dann allerdings vergrößerte sich die Lücke wieder. Den Marathon nahm er ohne Siegchance in Angriff.

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