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Mit dem Wirkstoff Dexamethason werden eigentlich Entzündungen behandelt. Aber kann er auch schwere Verläufe bei Covid-19 mildern? Vorläufige Studienergebnisse lassen genau das vermuten – eine abschließende Beurteilung steht aber noch aus.

Vorläufige Ergebnisse der klinischen Studie zeigen: Der Entzündungshemmer Dexamethason könnte die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen senken. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler von der Universität Oxford in einer Pressemitteilung berichten.

Erstes Medikament, das beim Überleben hilft

Damit sei Dexamethason das erste Medikament, von dem gezeigt wurde, dass es die Chance, bei Covid-19 zu überleben verbessere, erklärte Peter Horby, einer der Leiter der „Recovery“-Studie. Und es gebe noch mehr Vorteile des Wirkstoffes: Dexamethason sei kostengünstig, verfügbar und könne sofort eingesetzt werden, um weltweit Leben zu retten, so der Mediziner weiter.

Aber es gibt einen Haken – zumindest an der Studie: Sie ist noch nicht ganz fertig. Heißt: Sie ist weder veröffentlicht, noch haben andere Experten sie begutachtet. Darauf weist auch Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover hin und warnt zugleich vor vorschneller Euphorie. Das Ergebnis klinge beeindruckend, aber bisher liege nur eine Pressemitteilung vor.

Bevor man das vollständige, durch unabhängige Gutachter beurteilte Manuskript gesehen hat, kann man die Wertigkeit der Studie nicht beurteilen.

Tobias Welte, Pneumologe

Es sei vor allem wichtig zu sehen, dass die beiden Gruppen vergleichbar seien, also die Dexamethason-Gruppe und die Vergleichsgruppe.

Studienleiter: eindeutige Ergebnisse

Aber dennoch: Basierend auf den Zahlen würde bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten durch Dexamethason ein Todesfall verhindert, heißt es in der Mitteilung. Diese vorläufigen Ergebnisse der „Recovery“-Studie seien sehr eindeutig – Dexamethason reduziere das Sterberisiko bei Patienten mit schweren Atemkomplikationen, erklärte Martin Landray, ein weiterer Studienleiter.

Viel Lob um den Wirkstoff – auch von der WHO

Nick Cammack, Covid-19-Forschungsbeauftragter bei der Wellcome-Stiftung, sprach in einem Statement von einem Durchbruch. Das Medikament müsse den Tausenden von schwer Erkrankten weltweit nun zugänglich gemacht werden. Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein. Der oberste medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty, sprach vom bisher wichtigsten Ergebnis in Zusammenhang mit Covid-19.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die vorläufigen Ergebnisse der Studie als Durchbruch begrüßt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ließ in einer Mitteilung vom Dienstagabend verlauten, er gratuliere der Regierung des Vereinigten Königreichs, der Universität Oxford sowie den vielen Krankenhäusern und Patienten im Vereinigten Königreich, die zu diesem lebensrettenden wissenschaftlichen Durchbruch beigetragen haben.

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