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Mario Demuth
Mario Demuth (Foto: SWR3, privat)
Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Mehrere Tausend Fans kamen am Sonntag in die Freiburger Innenstadt, um ihren SC zu feiern – trotz verlorenem Pokalfinale. Das hatte Leipzig am Samstag erst im Elfmeterschießen gewonnen.

Am Sonntagabend kamen Mannschaft und Trainer-Team des SC Freiburg auf die Bühne am Platz der Alten Synagoge. Rund 6.000 Fans jubelten minutenlang, es gab Konfetti-Regen und Sprechchöre unter anderem für Trainer Christian Streich. Der war so gerührt, dass er auf der Bühne kurz mit den Tränen kämpfen musste.

Mit Blick auf die kommende Saison – und der Doppelbelastung durch Bundesliga und Europa League – sagte Streich:

Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber ich habe keine Sorgen vor der nächsten Saison. Ein bisschen, aber nicht viel.

Die Mannschaft kam am späten Nachmittag auf dem Flugplatz in Freiburg an. Dort warteten bereits etwa 50 SC-Fans. Danach hat sich das Team ins Goldene Buch der Stadt eingetragen und im Anschluss gab es den Empfang in der Innenstadt.

Leipzig gewinnt Pokalfinale mit 4:2 nach Elfmeterschießen

Am Samstag ging die große Trophäe nicht nach Freiburg, sondern nach Leipzig. Im Elfmeterschießen hatten Freiburgs Kapitän Christian Günter und Ermedin Demirovic Pech. Das bisher größte Spiel für den SC endete 2:4 n. E. – Leipzig gewinnt damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den DFB-Pokal.

Trotz der Niederlage im Pokalfinale war es für den SC eine sehr erfolgreiche Saison. Als Tabellensechster zogen die Breisgauer in die Europa League ein – und das wird in Freiburg gefeiert.

So ging es ins Elfmeterschießen

In der ersten Halbzeit sah es noch gut aus für Freiburg. Maximilian Eggestein (19. Minute) schoss die Breisgauer in Führung. Nach der Roten Karte gegen Leipzigs Marcel Halstenberg (57.) spielte der SC in Überzahl. RB-Star Christopher Nkunku (76.) erzielte den Ausgleich. Es ging in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen.

SC-Freiburg-Trainer Streich wurde in Berlin trotzdem gefeiert

Der Traum von der Krönung für den Kulttrainer Christian Streich ist also geplatzt. Dennoch ist er stolz auf sein Team. Nach dem Spiel lobte er die Mannschaft für eine „wahnsinnig tolle Saison“. Die Niederlage im Pokalfinale ordnete er so ein:

Gegen so eine tolle Mannschaft erst im Elfmeterschießen verloren, das ist okay.

#Streich: „Ohne das Elfmeterschießen heute haben wir 3x in dieser Saison nicht gegen Leipzig verloren. Was soll ich verlangen von dieser Mannschaft? Ich kann nicht mehr verlangen.“

Streich wurde nach dem Abpfiff minutenlang von den mehr als 27.000 Freiburg-Fans im Berliner Olympiastadion gefeiert. Danach sagte er: „Die Mannschaft leistet Unglaubliches. Das ist ein Geben und ein Nehmen. Wir verlieren und wir gewinnen zusammen.

Und wie ein gemeinsames Verlieren mit viel Respekt aussieht, zeigt diese Szene ganz gut. Der SC und die Fans applaudieren sich nach Abpfiff gegenseitig zu:

Das habt ihr einfach nicht verdient 💔 https://t.co/6TjoFl6pkB

Medizinischer Notfall nach Abpfiff

Vor der Siegerehrung im Berliner Olympiastadion gab es einen Zwischenfall. Ein Mann musste an der Seitenlinie von Rettungskräften behandelt werden. Er war offenbar bewusstlos und musste reanimiert werden. Es handelte sich nach ersten Erkenntnissen um einen medizinischen Notfall. Der Mann wurde schließlich in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist inzwischen stabil.

Tausende Freiburger Fans feiern in Berlin

Die Freiburg-Fans, die nach Berlin gereist waren, feierten bereits vor dem Pokalfinale auf dem Breitscheidplatz beim „SC Fanhock“. Dort waren am Samstagvormittag schon etwa 10.000 Menschen. Am späten Nachmittag marschierten die SC-Fans gemeinsam vom Theodor-Heuss-Platz zum Stadion. Das Motto dabei: „Alle in Rot“.

Viele Freiburg-Fans stehen in Berlin alle mit roter Kleidung vor einer Polizeiabsperrung. (Foto: SWR, Anita Westrup)
SC-Freiburg-Fans haben sich in Berlin zu einem Marsch zum Stadion organisiert. Anita Westrup

Fanmeile in Freiburg

In Freiburg gab es ein Public Viewing auf dem Messegelände. Hier fieberten 15.000 Fans mit. Nach dem Spiel waren viele enttäuscht, aber dennoch auch „irgendwie stolz“, berichtet SWR-Reporter Peter Steffe. Die Fans waren sich einig, der SC hätte die Überzahl nach der Roten Karte für Marcel Halstenberg besser nutzen müssen.

Viele Fans des SC Freiburg stehen auf dem Messegelänge in Freiburg, um das Pokalfinale gegen Leipzig beim Public Viewing zu sehen.  (Foto: SWR, Peter Steffe)

Nachrichten So war die Stimmung nach dem Pokalfinale auf der Fanmeile in Freiburg

Dauer

Kretschmann: Land ist stolz auf die Mannschaft aus Freiburg

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) lobt den SC Freiburg trotz der Niederlage im Finale. Die Freiburger hätten eine „großartige“ Leistung gezeigt, auch wenn es zum Sieg ganz knapp nicht gereicht habe, sagte Kretschmann der Deutschen Presse-Agentur. Das Land sei stolz auf die Mannschaft mit ihrem Trainer Christian Streich. Kretschmann gratulierte auch RB Leipzig zum Pokalsieg.

Was für ein Fußballfest.

Der Sportvorstand des SC Freiburg, Jochen Saier, hat ein positives Fazit der Saison gezogen. Mit Platz sechs in der Liga und dem Einzug in die Europa League hätten die Badener „etwas ganz, ganz Großartiges erreicht“. Die Emotionen beim Spiel im Olympiastadion zu spüren und „Berlin zur Hauptstadt Südbadens zu machen“ sei zudem „etwas ganz, ganz Außergewöhnliches“ gewesen.

Wir hätten uns gerne die Krone aufgesetzt, aber irgendwie fühlt es sich doch so an, als hätten wir uns ein Krönchen aufgesetzt.

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