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Bei einer Klima-Demonstration in Wien soll die Polizei extrem hart vorgegangen sein. Videos zeigen beispielsweise, wie ein Demonstrant brutal festgehalten und unter ein Polizeiauto gelegt wird, das dann plötzlich losfährt.

Der Demonstrant wurde von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt, die Arme auf dem Rücken fixiert. Dann ziehen sie ihn mit dem Kopf unter einen Polizeiwagen und geben dem Fahrer ein Zeichen, er soll Gas geben. Kurz bevor der Reifen den Kopf erreicht, ziehen die Polizisten den Demonstranten unter dem Auto hervor.

#Polizeigewalt war bei unserem antikapitalistischen Klima-Protest am Freitag kein Einzelfall. Auf diesem Video sieht man, wie ⁦@AnselmSchindler⁩ brutal auf dem Boden fixiert wird und beinahe ein Polizeiwagen über seinen Kopf rollt. #Wien #autofrei #Klimacamp2019 https://t.co/jDiI646QH8

Jetzt räumte die Polizei ein, dass es sich dabei um eine „gefährliche Situation“ gehandelt habe. „Unabhängig von der bereits eingeleiteten strafrechtlichen Überprüfung wird dieser Vorfall im Zuge einer Evaluierung in die Einsatztaktik und das Einsatztraining einfließen“, hieß es in einem Tweet weiter.

Diese Videoperspektive zeigt tatsächlich eine gefährliche Situation. Unabhängig von der bereits eingeleiteten strafrechtlichen Überprüfung wird dieser Vorfall im Zuge einer Evaluierung in die Einsatztaktik und das Einsatztraining einfließen. https://t.co/FBSPV9AL4g


Rund 100 Klima-Aktivisten hatten eine Sitzblockade auf dem Wiener Ring organisiert. Seit dem Wochenende sind mehrere Videos veröffentlicht worden, die ein brutales Vorgehen der Wiener Polizei zeigen. Zuerst war ein Video online, auf dem mehrere Polizisten einen Demonstranten festhalten, während ein anderer Polizist mehrfach mit großer Gewalt auf ihn einschlägt. Dieser Polizist wurde daraufhin in den Innendienst versetzt.

Am Montagabend folgte dann das Video mit dem Polizeiwagen. Der Aktivist soll nach eigenen Angaben 600 Euro Verwaltungsstrafe bezahlen, weil er sich Aufforderungen der Polizei widersetzt hat.

Gewalt eine Frage „der Perspektive“?

Wiens Vizepolizeipräsident Michael Lepuschitz versuchte am Dienstagabend im ORF noch, den Einsatz zu rechtfertigen. Lepuschitz betonte, dass sich „Polizisten nicht aussuchen können, unter welchen Umständen sie Menschen festzunehmen haben“. Außerdem hänge es bei Aufnahmen oft „von der Perspektive“ ab.

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