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Leo Eder
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Trump will es wieder versuchen: 2024 möchte er noch einmal Präsident werden. Wirklich? USA-Expertin Constanze Stelzenmüller glaubt nicht, dass es wirklich dazu kommt.

Öffentliche Beifallsbekundungen auf Trumps Ankündigung? Fehlanzeige. Republikaner, die Trump noch unterstützen, werden immer rarer.

Selbst Trumps Tochter Ivanka – in der Amtszeit ihres Vaters noch „First Daughter“ und Präsidenten-Beraterin – will beim zweiten Anlauf von Trump nicht dabei sein, wie sie kurz nach dessen Auftritt erklärte. Bei der Bekanntgabe in Trumps Anwesen in Florida fehlte sie ebenfalls. Und während ihre Brüder bei Trumps auftritt pflichtschuldig stehend applaudierten, blieb Gattin Melania einfach sitzen.

Expertin: Große Skepsis dass Trump antritt - und auch noch gewählt würde

Für Constanze Stelzenmüller, Publizistin und USA-Expertin von der Denkfabrik „Brookings Institution“ in Washington DC ist es noch keineswegs ausgemacht, dass Trumps Ankündigung, erneut ins Rennen, um die Präsidentschaft zu gehen, Erfolg haben wird.

Sie habe große Skepsis, dass er am Ende wirklich antrete und „noch größere Skepsis, dass er gewählt werden würde“, so Stelzenmüller im Gespräch mit SWR-Redakteur Jan-Frédéric Willems:

Die Publizistin Constanze Stelzenmüller von der Denkfabrik "Brookings" (Foto: IMAGO, IMAGO / Jürgen Heinrich)

Tagesgespräch Trump-Beobachterin Stelzenmüller: Große Skepsis, dass er wirklich antritt

Dauer

Viele Republikaner sehen die Schuld am Wahldebakel bei den US-Zwischenwahlen bei Ex-Präsident Trump. Doch der hat trotzdem oder gerade deshalb gestern seine Kandidatur für 2024 angekündigt.
Die Reaktionen auf seinen Auftritt sind erwartbar gemischt, aber insgesamt auffällig verhalten. Auch darum empfiehlt die Publizistin Constanze Stelzenmüller von der Denkfabrik "Brookings" in Washington, Trumps Ankündigung nicht zu ernst zu nehmen. Im SWR-Tagesgespräch betont sie, dass die Zahl seiner Unterstützer kleiner, die der Konkurrenten dafür größer geworden sei.

Trump verspricht erneut Amerikas Comeback

Zuvor hatte Trump vor hunderten jubelnden Anhänger in seinem Luxus-Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida angekündigt, dass er in zwei Jahren wieder antreten werde. „Amerikas Comeback beginnt genau jetzt“, rief der 76-Jährige seinen Fans zu.

Er selbst hält seine Mission offenbar für noch nicht beendet:

Um Amerika wieder großartig und glorreich zu machen, verkünde ich heute Abend meine Kandidatur als Präsident der Vereinigten Staaten.

Hier kannst du Donald Trumps Schlussworte im Originalton hören:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Trump: We will make America great again

Dauer

Donald Trump bei seiner Ansprache in Mar-a-Lago.

„Make America Great Again“ Teil 2

Vor zwei Jahren waren wir eine großartige Nation, und bald werden wir wieder eine großartige Nation sein“, versprach der Republikaner und spielte damit auf die Amtszeit des aktuellen US-Präsidenten Joe Biden an. Bei einem Auftritt vor zwei Monaten hatte er den Demokraten gar als „Staatsfeind“ beschimpft.

Trump war mit seiner MAGA-Kampagne 2016 erfolgreich: Er gewann die Wahl und war von 2017 bis 2021 Präsident der USA. Im November 2020 verlor er die Präsidentschaftswahl gegen Biden. Eine Niederlage, die er bis heute nicht anerkennt.

Versauen die Midterms Trump die Kandidatur?

Trumps Ankündigung kam eine Woche nach den Midterms, den Parlaments- und Gouverneurswahlen in den USA. Anders als erwartet, gab es dabei keinen Durchmarsch der Republikaner. Dafür wird Trump von vielen Republikanern, aber auch von der rechten Presse mitverantwortlich gemacht:

Stichwahl-Pleite in Georgia Nächste Niederlage für Trump: Demokraten bauen Mehrheit im Senat aus

Wieder ist ein Trump-Kandidat spektakulär gescheitert. Die Folge: Die US-Demokraten können ihre Mehrheit im Senat sogar ausbauen.

Das könnte seine Präsidentschaftskandidatur erschweren, wenn nicht gleich verhindern, denn Trump muss sich zuerst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen, um als der offizielle Kandidat für die Republikaner aufgestellt zu werden. Größter Rivale könnte hier Ron DeSantis werden, der mit einem deutlichen Ergebnis wieder zum Gouverneur von Florida gewählt wurde.

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