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Schreckliches Ende einer Geburtstagsparty für ein Kleinkind in Texas: Einer der erwachsenen Gäste wollte wohl nicht ohne Waffe aus dem Haus gehen – und passte dann nicht richtig darauf auf.

Warum nimmt man eine Waffe mit zu einem Kindergeburtstag? Vielleicht weil man in einem waffenstarrenden Land lebt und ständig befürchten muss, erschossen zu werden?

Fakt ist: Die Abermillionen Waffen in den USA führen auch zu grauenhaften Unfällen mit Kindern – und durch Kinder: Laut einer Statistik der Nichtregierungsorganisation „Everytown for Gun Safety“ wurden durch unabsichtlich abgegebene Schüsse von Kindern oder Jugendlichen alleine in diesem Jahr mindestens 97 Menschen in den USA getötet.

Texas: Dreijähriger schoss sich selbst mit Pistole in die Brust

Bei einem besonders tragischen Vorfall im texanischen Porter am Wochenende ist ein dreijähriger Junge gestorben – bei seiner eigenen Geburtstagsfeier. Dort war einem der erwachsenen Gäste die Pistole aus der Tasche gerutscht.

Der Kleine muss sie wohl unbemerkt aufgehoben haben, während die Erwachsenen ins Kartenspiel vertieft waren. Womöglich war sie nicht einmal gesichert, denn kurz darauf löste sich ein Schuss und traf das Geburtstagskind in die Brust. Auch Sanitäter konnten das Kind nicht mehr retten – es starb kurz darauf.

Nach Angaben der waffenkritischen Organisation „Moms Demand Action“ häufen sich solche tragischen Vorfälle seit der Schließung von Schulen infolge der Corona-Pandemie. Da viele Kinder derzeit zu Hause seien, sei es umso wichtiger, Waffen sicher wegzuschließen, erklärte die Vereinigung.

Amokläufe mit kriegstauglichen Waffen

Immer wieder kommt es zu ähnlichen Unfällen, aber auch zu Verbrechen oder Amokläufen – teils mit enormer Feuerkraft durch Schützen, die praktisch kriegstaugliche Waffen besitzen.

Immer wieder protestieren auch vor allem junge Menschen gegen die Waffengesetze in den USA, die praktisch jedem überall und jederzeit das Recht auf den Besitz einer Waffe zugestehen. Doch nichts scheint sich zu ändern.

Biden-Anhängerin schreibt: „Der absolute Horror“

US-Präsident Donald Trump steht dabei der Waffenlobby – vertreten vor allem durch die National Rifle Association – treu zur Seite. Gerade auch Texas, wo sich der schreckliche Unfall ereignet hat, steht dabei im Zentrum.

„Oh Gott, der absolute Horror“, schreibt diese Frau auf Twitter, die sich auf ihrem Icon zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden bekennt. „Drei Jahre alt...“:

Texas 3-year-old fatally shoots self in chest at birthday party https://t.co/g8X4qR5yu5 OMG....the absolute horror. THREE YEARS OLD...😭😭

Wird sich nach der Wahl etwas ändern?

Texas war bislang politisch immer fest in der Hand der konservativen Republikaner, die tendenziell die bestehenden Waffengesetze am stärksten unterstützen. Allerdings nimmt ihre Vormachtstellung nach und nach ab: In Texas wächst der Anteil von Schwarzen, Latinos und anderen nicht-weißen Menschen.

Die wählen tendenzielle stärker die Demokraten, aus deren Reihen viele Gegner der Waffengesetze kommen. Texas scheint in diesem Jahr erstmals keine feste Burg der Republikaner mehr zu sein. Wie es also mit Amerikas Waffen langfristig weitergeht, darauf könnte die Wahl am 3. November einen Hinweis geben.

Auch in Deutschland passieren Unfälle mit Schusswaffen.

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