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Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)

Die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionen wird zukünftig noch mehr eingesetzt. Das Landessozialministerium hat Lizenzen für ganz Baden-Württemberg beschafft.

Baden-Württemberg will Kontakte nach Corona-Infektionen künftig landesweit mit der neu entwickelten Luca-App nachverfolgen. Aus dem Sozialministerium heißt es, dass man Lizenzen für einen flächendeckenden Einsatz beschafft habe. Andere Bundesländer hätten das ebenfalls getan.

Die App soll landesweit dabei helfen, Kontakte im Fall einer Corona-Infektion nachvollziehen zu können.

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Luche (Grüne)

Weg mit der Zettelwirtschaft

Die App solle die bisher betriebene Zettelwirtschaft zum Beispiel in Restaurants ersetzen. Nach dem Download der App trägt man zuerst seine persönlichen Daten ein, die dann verschlüsselt hinterlegt werden. Anschließend können Bürgerinnen und Bürger beispielsweise in einem Restaurant oder zu einem Konzert über einen QR-Code einchecken. Wird eine Person positiv getestet, kann sie die sogenannte „Historie“ für das zuständige Gesundheitsamt freigeben. Die Behörde kann dann die Daten entschlüsseln und die Kontaktpersonen informieren.

Hinter der App steht unter anderem der Musiker Smudo von den Fantastischen Vier, ein Berliner Startup sowie weitere Kulturschaffende.

Ersetzt die Luca-App die Corona-Warn-App vom RKI?

Laut Smudo soll die Luca-App die Corona-Warn-App vom Robert-Koch-Institut (RKI) nicht ersetzen. Es handelt sich vielmehr um zwei ganz unterschiedliche Konzepte, erklärt der Rapper. Während die Corona-Warn-App wie ein „Dauer-Radar“ funktioniert, also 24/7 Begegnungen mit anderen Nutzern scannt, kümmert sich Luca um Kontaktnachverfolgung, wenn man beispielsweise in ein Restaurant eincheckt. Es geht also um Dokumentationspflicht, die mit der App digital funktioniert anstatt wie bisher mit Zetteln. Der Clou ist laut Smudo die direkte Anbindung an die Gesundheitsämter. Wenn es also eine Infektion gibt, muss das Amt also nicht mehr einen Schuhkarton mit Zetteln durchforsten und die Nummern einzeln abtelefonieren. Wenn die User der App erlauben, dass auf ihre Daten zugegriffen werden darf, erscheinen die auf Knopfdruck beim Gesundheitsamt.

Rapper Smudo stellt Luca-App vor (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Axel Heimken)

Smudo: Luca-App macht Kultur trotz Corona möglich

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Ein starkes Duo in der Pandemie 💕 Corona-Warn-App und #lucaApp https://t.co/QzH7HoEnoM

Wie sieht es aus mit dem Datenschutz?

Laut Smudo ist die Luca-App was den Datenschutz angeht sicher. Der Rapper erklärt, dass die Daten verschlüsselt und nur auf dem Handy des Users abgelegt sind. Nur er kann sie außerdem freigeben. Das sei deutlich sicherer als Daten auf Zetteln, die sich auch der Kellner oder die Polizei anschauen kann.

Auch der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg, Stefan Brink, zieht ein positives Fazit:

Wir haben die App technisch und rechtlich geprüft. Die App erfüllt unsere hohen Datenschutz-Standards. Die Dokumentation der erfolgten Kontakte wird auf technisch höchstem Stand verschlüsselt und es liegt allein in der Hand des Luca-Nutzers, ob, wann und mit wem er diese sensiblen Daten teilen möchte.

Stefan Brink, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg

Ab wann kann die App genutzt werden?

Der Download der App ist schon jetzt möglich kann in einigen Städten, Gemeinden und Geschäften schon genutzt werden. Landessozialminister Lucha will die konkrete Umsetzung des Einsatzes in ganz Baden-Württemberg am Montag mit den Kommunen besprechen.

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