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AUTOR/IN
Katrin Stöver-Böhm
Katrin Stöver-Böhm (Foto: Max Orlich)

Jahrelang hat sie das Silicon Valley dreist zum Narren gehalten und ist damit zur Milliardärin geworden – Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes. Jetzt muss sie hinter Gitter.

Zugegeben, wir haben wohl alle schon mal zu einer Notlüge gegriffen, um etwas zu bekommen, was vielleicht sonst nicht zu erreichen gewesen wäre. Aber was die einst als Silicon-Valley-Ikone gehandelte Elizabeth Holmes gemacht hat, toppt alles.

Sie versprach eine Revolution

Die Geschichte hat Krimi-Potential: 2013 ist die damals 19-jährige Holmes – bis dahin nur eine gescheiterte Uni-Abbrecherin – mit ihrer Firma Theranos an den Start gegangen, um ein neues Bluttestgerät zu entwickeln. Und das wäre eine Sensation gewesen – denn ihr Versprechen: Mit nur einem Tröpfchen Blut werde man damit die verschiedensten Krankheiten viel einfacher diagnostizieren können.

Elizabeth Holmes could face up to 20 years in prison for each count for which she was found guilty, though former prosecutors say such a stiff sentence is rare in white-collar fraud cases https://t.co/6ZdR0CX7It

Das Problem? Alles glatt gelogen! Und Holmes eines Meisterin der Vertuschung. Die junge Frau wird als Star, als Visionärin gehypt, sogar mit Steve Jobs verglichen. Und alle glauben ihr: Investoren, Politiker, Ärzte, die Öffentlichkeit. Und investierten Millionen. Zeitweise soll Holmes Unternehmen mehr als 10 Milliarden Dollar Wert gewesen sein und Holmes die jüngste Self-Made-Milliardärin in den USA.

Recherche einer Tageszeitung lässt alles auffliegen

Im Jahr 2015 fliegt dann alles auf. Weil ihre versprochene Wundermaschine nicht die erhofften Ergebnisse hervorbringt, greift Holmes einfach auf herkömmliche Bluttests zurück und tut so, als seien die Ergebnisse mit ihrer neuen Maschine entstanden. Die US-Tageszeitung Wallstreet Journal kommt ihr schließlich auf die Schliche.

20 Jahre Haft pro Anklagepunkt möglich

Jetzt wurde Holmes verurteilt. Ihr drohen 20 Jahre Haft pro Anklagepunkt. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Strafe milder ausfallen dürfte. Die Geschworenen erklärten sie am Montag in vier von elf Anklagepunkten schuldig. Bei drei Vorwürfen konnten sie sich nicht auf ein gemeinsames Urteil einigen.

Holmes nahm das Urteil ohne größere Regung auf. Auch ihr Lebensgefährte Billy Evans und ihre Eltern waren zu der Urteilsverkündung gekommen.

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Katrin Stöver-Böhm
Katrin Stöver-Böhm (Foto: Max Orlich)

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