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Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht auch mehrere Fälle von Thrombosen nach Impfungen mit dem Stoff von Johnson und Johnson. Eine Person sei gestorben, heißt es. Noch ist aber nicht klar, ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Blutgerinnseln gibt.

Erst hat der Impfstoff von Astrazeneca für viel negative Schlagzeilen wegen eines Zusammenhangs mit seltenen Sinusvenenthrombosen gesorgt. Jetzt untersucht die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), ob Thrombosen auch bei der Impfung mit dem Stoff von Johnson und Johnson auftreten könnten.

Vier Fälle von Blutgerinnseln nach Johnson und Johnson-Impfung

Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Eine Person sei gestorben. Einer der Verdachtsfälle sei während der klinischen Studien aufgetreten, die drei anderen Fälle seien während der Einführung des Vakzins in den USA aufgetreten. Wie viele Menschen an der Studie teilgenommen haben, sagt die EMA nicht.

Die Behörde betonte, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff des US-Herstellers und Thrombosen noch nicht festgestellt worden sei. Der Sicherheitsausschuss der Behörde will sich damit nun beschäftigen.

Impfstoff in der EU zugelassen – aber noch nicht im Einsatz

Seit knapp einem Monat ist der Impfstoff von Johnson und Johnson in der EU zugelassen aber noch nicht im Einsatz wie in den USA. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll der Impfstoff des US-Konzerns Johnson und Johnson ab Mitte April in Deutschland verimpft werden. Der Impfstoff ist – wie auch der von Astrazeneca – ein Vektorimpfstoff. Was ihn von allen bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen unterscheidet ist, dass nur einer statt zwei Impfterminen notwendig sind. Außerdem muss der Impfstoff nicht so kompliziert gelagert werden: Statt Minusgraden reicht der Kühlschrank hier aus. Auch der Impfstoff von Johnson und Johnson gelangt, wie der von Astrazeneca, über ein abgeschwächtes Trägervirus in den menschlichen Körper. Das Trägervirus ist hier ein menschliches Schnupfenvirus, eine Variante eines Adenovirus.

Impfstoff der Firma Johnson & Johnson (Foto: imago images, imago images/Sven Simon)

Corona-Pandemie So funktioniert der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson

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Welche Nebenwirkungen sind bisher bekannt?

Ein Blick auf die dritte Testphase des Impfstoffs von Johnson und Johnson zeigt:

  • Die häufigste gemeldete Nebenwirkung waren mit fast 49 Prozent Schmerzen an der Injektionsstelle.
  • Fast 39 Prozent gaben Kopfschmerzen an,
  • 38 Prozent Ermüdung.
  • Bei 33 Prozent traten Muskelschmerzen auf,
  • bei 14 Prozent Übelkeit.
  • Fieber ab 38 Grad wurde demnach bei 9 Prozent beobachtet.
  • Wie bei allen bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen wurde bei älteren Menschen über 65 Jahren generell seltenere und mildere Impfreaktionen beobachtet.

Corona-Pandemie Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson – freigegeben für alle

Beim Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson wurde jetzt die Priorisierung aufgehoben. Der Vektorimpfstoff ist nun in Deutschland freigegeben für alle.  mehr...

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 16. Oktober, 13:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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