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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Cornelia Stenull
Cornelia Stenull (Foto: SWR3)

Nach dem schweren Erdbeben in Japan vergangene Woche schwankt das Stromnetz – es gibt immer wieder Blackouts. Aber warum?

In Teilen von Japan gibt es im Moment immer wieder Stromausfälle. Das passiert seit dem schweren Erdbeben am 16. März 2022 immer wieder. So oft, dass die Regierung in Tokio zum ersten Mal eine Stromversorgungswarnung veröffentlicht und Verbraucher zum Energiesparen aufgefordert hat.

Die Engpässe bei der Stromversorgung sind eine direkte Folge des 7,3-er-Bebens vergangene Woche. Dadurch mussten mehrere Kraftwerke heruntergefahren werden. Der Stromproduzent Tepco teilte mit, dass am gestrigen Montag etwa 2.120 Haushalte in drei Präfekturen bei Tokio zeitweise ohne Strom waren.

Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Am vergangenen Mittwochabend hatte ein schweres Erdbeben den Osten von Japan erschüttert. Die US-Erdbebenwarte hat es mit der Stärke 7,3 ausgegeben. Die japanische Wetterbehörde hat geschrieben, das Zentrum des Bebens habe in etwa 60 Kilometern Tiefe vor der Küste von Fukushima gelegen.

Bei dem Beben sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, über hundert Menschen wurden verletzt, berichten japanische Medien.

Tsunami-Warnungen für Japan aufgehoben

Am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) hat die Meteorologie-Behörde des Landes ihre Tsunami-Warnungen aufgehoben. Zuvor war vor einem Tsunami von bis zu einem Meter Höhe an der Pazifikküste der Präfekturen Fukushima und Miyagi gewarnt worden.

Der japanische Fernsehsender NHK postete bei Twitter ein Video, das während des Bebens in einem Hotel in der Stadt Koriyama in der Präfektur (vergleichbar mit unseren Landkreisen) Fukushima aufgenommen wurde. Darauf ist zu sehen, wie stark das Beben war: Bilder an der Wand wackeln, die Klimaanlage stürzt um und verschiedene Dinge fallen von einem Schreibtisch.

【動画】福島 郡山市のビジネスホテル室内 地震の発生時の様子 https://t.co/hSFl6pg4SZ 震度5強を観測した福島県郡山市のビジネスホテルで、地震の発生時の様子を撮影した映像では、備え付けられている机やいすのほか、加湿器や壁にかけられた額も大きく揺れ動いています。 #nhk_video https://t.co/E7Bp6qBsFC

Insgesamt hatten in der Region mehr als zwei Millionen Menschen nach dem Beben keinen Strom mehr – unter anderem im 300 Kilometer entfernten Tokio.

Erdbeben in Japan: Betreiber kontrolliert Atomkraftwerk Fukushima

Die Wetterbehörde registrierte das Beben um 23:36 Uhr – also 15:36 Uhr unserer Zeit. Der Energiekonzern Tepco teilte mit, er überprüfe, ob das Beben Auswirkungen auf das Atomkraftwerk Fukushima hatte.

At around 11:36 p.m. on March 16, a magnitude 7.3 earthquake occurred with its epicenter off the coast of Fukushima Prefecture. We are currently confirming the impact of this earthquake on our facilities.

Die Atomaufsichtsbehörde meldete wenig später, dass dort keine ungewöhnlichen Vorgänge festgestellt worden seien. Allerdings fielen kurzzeitig die Pumpen in Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente in zwei anderen Atomkraftwerken in Fukushima und Onagawa aus. Sie hätten schnell wieder den Betrieb aufgenommen, so die Behörde.

Atomkatastrophe von Fukushima nach Beben und Tsunami

Vor 11 Jahren, im März 2011, hatte ein Seebeben der Stärke 9,0 Japan erschüttert. Damals schwappten bis zu 17 Meter hohe Tsunamiwellen über den Nordosten der Insel Honshu. Dabei wurden auch Teile des Atomkraftwerkes Fukushima zerstört, als die Kühlung ausfiel und es zu mehreren Kernschmelzen kam.

Durch das Beben, den Tsunami und die Atomkatastrophe kamen 18.500 Menschen ums Leben, die Gegend um das Werk gilt auch heute noch als verstrahlt. Etwa 150.000 Menschen, die vor dem Super-GAU in der Gegend lebten, mussten dauerhaft umsiedeln.

Erdbeben sind in Japan nicht selten

Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinanderstoßen. Das Land wird deshalb regelmäßig von Beben heimgesucht. Strenge Bauvorschriften sollen sicherstellen, dass die Gebäude auch starken Erschütterungen standhalten.

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