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In der Nähe von Straßburg hat am Freitagmorgen die Erde gebebt. Die Erschütterungen waren auch in Baden-Württemberg noch zu spüren.

Um 6:59 Uhr am Freitagmorgen wurde der ein oder andere unsanft aus dem Schlaf gerissen: Ein kleines Erdbeben hat den Rheingraben erschüttert. Über Schäden ist bisher nichts bekannt – das Beben hatte eine Stärke von 3,5, teilte der Erdbebendienst Südwest in Freiburg mit.

Das Epizentrum des Bebens lag unter der Gemeinde La Wantzenau, nördlich von Straßburg. Laut dem französischen Erdbeben-Dienst Réseau National de Surveillance Sismique (RéNaSS) in Straßburg war es „menschengemacht“.

Geothermiebohrungen könnten Erdbeben ausgelöst haben

Als Auslöser etlicher kleinerer Beben in den vergangenen Wochen gelten Geothermie-Testbohrungen, die bis vor Kurzem in der Nähe stattgefunden haben. Die Untersuchungen dazu laufen noch.

Da bei den Anwohnern die Sorge wächst, dass es künftig zu weiteren und auch stärkeren Erdbeben kommen kann, wurde gefordert, das Geothermie-Projekt zu stoppen. Die Energie aus der Geothermie ist eigentlich ein fester Bestandteil des Klimaplans für den Ballungsraum Straßburg. 

Wird es weitere Erdbeben geben?

Stefan Stange, der Leiter des Erdbebendienstes Südwest, erklärte im SWR: „Das ist jetzt kein Beweis oder Nachweis, aber die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass da ein Zusammenhang besteht“, sagt der Geologe Stefan Stange. Er arbeitet beim Landesamt für Geologie in Freiburg. Er rechnet nicht damit, dass es deutlich stärkere Erdbeben durch solche Bohrungen in Mitteleuropa geben könnte – sagt im SWR-Interview aber auch, dass solche Prognosen nicht leicht zu treffen sind, „weil man erst am Anfang dieser Untersuchungen steht“.

Stange betont: „Auch woanders, wo man mehr Erfahrung hat, zum Beispiel in der Schweiz, werden natürlich Maßnahmen ergriffen, um noch deutlichere Erdbeben zu vermeiden.“

Ein tiefer Riss zieht sich durch eine rötliche Hauswand und legt den Blick auf unter dem Putz liegende Backsteine frei. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Patrick Seeger/dpa | Patrick Seeger)

Sorgt Geothermie-Bohrung für Erdbeben? "Sehr wahrscheinlich"

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Erdbeben auf der Schwäbischen Alb

Das Erdbeben war bereits das zweite innerhalb einer Woche in Baden-Württemberg. Erst am Dienstag gab es auf der Schwäbischen Alb ein leichtes Beben westlich von Burladingen. Dieses Beben hatte eine Stärke von 3,7.

Erdbeben sind in Baden-Württemberg nichts Seltenes – vor allem am Rhein gibt es immer wieder kleinere Beben. „Der südliche Rheingraben ist genau so aktiv wie die Schwäbische Alb“, sagte Stange dem SWR.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 26. Oktober, 23:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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