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Jeden Tag ein paar Grad mehr: Das bisher heißeste Wochenende des Jahres 2022 ist erst mal vorüber. Die neue Woche startet etwas kühler.

Der Sonntag hat den Samstag erwartungsgemäß getoppt: Noch mehr Hitze, noch mehr Trockenheit. In Baden-Württemberg war es die Rheinebene, die förmlich zu glühen schien:

Laut Wetterexpertin Claudia Kleinert war es in Offenburg am heißesten. Dort seien 38,5 Grad gemessen worden, sagte Kleinert im SWR-Fernsehen. In Ohlsbach (Ortenaukreis) hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) 37,8 Grad gemeldet. In Waghäusel-Kirrlach, Rheinstetten und Lahr waren es demnach jeweils 37,1 Grad. In Stuttgart kletterte das Thermometer auf 36,6 Grad, so der DWD.

Offenburg heute 38,5, heute früh war es dort mit 24 Grad am kältesten, krass echt.... Kam gerade im Landesnachrichten Wetter kurz vor 20 Uhr

Für den Juni handelt es sich bei den Werten von diesem Wochenende laut Deutschem Wetterdienst jedoch nicht um Rekordwerte: Die bislang höchste gemessene Temperatur in einem Juni in Baden-Württemberg war mit 38,9 Grad am 30. Juni 2019 in Mannheim.

Hitze in SWR3Land: eine Folge des Klimawandels?

Im Südwesten wurde vor Waldbränden gewarnt. Einzelne Felder gerieten auch in Brand, wie beispielsweise im Ortenaukreis. SWR-Klimaexperte Werner Eckert sagt: Das alles liegt „mit hoher Sicherheit“ am Klimawandel:

Waldbrände in Rheinland-Pfalz

Nicht ganz so heiß war es in Rheinland-Pfalz, aber der Unterschied dürfte kaum spürbar gewesen sein: Hier war es allerdings am Samstag mit bis zu 37,1 Grad am heißesten. 

Die Polizei meldete am Sonntag mehrere Brände. Trockenheit aufgrund der Hitze könnte die Ursache sein. Etwa 1.200 Quadratmeter Waldfläche gerieten am Sonntagnachmittag bei Petersbächel bei Dahn in der Südwestpfalz in Brand. Etwa 120 Einsatzkräfte aus der Region und aus Frankreich löschten den Brand in der Nähe der Burgruine Blumenstein. 

Auch in der Nähe von Schönau (Kreis Südwestpfalz) haben am Sonntag mehrere Hektar Wald gebrannt. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Wegen eines #Waldbrandes kommt es derzeit zu starken Rauchentwicklungen im Bereich #Schönau und #Wengelsbach. #Feuerwehren mit und #Löschhubschrauber im Einsatz. Hier geht es zur Pressemeldung: https://t.co/RfQPMnmgJL https://t.co/aD5Sl4i89I

Am Ortsrand von Worms-Horchheim brannte am Sonntagnachmittag ein Getreidefeld. Nach Angaben der Polizei hatte sich das Feuer auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern ausgebreitet. Verletzt wurde niemand. Warum das Feld in Brand geraten war, ist laut Polizei derzeit noch unklar. Der Schaden wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt.

Jetzt erst mal etwas kühler – lokal sogar Starkregen

Nach dem Wochenende soll es in Baden-Württemberg jetzt lokal starke Gewitter geben. Dabei kann es zu Starkregen, Hagel und Sturmböen bis zu 80 km/h kommen, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte. Die Temperaturen sollen in der kommenden Woche zwischen 25 und 29 Grad liegen. Immer wieder könne es zu einzelnen Schauern und Gewittern kommen. Besonders windig soll es im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb werden.

Auch in Rheinland-Pfalz bleibt der Himmel den Angaben des DWD zufolge heute zunächst stark bewölkt. Auch hier kann es örtlich stärker gewittern. Im Tagesverlauf lockere es dann auf und die Sonne zeige sich – bei Temperaturen zwischen 20 Grad in der Eifel und 26 Grad im Süden von Rheinland-Pfalz, hieß es.

Cottbus musste deutschlandweit die heftigste Hitze ertragen

Andernorts war es am Wochenende noch heißer, als bei uns: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registrierte am Nachmittag an mehreren Wetterstationen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg Werte von 38 Grad und mehr. In Cottbus wurde mit 39,2 Grad ein neuer deutschlandweiter Temperaturrekord für die zweite Junidekade gemessen.

Der vorläufige Spitzenwert an einer Wetterstation in der ostbrandenburgischen Stadt Cottbus übertraf den bisherigen Höchstwert um fast ein Grad. Der bisherige Rekord für diesen Zeitraum war 2002 mit 38,3 Grad im Rheinland gemessen worden. 

Bei Treuenbrietzen in Brandenburg kämpften Feuerwehr und Bundeswehr seit Freitag gegen ein Feuer, das in einem Kiefernwaldgebiet ausgebrochen war. Durch wechselnde Winde breitete sich der Brand zwischenzeitlich auf etwa 200 Hektar aus. Am Montag brachte allerdings ergiebiger Regen die Rettung.

18. auf 19. Juni: Erste Tropennacht des Jahres

Auch der Samstag und die Nacht auf Sonntag waren schweißtreibend: In vielen Orten raubten Temperaturen über 20 Grad dem einen oder anderen den Schlaf. Liegen die Nachttemperaturen über dieser Marke, spricht man auch von Tropennächten.

Wenn ihr in den kommenden Nächten besser schlafen wollt: Hier sind die besten Tipps für guten Schlaf bei heißen Temperaturen.

Wie wird das Wetter bei euch?

Während die einen über die Hitze fluchen, freuen sich die anderen über den ersten Vorgeschmack auf den Sommer 2022. Immerhin war bestes Wetter zum Baden, Grillen und draußen feiern. Wie warm es heute und in den kommenden Tagen bei dir wird, kannst du hier ganz einfach herausfinden:

Warum ist es überhaupt genau jetzt so heiß?

Grund für die Hitze ist laut Deutschem Wetterdienst ein Schwung heißer Luft, der aus Afrika zu uns weht. Es ist die selbe Heißluftwelle, die in den vergangenen Tagen auch in Spanien und Frankreich für Hitzerekorde gesorgt hat.

Hitzwelle in Südeuropa

In Frankreich brachte der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle Temperaturen von über 40 Grad. Der Wetterdienst spricht von der frühesten Hitzewelle seit 1947. 14 Departements im Südwesten des Landes sind in Alarmzustand, die Temperaturen könnten dort laut dem Wetterdienst örtlich bis zu 42 Grad erreichen. Mehrere Festivals, Sport- und Kulturveranstaltungen wurden aufgrund der extremen Hitze abgesagt.

In Spanien ist es so heiß wie nur selten um diese Zeit

Schon über eine Woche dauert die Hitzewelle in Spanien an – und das ungewöhnlich früh in diesem Jahr. Für die Millionenmetropole Madrid warnte der nationale Wetterdienst Aemet vor 39 bis 40 Grad, in Saragossa waren es am Samstag sogar 45 Grad. Für Mallorca wurden 36 Grad prognostiziert. In den vergangenen Tagen waren die Temperaturen in Andalusien sogar bis auf 43 Grad gestiegen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 2. Juli, 13:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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