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Der Echo war gestern – jetzt gibt es die „International Music Awards“. Und die wurden am Freitagabend zum ersten Mal vergeben. Wer die Gewinner sind und inwiefern sich der neue Preis vom Echo unterscheidet, klären wir hier.

Wir erinnern uns: Der Echo war im Frühjahr abgeschafft worden, nachdem es einen Skandal um die als antisemitisch bewerteten Rap-Texte der Preisträger Farid Bang und Kollegah gegeben hatte. Die Entscheidung damals: Es soll einen neuen deutschen Musikpreis geben. Der heißt „International Music Award“ – kurz IMA – und wurde am Freitagabend erstmals in Berlin vergeben.

Udo Lindenberg mit „Courage“-Preis ausgezeichnet

Zu den Preisträgern gehörte unter anderem Udo Lindenberg. Er wurde für seine politische Haltung mit dem „Courage“-Preis geehrt. Außerdem hat die Berliner Band Rammstein den Publikumspreis für den besten Liveauftritt bekommen. Einen Preis für sein Lebenswerk erhielt der britische Musiker Sting, der die Veranstaltung schließlich mit einem Auftritt abschloss.

Udo Lindenberg bei den International Music Awards in Berlin (Foto: picture alliance/Fabrizio Bensch/Reuters/POOL/dpa)
Udo Lindenberg wurde für seine politische Haltung mit dem „Courage“-Preis in Berlin ausgezeichnet. picture alliance/Fabrizio Bensch/Reuters/POOL/dpa

IMA-Auszeichnungen gingen außerdem an Calvi, Herndon, US-Rapperin Tierra Whack, Soulsängerin Lizzo, den Anti-Brexit-Aktivisten Slowthai und die erst 17-jährige US-Newcomerin Billie Eilish. Mehrere Künstler konnten die Preise in Berlin allerdings nicht persönlich entgegennehmen. Durch die Gala führten Topmodel Toni Garrn und US-Showstar Billy Porter.

IMA – der neue, bessere Echo?

Die International Music Awards werden als Nachfolger des Echos gesehen – alleine deshalb, weil damit erstmals nach dem Echo-Aus wieder ein großer Preis für Popmusik
in Deutschland vergeben wurde. Allerdings unterscheidet sich der neue Preis in einigen Punkten vom Echo.

Preisträger werden nach „Relevanz“ ermittelt

Die Preisträger werden für die IMAs nicht basierend auf den Verkaufszahlen ihrer Musik ermittelt, wie das früher beim Echo war, sondern nach ihrer „Relevanz“ innerhalb der deutschen Musikindustrie. Das hieß es zumindest von den Initiatoren des Preises. Sie schreiben auf der Webseite des IMA: „Es ist der erste deutsche Musikpreis, dessen wichtigste Kriterien Leidenschaft, Haltung und Innovation sind.“ Wie relevant die ausgezeichneten Künstler tatsächlich sind, lässt sich dabei nicht nachvollziehen.

Es gibt eine Jury, die Preisträger auswählt

Ausgewählt werden die IMA-Preisträger in einem zweistufigen Prozess von Gremien und prominenten Jurys aus Journalisten und renommierten Musikern. Eine Vorauswahl von Künstlern wird unter anderem von Redaktionen der Musikzeitschriften Musikexpress, Metal Hammer und Rolling Stone getroffen.

Zum Vergleich: Wer einen Echo bekam, wurde von der Deutschen Phono-Akademie, dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), ausgewählt – allerdings anhand von Verkaufszahlen und Chartplatzierungen in Deutschland. Dafür waren die Echos immer wieder kritisiert worden.

Betonung liegt auf international

Die englischen Titel der Kategorien zeigen – wie auch schon der Name der Preisverleihung – dass das Profil der IMAs etwas „internationaler“ ausgerichtet ist als das des Echos. Dazu gehören die Kategorien „Commitment“ für Engagement, „Future“ für Innovation oder „Beginner“ für Newcomer. Inhaltlich gab es diese Kategorien allerdings auch schon beim Echo.

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