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In Düsseldorf soll Anfang September das erste Großkonzert seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland stattfinden. Mutiger Schritt oder gefährliches Wagnis? Das wird gerade heiß diskutiert.

Seit Mitte März gab es in Deutschland keine großen Konzerte mehr. Anfang September könnte sich das ändern. Im Düsseldorfer Fußballstadion sollen vor 13.000 Fans unter anderem Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss auftreten. Der Veranstalter hat der Stadt ein umfangreiches Sicherheitskonzept vorgelegt.

„Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben.“

Veranstalter Marek Lieberberg

Strenge Regeln für Konzert-Besucher angekündigt

In das Stadion passen eigentlich rund 40.000 Menschen. Dem Infektionsschutz werde „in vollem Umfang Rechnung getragen“, sagte Lieberberg. Unter anderem seien Zuschauer verpflichtet Schutzmasken zu tragen und zwischen den Sitzplätzen werde der Sicherheitsabstand gewahrt.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören, dass man beim Ticketkauf auch Kontaktdaten angeben muss, der Alkoholverkauf wird verboten sein und für Einlass und Auslass soll es spezielle Regeln geben. Details erklärt SWR3-Reporter Benjamin Sartory:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Großkonzert mit Maskenpflicht und Desinfektionsmittel – aber ohne Alkohol

Dauer

Gesundheitsministerium NRW fühlt sich übergangen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht das geplante Großkonzert kritisch. Konzept und Genehmigung seien nicht mit dem Land abgestimmt. Er habe „begründete Zweifel“ an der rechtlichen Grundlage und hätte eine Abstimmung mit den Landesbehörden erwartet – offenbar auch vom Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf:

„Dass ein lokales Gesundheitsamt in dieser Lage eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Alleingang genehmigt, hat mich als Gesundheitsminister nachhaltig irritiert.“

Karls-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister NRW

Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf soll jetzt die Rechtslage und das Hygienekonzept überprüfen.

Mitsingen unter der Maske soll erlaubt sein

Veranstalter Lieberberg hält 13.000 Zuschauer für nicht zu viel. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, dass das Stadion mit seinen 40.000 Plätze nicht einmal zu einem Viertel gefüllt sein werde. Die Zuschauer müssten strenge Regeln einhalten. Zudem erklärte er, das Hallendach solle geöffnet bleiben. Mitsingen sei unter der Maske erlaubt.

Es sei wichtig, „endlich ein Wiedereinstiegsszenario zu finden“, sagte Lieberberg. Die Branche sei zuerst von den Verboten betroffen gewesen und werde wahrscheinlich die letzte sein, bei der diese wieder aufgehoben werden.

Spahn fordert „gutes Konzept“ ähnlich wie im Fußball

Etwas moderater als sein NRW-Kollege äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er zog dabei auch einen Vergleich zu den Plänen, im Fußball wieder Zuschauer zuzulassen. „Bestmögliche Sicherheit“ müsse garantiert werden können. Es komme entscheidend auf ein gutes Konzept zum Infektionsschutz an, sagte Spahn der Neuen Osnabrücker Zeitung.

“Das ist eine sehr große Verantwortung für die Veranstalter und die Behörden vor Ort.“

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister

Das ist bei „Give Live A Chance“ geplant

Das Konzert mit dem Titel „Give Live A Chance“ soll laut Veranstaltern aus einer 150-minütigen Show bestehen. Neben Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss seien Auftritte von Sänger Rea Garvey, Joris und Comedian Michael Mittermaier geplant.

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