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Auf einem Wanderweg nahe Albstadt sind zwei Esel einen steilen Abhang hinuntergestürzt. Es folgte eine aufwändige Rettung mit einem Netz, Seilen und einem Hubschrauber. Eines der Tiere musste danach aber eingeschläfert werden.

Offenbar sollte es eine lange Wanderung werden – vier Wochen lang – auf dem Schwäbischen Wanderweg. Das hatte sich eine Frau vorgenommen. Sie war mit ihren beiden Eseln unterwegs. In der ersten Woche ging alles gut. Dann passierte das Unglück.

Am Dienstag stürzten die beiden Tiere nahe Albstadt (Zollernalbkreis) einen steilen Abhang hinunter. Ein Esel sei zunächst an einem Steilhang ausgerutscht, erklärte Michael Adam, Feuerwehr-Einsatzleiter, dem SWR. Das Tier sei gestürzt und habe den anderen Esel mit in die Tiefe gezogen. Beide Tiere waren mit einem Seil verbunden. Die Besitzerin forderte Hilfe an.

Ohne Förster hätte man die verunglückten Esel wohl nicht gefunden

Die Feuerwehr hatte zunächst wenig Hoffnung, die Tiere in dem unwegsamen Wald zu finden. „Die Frau war mit den Tieren auf einem sehr schmalen und zugewachsenen Weg unterwegs, da wären wir nie reingefahren“, sagte Adam. Doch zufällig war ein ortskundiger Förster in der Nähe. Er kannte die Stelle, die die Wanderin beschrieben hatte und lotste die Retter dort hin.

Drei retter der Feuerwehr kümmern sich auf einer Waldlichtung um zwei abgestürzte Esel. Ein Tier liegt am Boden, das andere steht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Feuerwehr Albstadt | -)
Gut im Hintergrund zu erkennen: Der zweite Esel ist mit zwei Taschen bepackt und kann nach dem Absturz stehen und laufen. picture alliance/dpa/Feuerwehr Albstadt | -

An der Unglücksstelle angekommen, wurde klar, dass die Rettung nur mit einem Hubschrauber gelingen kann. Die Esel waren auf einer rund 30 Quadratmeter großen Lichtung gelandet. „Das war Glück, denn dadurch konnte dort der Helikopter landen“, erklärte Adam.

Experten aus der Schweiz retteten die abgestürzten Esel nahe Albstadt

Der Helikopter kam aus der Schweiz, an Bord waren auf Tierrettung spezialisierte Experten und Equipment wie Seile, Netze und Karabiner. Die Tiere wurden schließlich in einem Netz mit dem Hubschrauber auf eine Wiese geflogen. Dort folgte dann die traurige Nachricht. Einem Esel ging es sehr schlecht. Das 330 Kilogramm schwere Tier war querschnittsgelähmt und musste schließlich eingeschläfert werden.

Der andere Esel hatte Glück. Er ist mit 270 Kilogramm etwas leichter. Gerettet hat ihn aber offenbar etwas anderes: „An ihm hingen zwei Packtaschen, die wirkten wie Airbags“, so Feuerwehr-Einsatzleiter Adam. Die Rettungsaktion dauerte einige Stunden. Die entstandenen Kosten muss die Tierbesitzerin aus dem Rems-Murr-Kreis bezahlen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 24. Mai, 4:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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