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Wer ein Problem mit der Gesundheit hat, wählt 110. Richtig? Falsch. Die europaweite Notrufnummer 112 sollte sich jeder merken. Am Montag fluteten Dutzende Berufsfeuerwehren und Rettungsdienste Twitter mit Live-Berichten über ihre Arbeit.

Hunderte Notrufe und Rettungseinsätze hautnah: Am Montag twitterten bundesweit 41 Berufsfeuerwehren praktisch live über ihre Arbeit. Zwölf Stunden lang (ab 8 Uhr) machte auch Deutschlands größte Berufsfeuerwehr in Berlin nach eigenen Angaben per Twitter öffentlich, was gerade passiert und mit welchen Problemen man sie konfrontiert.

Auf Twitter konnte man der Aktion unter den Hashtags #TwitterGewitter und #112live der Aktion folgen. In diesem Tweet fassen beispielsweise die Berliner auch gleich mal zusammen, wann genau man 112 und nicht 110 wählt:

Menschen in Lebensgefahr? Es brennt? Gegenstände müssen geborgen werden? Wir retten dich bei einem #Notfall. Und wir bleiben bei dir, bis du in Sicherheit bist. Wir sind die #Feuerwehr 🚒 - der Tausendsassa unter den Blaulichtorganisationen. #112live #berlin112 https://t.co/od4BVoREoF

Die 110 nämlich, die viele automatisch wählen, gilt im Gegensatz dazu dann, wenn man selbst oder jemand anders sich im Zusammenhang mit einer Straftat in einer akuten Gefahrenlage ist.

Der Nachteil: Wer dort wegen eines medizinischen Notfalls anruft, verliert unter Umständen viel Zeit, denn die Polizei verbindet dann erst mal zur 112 weiter. Die 112, die es übrigens schon seit 1991 gibt, funktioniert in ganz Europa, der Türkei, Israel, Russland und sogar einigen afrikanischen Staaten.

Doch zurück auf die Straße. Das berichtete die Hamburger Feuerwehr:

Seit heute 0:00 Uhr, vor dem #TwitterGewitter, sind die Kollegen bereits 144 Einsätze gefahren. Davon 142 rettungsdienstliche Einsätze, ein Feuer und eine technische Hilfeleistung. #112live #Hamburg112 #EinsatzfuerHamburg

Bei vielen ging es live zur Sache. Zum Beispiel bei der Kölner Feuerwehr:

Ein Rettungswagen der Feuer- und Rettungswache Ehrenfeld und der Notarzt der Feuer- und Rettungswache Lindenthal rücken aus zu einem internistischen Notfall in #Köln -Junkersdorf🚑 #Köln112 #112Live #Twittergewitter

In Bad Salzuflen zeigten sich die Retter beim Frühsport:

Erster Frühsport für die hauptamtliche Wachmannschaft in #BadSalzuflen. Rückenschule ist angesagt! Auch unsere Chefs machen natürlich mit :-) #112live #112day #TwitterGewitter #badsalzuflen112 https://t.co/hj9FQARFUt

Und währenddessen meldete Köln schon den nächsten Einsatz:

Ein internistischer Notfall in Rodenkirchen. Der Notarzt der Wache Marienburg rückt gemeinsam mit dem Retungswagen der Feuerwache Rodenkirchen aus. #Köln112 #112Live #Twittergewitter

Aber wie zeitgemäß ist das System noch? Der Präsident der Björn Steiger Stiftung, Pierre-Enric Steiger, hat im SWR gefordert, die Politik müsse jetzt schnell die Übertragung von GPS-Daten bei Notrufen ermöglichen – wer ein Problem hat, wird damit schneller gefunden. Dazu sei eine „Notruf-App“ in Planung, die nun schnell fertiggestellt werden müsse: „Das Bundeswirtschaftsministerium wird eine Ausschreibung für eine ‚Bundesnotfall-App‘ beauftragen, die wir sehr begrüßen“, sagte Steiger.

Und zu guter Letzt schließen wir uns der Bitte an, den Rettern auch eine Chance zu geben: Das heißt, nicht zu früh aufzulegen und ihnen auf den letzten Metern den Weg zu zeigen:

„5. Hinterhof, 7. Stock, Seitenflügel links, bei Tsoutsoulopolus... oder so“? Wenn möglich, schick uns jemanden raus, der sich bemerkbar macht und uns zeigt, wo du bist 👉 #112live #berlin112 #notruf https://t.co/k01gBUiAmp

An vielen Orten dauert es ziemlich lange, bis der Arzt kommt. In einer breit angelegte Recherche hat der SWR im vergangenen Jahr überprüft, wie lange es im Schnitt wo dauert. Hier könnt ihr checken, wie es bei euch vor Ort aussieht.

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