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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Neue Wendung im Tarifstreit: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn am Mittwochabend für gescheitert erklärt. Drohen wieder Streiks?

Die EVG berät jetzt über ihr weiteres Vorgehen. Am frühen Nachmittag meldete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Gewerkschaftskreise: Die Gewerkschaft lässt ihre Mitglieder in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks bei der Bahn entscheiden. Das habe der Vorstand in Berlin beschlossen.

EVG: Tarifverhandlung mit Bahn abgebrochen

Die EVG hatte in den Tarifverhandlungen zwölf Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Deutsche Bahn bot nach eigenen Angaben zuletzt einen „hohen Festbetrag“ sowie einen zusätzlichen Inflationsausgleich von 2.850 Euro netto bei einer Laufzeit von 27 Monaten an. Außerdem habe man strukturelle Verbesserungen in Aussicht gestellt, um die Bahn als Arbeitgeber attraktiver zu machen und das Personal zu binden.

"Die #EVG wirft einen fast fertigen Abschluss weg und setzt kurz vor dem Ziel alles auf Null. Eine Einigung war zum Greifen nah. (...) Die Leidtragenden sind unsere Fahrgäste und unsere Mitarbeitenden", so DB-Personalvorstand Martin Seiler. Mehr unter: https://t.co/7P7Fyzp6tc pic.twitter.com/wKs9ZdbysZ

Der EVG ging das Angebot nicht weit genug: Die Laufzeit von 27 Monaten sei zu lang und die Lohnerhöhungen seien zu niedrig und kämen zu spät.

Die Zentrale Tarifkommission der EVG hat die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Insbesondere Laufzeit, Höhe und Zeitpunkt der Lohnerhöhung wurden abgelehnt. pic.twitter.com/InmrUbKSw1

Fahrgastverband ProBahn kritisiert EVG

Der Fahrgastverband ProBahn kritisiert die EVG. ProBahn-Vorsitzender Detlef Neuß hat gesagt, die EVG wolle sich im Konkurrenzkampf mit der anderen Bahngewerkschaft, GdL, profilieren. Das dürfe aber nicht auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden.

Ende März und Mitte April hatte die EVG mit ihren rund 230.000 Beschäftigten bei 50 Bus- und Bahn-Unternehmen bereits mit bundesweiten Streiks den öffentlichen Nah- und Fernverkehr lahmgelegt. Erst diese Woche hat sich die EVG mit Konkurrenzunternehmen der Deutschen Bahn auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: unter anderem mit Transdev, zu dem auch die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft gehört, und mit Abellio.

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