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Hans Liedtke (Foto: SWR3)
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SPD-Chefin Saskia Esken hat nach eigenen Angaben eine rechtsextreme Morddrohung erhalten. Die E-Mail sei wie schon wie die vorherigen Drohungen an andere prominente Frauen mit „NSU 2.0“ unterschrieben gewesen, sagte Esken im SWR.

Bei „NSU 2.0“ handelt es sich um eine Anspielung auf die rechtsextreme Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die über Jahre hinweg insgesamt zehn Menschen ermordet hatte.

Weitere Frauen bedroht

Der Inhalt der Mail sei „so scheußlich, dass man's gar nicht beschreiben kann“, sagte Esken. Sie erstattete Anzeige. Im Normalfall sei damit aber leider nichts zu erreichen, weil die Täter nicht zu ermitteln seien, sagte die SPD-Vorsitzende.

Drohmails mit dem Absender „NSU 2.0“ hatten zuvor unter anderen die hessische Linken-Fraktionschefin Janine Wissler und die bekannte Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz bekommen.

Zwei Verdächtige freigelassen

Im Fall der Drohmails mit dem Absender „NSU 2.0“ untersucht die Frankfurter Staatsanwaltschaft, ob es Verbindungen nach Hessen gibt. Ein Ehepaar wird verdächtigt, hinter den Drohmails zu stecken. Der Mann – ein ehemaliger bayerischer Polizist – bestreitet die Vorwürfe gegen ihn.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat bestätigt, dass gegen den Mann schon früher ermittelt worden ist – wegen ausländer- und flüchtlingsfeindlicher Äußerungen. Der 63 Jahre alte ehemalige Polizist und seine 55 Jahre alte Ehefrau waren Freitag im bayerischen Landshut festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Da jedoch keine Gründe für einen Haftbefehl vorlagen, wurden sie wieder freigelassen.

Die beiden sollen beleidigende, volksverhetzende und bedrohende E-Mails an Bundestagsabgeordnete und weitere Menschen verschickt haben. „Es geht um sechs Mails, die im Juli verschickt worden sind“, erläuterte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bei der Festnahme durchsuchte die Polizei auch die Wohnung des Ehepaars und beschlagnahmte Datenträger. Die Ermittlungen dauern an, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Disziplinarverfahren gegen Ex-Polizisten eingeleitet

Gegen den Mann ist auch ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. „Auch ein Beamter im Ruhestand darf sich nicht extremistisch betätigen“, teilte Bayerns Innenminister Herrmann mit. Sollte sich der Verdacht gegen den Mann bestätigen, drohten ihm dienstrechtliche Sanktionen bis hin zur Aberkennung des Ruhegehalts, sagte Herrmann. Der ehemalige Polizist sei seit 16 Jahren nicht mehr im Dienst.

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