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Kabarettist Florian Schroeder hat bei der Querdenken-Demo in Stuttgart über Meinungsfreiheit und Diktatur-Vergleiche gesprochen. Bei den Demonstrierenden kam das nach anfänglicher Zustimmung überhaupt nicht gut an. Im Hintergrundvideo erklärt er, wie der Auftritt ablief. Im SWR3-Interview erklärt er, was er erreichen wollte.

Für den Auftritt in Stuttgart musste Schroeder dafür sorgen, dass ihn Sicherheitskräfte schützen. Am Ende hoffte er, dass es auch genug Buh-Rufe gibt – das sei ein Erfolg für ihn, sagte der Kabarettist.

Schroeder: „Ich komme aus dem Mainstream“

Das Video vom Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder wird viel in sozialen Netzwerken geteilt. Am Samstag hielt der 40-Jährige eine etwa 10-minütige Rede zum Thema Meinungsfreiheit.

Am Anfang applaudierten die Teilnehmer der Querdenken-Demo. Schoeder sagte beispielsweise: „Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream.“ Und: „Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit.“

Leben wir in einer Diktatur?

Doch wenig später geht Schroeder auf gängige Vorwürfe von Gegnern der Corona-Maßnahmen ein. Zunächst fragte er das Publikum, ob wir in einer „Corona-Diktatur“ leben würden. Die lautstarke Antwort: „Ja.“ Dem wirft der Kabarettist dann entgegen: „Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen.“ Statt Applaus herrscht nun Stille im Publikum, Buh-Rufe sind zu hören.

Schroeder macht weiter. Er fragt: „Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?“ Die Demonstrierenden rufen „Ja.“ Aber mit dem folgenden Satz haben vermutlich die wenigsten gerechnet – immerhin richtet sich die Querdenken-Demo gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise. Schroeder sagt: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“ Die Stimmung kippt, immer mehr Buh-Rufe sind zu hören.

Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten.

Florian Schroeder

Schroeder: Man muss auch anderen Meinungen zuhören können

Schroeder wollte mit seinem Auftritt testen, ob „die Verfechter der Meinungsfreiheit wirklich mit Meinungsfreiheit umgehen können“, sagte er in der SWR3-Morningshow. Denn dafür müsse man auch andere Meinungen anhören und annehmen. Erst dann könne man widersprechen, so Schroeder.

Kaberettist Florian Schroeder (Foto: Imago, imago images / Future Image)

SWR3-Morningshow Florian Schroeder: Mit Satire Menschen zum Nachdenken anregen

Dauer

Das steckt hinter dem Auftritt in Stuttgart

Die Buh-Rufe aus dem Publikum hatte Schroeder einkalkuliert. Dennoch habe er im „besten Fall“ auch einige Demonstrierende erreicht, „die jetzt vielleicht etwas ins Zweifeln gekommen sind“, sagte er. Sein Ziel sei gewesen, die Menschen zu erreichen, die verunsichert sind und überlegen, ob an den Verschwörungstheorien nicht doch etwas dran ist. Als Satiriker und Komiker sei es gerade in dieser Zeit eine Aufgabe, mit solchen Auftritten etwas Aufklärung zu schaffen, sagte Schroeder.

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