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In Teheran wurde der britische Botschafter für eine kurze Zeit von der iranischen Polizei festgenommen. Der Iran sagt, er habe an einer Anti-Regierungs-Demonstration teilgenommen. Der Botschafter bestreitet das. Der Iran hatte einen Tag zuvor eingeräumt, das ukrainische Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen zu haben.

Iranische Agenturen berichten, der britische Botschafter im Iran, Robert Macaire, habe die Demonstranten zu „radikalen Aktionen“ angestachelt. Großbritannien hat empört reagiert. Außenminister Dominic Raab spricht von einer „ungeheuerlichen Verletzung internationalen Rechts“. Die Festnahme sei grundlos gewesen.

Foreign Secretary @DominicRaab calls brief detention of @HMATehran a “flagrant violation of international law.” Full statement: https://t.co/bcx5dYInUb

Macaire twitterte, er habe sich an „keinen Demonstrationen“ beteiligt. Vielmehr sei er zu einer „Veranstaltung gegangen, die als Trauerwache für die Opfer der Tragödie von Flug PS752 angekündigt war“, fügte er hinzu. Seine Festnahme bezeichnete er als illegal.

Thanks for the many goodwill messages. Can confirm I wasn’t taking part in any demonstrations! Went to an event advertised as a vigil for victims of #PS752 tragedy. Normal to want to pay respects- some of victims were British. I left after 5 mins, when some started chanting.

Revolutionsgarden: Abschuss war Versehen

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Samstag eingeräumt, das ukrainische Passagierflugzeug mit 176 Menschen an Bord versehentlich abgeschossen zu haben. Die Maschine sei für ein „feindliches Flugzeug“ gehalten worden.

Irans Präsident Hassan Ruhani schrieb auf Twitter, sein Land bedaure den Abschuss „zutiefst“.

Die interne Untersuchung der Streitkräfte habe ergeben, dass „wegen menschlichen Versagens abgeschossene Raketen bedauerlicherweise den grauenhaften Absturz des ukrainischen Flugzeugs und den Tod von 176 unschuldigen Menschen verursacht“ hätten. Die Ermittlungen dauerten an. Ruhani sprach von einer „großen Tragödie und einem unentschuldbaren Fehler“.

The Islamic Republic of Iran deeply regrets this disastrous mistake. My thoughts and prayers go to all the mourning families. I offer my sincerest condolences. https://t.co/4dkePxupzm

Iran dementierte einen Raketenabschuss zuerst

Die Boeing 737 der ukrainischen Fluggesellschaft UIA war am Mittwochmorgen in der Nähe von Teheran abgestürzt, alle 176 Insassen wurden getötet. Kurz vor dem Absturz der Maschine hatte der Iran zwei von den US-Streitkräften genutzte Militärstützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen.

Trotz vermehrter Mutmaßungen unter anderem westlicher Regierungschefs in den vergangenen Tagen, dass das Flugzeug versehentlich von einer iranischen Rakete getroffen worden sein könnte, hatte Teheran dies zunächst dementiert. Mehrere Augenzeugen haben offenbar gesehen, dass die Maschine vor dem Absturz gebrannt hatte.

Selenskyj fordert Entschädigung

Der Generalstab der iranischen Armee kündigte an, die Verantwortlichen für den Abschuss umgehend vor ein Militärgericht zu stellen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte den Iran auf, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und Entschädigungen zu zahlen.

Lufthansa streicht vorsorglich alle Flüge von und nach Teheran. Die Einschränkung soll zunächst bis zum 20. Januar gelten, hieß es. Der Konzern begründet das mit „der unklaren Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen“.

Mainzer Doktorandin starb beim Flugzeugunglück

In dem in Teheran verunglückten Flugzeug war auch eine Doktorandin aus Mainz. Das gab das Max-Planck-Institut bekannt. Im Netz hieß es, das Institut für Polymerforschung trauere um eine 29 Jahre alte Kollegin, die „bei einem tragischen Zwischenfall in ihrer Heimatstadt Teheran verstorben ist“.

Frau und Kinder aus NRW tot

Bei den weiteren Opfern, die in Deutschland gelebt hatten, handelt es sich um eine 30-jährige Frau, die in NRW lebte und Asyl in Deutschland beantragt hatte, sowie ihre acht Jahre alte Tochter und ihr fünf Jahre alter Sohn. Sie hatten seit mehreren Jahren bei Soest gelebt, wie der Bürgermeister der Stadt mitteilte.

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