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Zehn Monate lang war das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ festgefroren an einer riesigen Eisscholle durch die Arktis gedriftet. Wissenschaftler konnten so direkt vor Ort über das Klimasystem am Nordpol forschen. Jetzt geht es an die Auswertung.

Am Montagmorgen ist das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ nach einem Jahr im ewigen Eis in den Heimathafen in Bremerhaven eingelaufen. Hinter ihr und ihrer Crew lag eine Reise, die es in dieser Größe und mit einem so enormen wissenschaftlichen Aufwand vorher noch nie gegeben hat.

Forscher und Schiffscrew wurden dreimal getauscht. Insgesamt wechselten sich rund 600 Teilnehmer während der Expedition an Bord der „Polarstern“ ab. Das Gesamtbudget lag bei 140 Millionen Euro. Die Federführung hatte das deutsche Alfred-Wegener-Institut.

Hello #Polarstern 🤗 Welcome home! #welcomePolarstern https://t.co/5ZWJK8l41j

Ein Jahr festgefroren an einer Eisscholle am Nordpol

Die sogenannte Mosaic-Expedition war die erste wissenschaftliche Untersuchung, bei der ein Schiff einen Polarwinter in der Arktis verbrachte, indem es sich dort an einer riesigen Eisscholle festfrieren und mitdriften ließ.

Ein Jahr lang beobachteten Forscher aus 20 Nationen ununterbrochen und aus nächster Nähe, wie sich Klima und Umwelt am Nordpol verhalten. Denn der Nordpol ist einer der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen auf der Erde.

„Haben zugesehen, wie das Eismeer stirbt“

Expeditionsleiter Markus Rex sprach bei der Rückkehr des Schiffs von einem Meilenstein und davon, dass die Grenzen der Arktisforschung verschoben worden seien. „Wir liefern mit ihr die so dringend benötigen Klimadaten und Beobachtungen, die die Menschheit für drängende tiefgreifende politische Entscheidungen zum Klimaschutz benötigt.“

Die Erkenntnisse über den Klimawandel bezeichnete er aber als bedrückend. Das Eis sei am Sterben – die Schicht sei nur noch halb so dick wie vor 40 Jahren.

Die Eindrücke des Expeditionsleiters im Video

Karliczek: Klimawandel größte Herausforderung für Menschheit

Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) lobte den Einsatz der „Polarstern“-Crew und das Engagement der internationalen Mission.

Denn der Klimawandel sei die größte Herausforderung für die Menschheit. Eine Herausforderung, der wir nur gemeinsam begegnen könnten – über die Grenzen von Disziplinen und Nationen hinweg, so Karliczek.

❗Heute kehrt der Forschungseisbrecher #POLARSTERN von der @AWI_de @MOSAiCArctic #Expedition nach #Bremerhaven zurück. BM @AnjaKarliczek heißt die Crew und Forschenden willkommen. Wir übertragen die anschließende Pressekonferenz live auf https://t.co/XQa15MK1zH & hier. https://t.co/tDcOxY3ZHm

Daten vom Nordpol wichtig für künftige Klimamodelle

Mit den neu gesammelten Daten wollen die Forscher klimarelevante Umweltprozesse besser verstehen lernen. Außerdem wollen sie künftige Klimamodelle in Bezug auf die Erderwärmung verbessern. Der Einfluss der Arktis auf die weltweite Erwärmung ist enorm - zwischen allem besteht eine Wechselwirkung: Atmosphäre, Eis, Ozean, Klima.

Bislang fehlen Messdaten und Beobachtungen aus der zentralen Arktis, insbesondere aus dem Winter und Frühling. Diese Lücken sollen die riesigen Datenmengen der Expedition jetzt schließen. Die verschiedenen Auswertungen werden Monate und Jahre dauern.

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