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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Das ist doch mal ein nobler Grund, das Samstagsspiel zu verpassen: Der junge Innenverteidiger will helfen, ein Leben zu retten – sein Verein spielt mit.

SWR3 Posting der Woche: Marcel Franke ist der „Man of the Match“

Kristof Kien (Foto: SWR3)
Kristof Kien

Im Posting der Woche richtet ein Redaktionsmitglied einen Brief an eine Person, die in der Woche besonders aufgefallen ist und schreibt darin über die eigene Meinung zum Thema. SWR3-Redakteur Kristof Kien findet die Entscheidung von Marcel Franke echt stark, und schreibt ihm deshalb:

Lieber Marcel Franke,

Sie werden heute Nachmittag keine einzige Minute kicken – und trotzdem sind Sie der „Man of the Match“. Sie sind eigentlich Stammspieler und für Ihr Team ist es ein wichtiges Spiel – gegen den Tabellenzweiten Darmstadt. Der KSC lauert auf Platz sechs. Ein Heimspiel vor den eigenen Fans – immer was Besonderes! Aber Sie haben gesagt: Ich spiele heute nicht, es gibt wichtigeres im Leben. Es sei ein gutes Gefühl, jemandem hoffentlich das Leben retten zu können, sagen Sie. Da verzichten Sie selbstverständlich auch mal auf ein Spiel. Sie, lieber Marcel Franke, haben vorgestern Stammzellen gespendet und damit möglicherweise jemanden mit Blutkrebs das Leben gerettet. Jemand, den sie gar nicht kennen. So eine Stammzellen-Spende ist eine aufwändige Sache – da kann man nicht zwei Tage später in einem Zweitliga-Spiel wieder Bälle in der Verteidigung weggrätschen. Sie werden noch ein paar Tage brauchen, um wieder komplett fit zu sein. Aber was ist das schon im Vergleich dazu, dass Sie einem todkranken Menschen eine neue Lebenschance gegeben haben.

Was Sie gemacht haben, imponiert mir – und wahrscheinlich auch vielen anderen. Es gibt wichtigeres im Leben– das sagt sich immer so leicht und einfach. Das dann aber auch konsequent durchzuziehen, das ist noch mal eine ganz andere Sache. Sie haben es durchgezogen und dabei gezeigt, wie einfach es sein kann, anderen Menschen zu helfen – und das als Profi-Fußballer in einem Geschäft, das oft so verbissen und knallhart wirkt – wo nur Leistung zählt und nichts anderes. Deshalb ragen Sie, lieber Marcel Franke, mit Ihrer Geschichte für mich noch mehr heraus.

Alles Gute und viele Grüße,
Ihr Kristof Kien

Stammzellen-Spenden sind oft die letzte Rettung, wenn Menschen beispielsweise schwer an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt sind. Doch auch bei bestimmten Immunschwächekrankheiten und anderen Leiden kommen sie zum Einsatz.

Franke registrierte sich schon vor Jahren bei der DKMS-Datenbank

Jetzt muss Fußball-Zweitligist Karlsruher SC aus einem sehr guten Grund auf Profi Marcel Franke verzichten: Der 29 Jahre alte Innenverteidiger fehlt am Samstag im Punktspiel gegen Darmstadt 98, weil er am Donnerstag Stammzellen spendet und die Aussicht hat, damit ein Leben zu retten. Er registrierte und typisierte sich schon in seiner Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth (2015 bis 2017) bei der DKMS. Jetzt macht es sich bezahlt:

Vor drei Monaten kam ein Anruf, dass ich im engeren Kreis für eine potenzielle Stammzellenspende bin. Die Wahrscheinlichkeit war eigentlich sehr gering, dass ich der passende Spender bin. Aber drei Wochen später kam der Anruf, dass ich doch perfekt übereinstimme.

Die hoffentlich rettende Stammzellen-Spende: „Es ist ein gutes Gefühl“

Anschließend habe Franke das Gespräch mit Sport-Geschäftsführer Oliver Kreuzer und dem Trainerteam um Chefcoach Christian Eichner gesucht. „Es war uns allen klar, dass wir das auf jeden Fall machen. Es ist ein gutes Gefühl, jemandem hoffentlich das Leben retten zu können“, sagte Franke:

„Da verzichte ich selbstverständlich auch mal auf ein Spiel.“ Seit Montag trainiert der Abwehrspieler dosiert, am Donnerstag soll die Spende erfolgen. „Ich möchte Anfang nächster Woche aber wieder mittrainieren“, sagte Franke.

„Leukämie? Ich mit 34? Fuck!“, das war der erste Gedanke von Max Lotter nach seiner Krebsdiagnose. Im April 2021 wurde...Posted by SWR3 on Sunday, September 18, 2022

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Der SID (Sport-Informations-Dienst) ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, Reuters, AFP und AP.

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