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Unter dem Motto "Dein Jahr für Deutschland" haben heute 325 junge Frauen und Männer ihren Dienst angetreten. Sie werden für den sogenannten „Heimatschutz“ ausgebildet und sollen in Deutschland da helfen, wo es klemmt.

Ob bei Hochwasser, Schneekatastrophen, der Corona-Krise, in Altersheimen oder großen Unfällen: Immer da, wo rasch Hilfe gebraucht wird, sollen die neuen Freiwilligen in Zukunft tatkräftig und schnell zur Stelle sein.

Freiwilliger Wehrdienst – Eine Mischung aus „Kämpfen und Helfen“

In einem Werbevideo sieht man Rekrutinnen und Rekruten mit Sturmgewehr durch Sträucher pirschen – und danach wie sie Corona-Rachenabstriche nehmen. Der Freiwilligendienst solle jungen Menschen die Möglichkeit geben, „sich in einer sehr flexiblen Art und Weise für Deutschland einsetzen zu können“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Berlin.

Heimat ist mehr als ein Ort. Heimat trägt man im Herzen - betont Verteidigungsministerin @akk in der Bundespressekonferenz zum neuen Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz. "Es wird Zeit, den Begriff Heimat wieder in die demokratische Mitte zu holen." #DeinJahrFürDeutschland https://t.co/NXM8ugHyqw

Das Angebot ist laut Ministerium gedacht für die Zeit vor dem Studienbeginn oder der Ausbildung gedacht, während einer beruflichen Veränderung oder während einer selbst gewählten Auszeit.

Sieben Monate Ausbildung bei der Bundeswehr – kein Auslandseinsatz

1.000 Plätze gab es dieses Jahr zu vergeben, 9.000 Interessierte hatten sich beworben, so das Verteidigungsministerium. 20 Prozent davon seien Frauen. Die Neuen, die nun an insgesamt 13 Standorten ihren Dienst beginnen, starten zunächst eine dreimonatige militärische Grundausbildung, wie sie andere Soldatinnen und Soldaten auch erhalten.

Sie lernen Objektschutz, Brandschutz und Sanitätswesen

Nach den drei Monaten kommt dann eine Spezial-Grundausbildung, die besonders für den Heimatschutz befähigt, erklärt der Kommandeur der Streitkräftebasis, General-Leutnant Martin Schelleis. Diese Grundausbildung dauert weitere vier Monate. In der Spezialausbildung lernen die Frauen und Männer vor allem Objektschutz. Heißt konkret: das Sichern von bedeutenden Gebäuden, von Lagerstätten oder von Brücken. Aber auch in den Bereichen Brandschutz und Sanitätswesen werden die Rekruten ausgebildet. Nach den sieben Ausbildungsmonaten wird dann „heimatnah“ über sechs Jahre insgesamt fünf Monate Dienst abgeleistet.

Bei der Grundausbildung, zu der ein Monat Urlaub gehört, bekommt man monatlich 1.550 Euro. Danach steht man der Reserve zur Verfügung.

Kramp-Karrenbauer verteidigt den Begriff „Heimatschutz“

Kramp-Karrenbauer wies Kritik an der Bezeichnung des neuen Dienstes zurück. Der Begriff "Heimatschutz" sei bewusst gewählt worden, sagte sie. Es sei ein Fehler gewesen, den Begriff Heimat einfach den Rechten in diesem Land zu überlassen, die damit auch einen Missbrauch betreiben, sagte sie.

Kritik der Caritas: „Schnupperkurs für die Bundeswehr“

Einige Wohlfahrtsverbände kritisieren das Projekt. Dr. Peter Neher, Präsident der Caritas, sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, dass Freiwilligendienste das Vorrecht der Zivilgesellschaft seien, und nicht des Staates.

«Die Bundeswehr sollte es als das bezeichnen, was es ist: Es ist eine Art Schnupperkurs für die Bundeswehr»

"#Freiwilligendienst im #Heimatschutz" startet – Der Schnupperkurs für die #Bundeswehr ist ungerecht! Während unsere Freiwilligen im #BFD oder #FSJ 426 € Taschengeld für die Arbeit in soz. Einsatzstellen bekommen, gibt's bei der Bundeswehr 1.400€ + #freieFahrt. (1/2)

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 22. Januar, 10:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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