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Fridays for Future ist weltweit auf die Straßen gegangen. Greta Thunberg trat in Berlin auf und rechnete mit der Regierung ab.

„Ihr müsst wählen gehen, aber das ist nicht genug“, rief die Gründerin der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg, tausenden Menschen vor dem Reichstagsgebäude zu. „Wir wollen Änderung, wir fordern Änderung, wir sind Änderung.“ Thunberg warf Deutschland vor, weltweit der viertgrößte CO2-Emittent zu sein und nannte Deutschland einen der größten „Klima-Schurken“.

Hier seht ihr Auszüge der Rede von Greta Thunberg:

„We are the change“,🌎 #KlimaAktivistin @gretathunberg mahnt: "Deutschland ist objektiv einer der größten Übeltäter“. Es werde nicht nur unseren Kindern die Zukunft geklaut, viele verlieren jetzt schon ihre Gegenwart. Dieses System löst die #Klimakrise nicht. #fridaysforfuture https://t.co/48goERPHri

Wir wollen die gute Stimmung ja nicht zerstören – aber wir bestreiken heute DEINE Regierung, Olaf. https://t.co/tIQZhbU7IR

Luisa Neubauer ist das deutsche Gesicht der Klimabewegung - sie trat mit Greta Thunberg in Berlin auf.

Incredible 100k people on the streets in Berlin today! I’m lost for words. Power to the people. #UprootheSystem https://t.co/LbOGrUEQRL

Tausende Menschen demonstrieren in Berlin

Zwei Tage vor der Bundestagswahl forderte die Bewegung Fridays for Future bei der Demonstration durch das Regierungsviertel in Berlin von Politik und Parteien, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten und den Ausstieg aus der Kohle bis 2030 umzusetzen. „Leere Worte“ müssten endlich in „konkrete Taten“ umgesetzt werden, um die Zukunft der kommenden Generationen zu schützen, hieß es.

Insgesamt waren für Freitag rund um den Globus 1.500 Veranstaltungen geplant, in Deutschland laut Veranstalter allein an mehr als 470 Orten.

Zehntausende waren auch bei Klimaprotesten im Südwesten auf der Straße

Baden-Württemberg

In ganz Baden-Württemberg nahmen zehntausende Personen teil. So lief der Tag in Freiburg:

12:20 | #AlleFürsKlima Freiburg, ihr seid der Wahnsinn: Wir sind so viele! 💥 https://t.co/pJm6VFPA9K

In Stuttgart zogen laut Polizei mehrere Tausend durch die Innenstadt. Die Veranstalter sprachen von 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In Ulm waren laut Veranstalter 3.000 Menschen auf der Straße. Weitere Demonstrationen gab es in Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg, Konstanz und Reutlingen. Fridays for Future sprach am Abend von etwa 90 000 Teilnehmern in Baden-Württemberg.

Rheinland-Pfalz

Allein in Mainz hatten sich rund 1.000 Menschen auf der Straße versammelt. Sie zogen durch die Mainzer Innenstadt und legten teilweise den Verkehr lahm.

In Koblenz waren die Veranstalter von der großen Resonanz überrascht. Sie hatten mit 400 Teilnehmern an den Fridays-for-Future-Protesten gerechnet, aber es seien dann bis zu 1.800 Demonstrantinnen und Demonstranten gekommen.

In Trier waren es laut Veranstalter mehr als 400 Menschen. Nach der Kundgebung auf dem Domfreihof zogen die Aktivsten durch die Innenstadt.

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Klimaproteste auch im Flutkatastrophen-Gebiet

Auch in der von der Hochwasserkatastrophe stark betroffenen Stadt Sinzig hatte am Nachmittag eine Veranstaltung unter dem Motto "Alle fürs Klima" begonnen. Organisiert wurde sie von der Initiative "Sinzig4Future“. Mit Blick auf die Flutkatastrophe hat die Organisation nach eigenen Angaben mehrere Forderungen aufgestellt - unter anderem an der Ahr mehr Platz zu lassen, natürliche Rückhaltegebiete auszuweisen und und Ölheizungen künftig zu verbieten. Durch zerstörtes Gebiet liefen die Demo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer allerdings aus Rücksicht auf die Opfer nicht.

Insgesamt gab es in über 20 rheinland-pfälzischen Städten Protestaktionen. 

Lehrerverband kritisiert Teilnahme am Aktionstag während der Unterrichtszeit

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern am globalen Klimastreik während der Unterrichtszeit. Man lehne ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen aufgehoben wird, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das gefährde die politische Neutralität des Staates, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei. „Darf man dann auch bei einer Demo gegen den Welthunger, für den Frieden in der Welt, für die Befreiung Palästinas oder gegen 'Überfremdung' schulfrei nehmen?“, fragte Meidinger.

Die Bildungsgewerkschaft GEW in Baden-Württemberg befürwortet hingegen die Klimaproteste. Sie forderte Schülerinnen und Schüler dazu auf, daran teilzunehmen. Von den Schulleitungen verlangt sie im Gegenzug, den Kindern und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. GEW-Landeschefin Monika Stein sagt dazu: „Ich bin davon überzeugt, dass die Schulleitungen konstruktive Lösungen finden, wenn sich Schülerinnen und Schüler an den Streikaktionen beteiligen. Harte Strafen und Bußgelder sind nicht angemessen.

Das grün-geführte Kultusministerium zeigte Verständnis für das Engagement. Allerdings könne der Protest auch am Nachmittag stattfinden, wo er zumeist nicht mit der Schulpflicht kollidiere.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 18. Oktober, 12:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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