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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Bei Strom und Gas tut sich zum Jahreswechsel so einiges. Wieso sich die Preise 2024 verändern und was Experten raten, liest du hier.

Zum Jahresende laufen die Preisbremsen für Strom und Gas aus, die ab einer bestimmten Höhe den Preis für einen Großteil des Verbrauchs deckeln. Das ist aber noch lange nicht alles. Springt hier direkt zu dem Punkt, der für euch relevant ist:

CO2-Abgabe, Netzentgelte, Mehrwertsteuer

Bei fossilen Brennstoffen wird zum 1. Januar 2024 die CO2-Abgabe erhöht. Heizöl, Gas und Sprit werden dann mit 45 Euro pro Tonne CO2 belegt. Unternehmen geben diese Kosten in der Regel an ihre Kunden weiter. Heizöl, Erdgas oder Benzin wird entsprechend teurer. 

Bei Strom steigen die Netzentgelte deutlich – und zwar laut Vergleichsportal Check24 um rund 32 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden bedeute dies jährliche Mehrkosten von 163 Euro.

Und: Ab 1. März fällt die Ermäßigung der Mehrwertsteuer bei Gas und Fernwärme weg. Beides wird dann wieder regulär mit 19 Prozent besteuert statt der vorübergehenden sieben Prozent.

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Preissenkungen bei Strom und Gas angekündigt

Aber: Verbraucher können sich gleichwohl über Preissenkungen bei ihren Anbietern freuen. Denn die Großhandelspreise für Strom und Gas sind inzwischen wieder gesunken – und das wollen Anbieter oft an ihre Kunden weitergeben, darunter auch viele Grundversorger.

So haben sie laut dem Vergleichsportal Verivox zum Jahreswechsel in ihren Grundversorgungs- und Sondertarifen für Strom 600 Preissenkungen um durchschnittlich 13 Prozent angekündigt. Es seien aber auch 83 Erhöhungen von im Schnitt sechs Prozent angekündigt worden.

Auch bei den Gas-Grundversorgern wird es viele Preissenkungen geben: laut Verivox 500 mit einer Absenkung von durchschnittlich 15 Prozent. Gleichwohl seien 56 Erhöhungen von im Schnitt 12 Prozent angekündigt worden.

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Energiepreisbremse für Strom und Gas läuft aus

Die Preisbremsen für Strom und Gas laufen am 31.12. aus – und damit schon drei Monate früher als ursprünglich geplant. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte das kurzfristig Ende November als Folge des Verfassungsgerichtsurteils zum Haushalt angekündigt. Es seien inzwischen überall in Deutschland wieder Strom- und Gastarife verfügbar, die zwar deutlich über den Vorkrisenpreisen lägen, aber meist unter den Preisbremsen, argumentierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in seiner Regierungserklärung.

Das frühzeitige Aus der Energiepreisbremsen wird zahlreiche Menschen in Deutschland betreffen, hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Vergleichsportals Check24 ergeben. So ist beim Strom knapp ein Viertel der Kunden vom Wegfall der Preisbremsen betroffen. Bei den Gaskunden sind es laut Check24 noch 14 Prozent.

Das Vergleichsportal Verivox kommt in einer aktuellen Auswertung zu dem Schluss, dass der Wegfall der Preisbremsen die Energiepreise nur leicht steigen lassen wird. So würden in der Grundversorgung, die momentan oft noch von der Preisbremse gedeckelt wird, die Jahreskosten bei Strom laut Verivox im Schnitt um 5 Euro, bei Gas um durchschnittlich 82 Euro steigen.

Experten: Anbieter für Strom und Gas vergleichen

Verbraucherschützer und Vergleichsportale raten, die eigenen Verträge jetzt zu prüfen und eventuell auch den Anbieter zu wechseln. Vergleichsportale verdienen an diesen Anbieterwechseln allerdings mit. Christina Wallraf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rät:

Die Haushalte sollten nachsehen: Wie viel zahle ich im Moment? Was habe ich für eine Kündigungsfrist? Wie lange läuft mein Vertrag noch?

Wer mit seinem aktuellen Anbieter zufrieden sei, könne sich auch dort nach anderen Tarifen erkundigen und gegebenenfalls in einen günstigeren Tarif wechseln. Neuverträge sollten optimalerweise eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Damit sei man noch flexibel, aber habe auch Planungssicherheit. Bei Bonustarifen sollten Verbraucher schauen, unter welchen Bedingungen der Bonus ausgezahlt werde. Um nicht an einen unseriösen Anbieter zu geraten, lohnt sich eine Internetrecherche, ob es in der Vergangenheit Probleme mit dem Anbieter gab.

Unsere Quellen

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Die Bundesregierung und ihre Ministerien informieren auf ihren Websites über Aktuelles, verschiedene Themen und Gesetze, die sie auf den Weg bringen.

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