Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen schwarze US-Amerikaner rücken in den vergangenen Tagen immer mehr in den Mittelpunkt des US-Präsidentschaftswahlkampfs. Präsident Trump verspricht „Recht und Ordnung“.
Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt
Am Samstag fuhr ein Autokorso von Trump-Fans durch die US-Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon. Im Stadtzentrum stellten sich Protestierende der „Black Lives Matter“-Bewegung den Trump-Anhängern entgegen und es kam zu Gefechten. In der Nacht zum Sonntag wurde dann ein Mann in der Innenstadt erschossen.
Unklar ist, ob und wie die Geschehen zusammenhängen. Die Polizei machte keine genaueren Angaben zur Identität des Toten und äußerte sich auch nicht dazu, wer geschossen haben soll.
Präsident Trump twitterte am Sonntag über das Geschehen und machte in seinen Tweet unter anderem auch Portlands Bürgermeister Ted Wheeler für den Tod des Mannes verantwortlich.
Wheeler: Trump hat Hass und Spaltung geschaffen
Bürgermeister Wheeler griff daraufhin Trump ebenfalls mit scharfen Worten an. „Sie sind es, der Hass und Spaltung geschaffen hat“, sagte er bei einer Pressekonferenz an Trumps Adresse. „Was Amerika braucht, ist, dass Sie gestoppt werden.“
Ähnlich deutlich äußerte sich wenig später Joe Biden, der demokratische Herausforderer bei der US-Präsidentschaftswahl. Biden forderte Trump auf, Gewalt aus jeglicher politischer Richtung zu verurteilen. „Wir dürfen nicht zu einem Land werden, das im Krieg mit sich selbst ist“, erklärte er.
Auch in anderen amerikanischen Städten gehen Menschen aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze seit Wochen auf die Straßen.
Bürgerkriegsähnliche Zustände in Kenosha Zwei Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt in Wisconsin
Als Jacob Blake in sein Auto steigt, schießt ein Polizist offenbar grundlos immer wieder auf ihn. Blake wird womöglich den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen. Derweil finden vor Ort Proteste statt. Weiße Milizionäre sollen in der Nacht auf Demonstranten geschossen haben. Es gibt zwei Tote. mehr...
Trump will nach Kenosha reisen
Präsident Trump will am Dienstag nach Kenosha reisen, um dort auch für „Recht und Ordnung“ zu sorgen. Dort hatte vor einer Woche ein Polizist dem 29-jährigen schwarzen Amerikaner Jacob Blake siebenmal in den Rücken geschossen.
Der Fall löste Proteste aus, bei denen es zwei Nächte in Folge auch Gewalt mit brennenden Gebäuden und Autos gab. In der dritten Nacht erschoss ein 17-Jähriger, der als bewaffneter Zivilist die Straßen patrouillieren wollte, zwei Menschen und verletzte einen weiteren.
Gouverneur bittet Trump: Kommen Sie nicht nach Kenosha
Der demokratische Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, bat Trump in einem Brief, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt, seinen Besuch zu überdenken. In Wisconsin sei man besorgt, was Trumps Anwesenheit für Kenosha und den Staat bedeute. „Ich sorge mich, dass Ihre Anwesenheit die Arbeit, die Spaltung zu überwinden und gemeinsam voranzugehen, nur verzögert“, schrieb Evers.