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Laura Bisch (Foto: SWR3)

Die orange-rote Golden Gate Bridge, das Wahrzeichen der US-Westküstenstadt San Francisco, ist von Weitem zu sehen – und neuerdings ist sie bei starkem Wind auch aus der Ferne zu hören. Anwohner und Brückennutzer finden das nicht so cool.

Von gespenstisch bis engelsgleich, von Sirenengeheul bis Windspiel – so beschreiben Leute den ungewöhnlichen Sound, den die Brücke seit Tagen von sich gibt. Schuld an dem summenden Geräusch ist ein neues Handgeländer.

As much as I would‘ve loved this eerie sound to be aliens coming for us, apparently it’s the installation of new wind resistance railing that has turned the Golden Gate Bridge into a huge instrument that can be heard all around the Bay!Hypnotizing! #goldengatebridge #SanFrancisco https://t.co/DhWEnttp2X

Zur Zeitung San Francisco Chronicle sagte Brückenbezirks-Sprecher Paolo Cosulich-Schwartz, es sei ausgetauscht worden, um die Windfestigkeit der Brücke zu verbessern. Die im vorigen Jahr begonnen Geländerarbeiten sind Teil eines Millionenprojekts, um Fangnetze aus Stahl als Suizid- Schutzvorrichtung anzubringen.

Das Summen kommt nicht ganz überraschend

Schon bei Tests im Windkanal hätte man ein leichtes Summen gehört, sagte der Sprecher. Doch offensichtlich hatten die Planer nicht mit den Reaktionen von Anwohnern und Brückennutzern gerechnet. Denn die wünschen sich nach den ersten starken Winden, die aus westlicher Richtung in die Bucht von San Francisco wehten, die alten, breiteren Streben zurück. In der Behörde trudelten deshalb Kommentare und Beschwerden ein und auch in den sozialen Netzwerken macht das summende Geräusch der Brücke nun die Runde. Ein Twitter-Nutzer schreibt, die Golden Gate Bridge sei nun die weltgrößte Flöte.

the @GGBridge Golden Gate Bridge got some new railings that inadvertently created the world’s largest flute that can be heard for miles. this is a trip. #goldengatebridge https://t.co/lvemeHoSG0

Das Geländer soll dennoch bleiben

Was die Anwohner nicht gerade beruhigen dürfte: Eine nochmalige Änderung des Geländers ist derzeit nicht in Plaung. Der Sprecher sagte dem Sender KCBS dazu:

Es ist neu und es wird eine Weile dauern, bis wir uns alle daran gewöhnen. Es ist ein interessantes neues Element für eine 83-jährige Brücke.

Paolo Cosulich-Schwartz

Bei entnervten Anwohnern mag diese Auslegung wohl dennoch auf taube Ohren stoßen.

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Laura Bisch (Foto: SWR3)

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