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Ein Bericht aus Belgien enthüllt, dass es der Internet-Konzern Google nicht so genau nimmt mit dem Datenschutz. Der Konzern lässt Mitschnitte abhören, die zum Teil sehr private Dinge enthalten.

Google (Foto: picture alliance / dpa)
Das Google-Logo auf dem Google-Campus in Silicon Valley picture alliance / dpa

Wenn Amazon, Google, Apple & Co. zuhause einziehen, dann hören die Konzerne dahinter zu. Mit den Sprachassistenten wie Alexa oder Siri können die Datenkraken fast ungehindert auf das Mikrofon des Gerätes zugreifen – und alles hören, was wir sagen.

Mit „Hey Siri“ oder „Ok, Google“ wird die Spracherkennung im Allgemeinen aktiviert. Dann wissen wir: Alles, was ich jetzt sage, wird an Google, Apple und Co. geschickt und dort verarbeitet. Was wir nicht wissen: Manchmal zeichnen die Geräte auch ohne einen entsprechenden Aufwachbefehl auf.

Google gibt Audiodateien an externe Firmen

Ein Fernsehsender aus Belgien hat herausgefunden, dass Google die aufgezeichneten Daten an externe Firmen weitergibt. Ihre Aufgabe: Alles, was über die Sprecherkennung aufgenommen wurde, muss aufgeschrieben werden. Google will wissen, was wir sagen, was wir tun, was wir wollen, wer wir sind.

Wie viele Sprachaufnahmen zur Auswertung gegeben werden, wollte der Sender VRT wissen. Michiel Sallaets von Google Belgien antwortete: „Sprachexperten analysieren etwa 0,2 Prozent aller Audioaufnahmen, die nicht an persönliche Informationen geknüpft sind.“

Datenschutz spielt keine große Rolle

Diese Aussage konnte VRT widerlegen. Ein Mitarbeiter eines Vertragsunternehmens hat dem Sender 1.000 Mitschnitte zugespielt. Viele der Aufnahmen enthielten so sensible Daten, dass es der Sender geschafft hat, die Urheber zu finden und ihnen die Aufnahmen vorzuspielen.

Google hat mittlerweile auf den Fernsehbericht reagiert: „Wir haben erfahren, dass einer dieser Prüfer gegen unsere Datenschutzrichtlinien verstoßen hat, indem er vertrauliche Audiodaten aus den Niederlanden weitergegeben hat. Unsere Sicherheits- und Datenschutzteams sind involviert und ermitteln bereits. Wir werden entsprechende Maßnahmen ergreifen und eine umfassende Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen durchführen, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt.“

Google gibt mit dieser Aussage zwar zu, dass die Daten an externe Firmen weitergeleitet werden. Der Konzern geht aber nicht darauf ein, dass die Daten überhaupt aufgenommen und ausgewertet werden werden.

Auch Amazon lässt Daten auswerten

Google ist aber nicht der einzige Konzern, der Audiodaten auswerten lässt: Erst im April kam heraus, dass Amazon Aufnahmen aus seinen Smartgeräten durch Mitarbeiter anhören und auswerten lässt. Damit wolle das Unternehmen seine Dienste verbessern, heißt es in einem Statement gegenüber Bloomberg.

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