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Wenn ein geliebter Mensch im Sterben liegt, möchte man ihn noch ein letztes Mal besuchen. Aber was, wenn das wegen Corona nicht geht? Ein australischer Bauer hatte eine herzerwärmende Idee mit Schafen. Vielen Schafen.

Deb Cowdery hat zwei Jahre gegen ihren Krebs angekämpft – und verloren. 400 Kilometer von ihr entfernt: ihr Neffe Ben Jackson. Er hat keine Chance, sie ein letztes Mal zu sehen. Denn in Australien herrschen strenge Corona-Maßnahmen, einige Bundesstaaten dürfen nicht verlassen werden. Seiner, New South Wales, gehört dazu. Er wird ihre Beerdigung verpassen.

Gerade in diesen Covid-Zeiten kann sich niemand auf den Schmerz vorbereiten, den die Grenzschließungen mit sich bringen. Nicht ‚Lebewohl‘ sagen oder da sein zu können, wenn sie geht. Es ist ziemlich schwer.

Zuerst fühlte er sich hilflos. Er wollte seiner geliebten Tante doch irgendwie seine Zuneigung zeigen. Dann kam ihm eine Idee.

Schafe – das weiße Gold Australiens

Ben ist Landwirt in Guyra und besitzt wie viele australische Landwirte: Schafe. Mit ihnen hat er in der Vergangenheit schon „Kunstwerke“ (sheep art, wie er es nennt) per Drohnenaufnahmen erschaffen, wie man auf seinem Instagram-Kanal bestaunen kann.

Nun kreierte er etwas ganz Besonderes: Seine Schafherde formt nach und nach ein riesiges Herz, unterlegt von Bridge over Troubled Water von Simon & Garfunkel. Das war einer der Lieblingssongs seiner Tante, schreibt Ben.

Herz aus Schafen: Wie hat er das nur gemacht?

Die Schafe scheinen ganz von allein genau zu wissen, wo sie hinlaufen müssen. Einen Hütehund oder gar Cowboys, die sie in die richtige Position bugsieren, sieht man nicht. Da überlegt man sich vielleicht: Ist das fake? Ist das computeranimiert?

Nein, es sind wirklich echte Schafe. Und was machen Schafe gerne? Fressen! Ben hat also einfach Futter in Herzform ausgelegt, um sie an die entsprechende Stelle zu locken. Ganz simpel war es dann wohl doch nicht, denn er brauchte einige Anläufe. „Beim ersten Versuch sah es aus wie das K***haufen-Emoji. Und auch wenn mein Tantchen Deb einen guten Sinn für Humor hatte, war das nicht unbedingt das, was ich erreichen wollte“, sagte er dem Guardian.

Die Schafkunst, die beim vierten Mal geklappt hatte, schickte er zu seiner Familie in Brisbane. Dort wurde noch der Song von Simon & Garfunkel unterlegt – und dann konnte der Abschiedsgruß bei Tante Debs Beerdigung gezeigt werden. Da flossen wohl nicht nur bei Ben die Tränen.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 24. September, 07:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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