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Hochwasser in Deutschland: Die Bergungsarbeiten in den schwer getroffenen Regionen in NRW und Rheinland-Pfalz laufen immer noch, nach wie vor werden Menschen vermisst.

SWR3 hält euch auf dem Laufenden: Unwetterwarnungen und Wettervorhersagen im Detail findet ihr hier: SWR3 Wetter. Auf unserer interaktiven Karte könnt ihr außerdem die aktuellen Pegelstände in eurem Ort in Echtzeit sehen.

Sirenen sollen instandgesetzt werden

10.8.2021, 17:59 Uhr – Nach dem misslungenen Warntag 2020 hatte der Bund im Frühjahr 88 Millionen Euro zugesagt, damit in Kommunen Sirenen instandgesetzt oder wieder aufgebaut werden. Das soll nun vorangetrieben werden. Außerdem sollen Menschen in Gefahrenbereichen, die sich in einer entsprechenden Funkzelle mit ihrem Handy aufhalten, künftig per Textnachricht gewarnt werden. Dafür soll ein sogenanntes Cell-Broadcasting-System eingeführt werden. Mobilfunkmasten werden entsprechend „technisch angepasst“, heißt es im Beschluss von Bundesregierung und Länderchefs.

Einigung auf Wiederaufbaufonds von rund 30 Milliarden Euro

10.8.2021, 15:15 Uhr – Bund und Länder haben sich auf einen nationalen Wiederaufbaufonds nach der Flutkatastrophe in Höhe von 30 Milliarden Euro geeinigt. Demnach soll ein nationaler Fonds „Aufbauhilfe 2021“ als Sondervermögen des Bundes mit 30 Milliarden Euro eingerichtet werden.

Die Wiederaufbaumaßnahmen der Länder in Höhe von 28 Milliarden Euro sollen je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden. Die Beteiligung der Länder soll laut Beschlussentwurf über eine Anpassung der Verteilung des Umsatzsteueraufkommens über 30 Jahre erfolgen. Die Differenz von zwei Milliarden Euro ergibt sich aus Schäden an Bundeseinrichtungen: Bei der Hochwasserkatastrophe, die vor allem Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz traf, hatte es auch Schäden etwa an Brücken, Schienenwegen und Autobahnen gegeben.

Behelfsbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist freigegeben

31.7.2021, 15:57 Uhr – Die vom Technischen Hilfswerk gebaute Behelfsbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist freigegeben worden. Damit erhalte die Region einen wichtigen Verkehrs- und Versorgungsweg zurück, sagte die Vizepräsidentin des THW, Lackner. Der Autoverkehr könne die Brücke voraussichtlich ab Montag nutzen, da erst noch die Auffahrten fertiggestellt werden müssten. Das THW hat die Brücke aus vorgefertigten Stahlelementen gebaut. Sie ersetzt die Landgrafenbrücke, die durch die Flutkatastrophe vor zwei Wochen zerstört worden war.

Polizei nennt Details zur Zahl der Toten

31.7.2021, 15:00 Uhr – Die Polizei hat am Samstag Einzelheiten zur Zahl der Toten bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz präzisiert. Bei den 135 Toten, von denen am Freitag die Rede gewesen sei, handele es sich um 134 Opfer aus dem Ahrtal und einen Menschen aus Trier, erklärte Polizeirat Florian Stadtfeld bei der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabs. Aktuell seien rund 5.100 hauptamtliche Helfer in dem Katastrophengebiet eingesetzt. Der Schwerpunkt der Arbeit liege weiter auf der Versorgung der Bevölkerung, dem Reinigen der Straßen und dem Beseitigen von Schäden.

Kreis Ahrweiler: Wurde präzise gewarnt, aber nicht rechtzeitig reagiert?

31.7.2021, 14:22 Uhr – Ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wirft jetzt ein neues Licht auf das Hochwasser, das in der Region Ahrweiler gewütet hat – und lässt den Kreis nicht gerade gut dastehen. Es sei präzise gewarnt, aber nicht rechtzeitig reagiert worden, so der Vorwurf. Hätten Menschenleben gerettet werden können? Eine Rekonstruktion.

Ahrweiler

Zu spät auf Warnungen reagiert? Kreis Ahrweiler nach Flut: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung?

Ein Bericht der FAZ legt nahe, dass der Kreis Ahrweiler präzise vor dem Hochwasser gewarnt wurde und nicht rechtzeitig reagiert hat. Auch die Staatsanwaltschaft prüft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren. Was ist da dran?  mehr...

Kläranlagen im Ahrtal sind weiter beschädigt

31.7.2021, 9:48 Uhr – Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ist weiter unklar, wie belastet die Ahr ist. Denn nach wie vor sind alle Kläranlagen beschädigt. Das Abwasser fließt deshalb ungereinigt und ungeklärt in die Ahr. Fachleute klären momentan mit den Abwasserwerken, ob und wie die Anlagen wieder in Betrieb genommen werden können. Noch ist nicht klar, wie belastet die Ahr ist. Mit der Hochwasserwelle seien auch Kraftstoffe, Chemikalien, Darm- und Coli-Bakterien sowie Giftstoffe in die Ahr gelangt.

Grüne unterstützen FDP-Forderung nach Bundestags-Sondersitzung

31.7.2021, 1:58 Uhr – Die Grünen unterstützen die Forderung der FDP nach einer Sondersitzung des Bundestages zur Hochwasserkatastrophe. Das sagte die parlamentarische Geschäftsführerin Britta Hasselmann. Es müsse zeitnah über einen noch auszugestaltenden Wiederaufbau-Fonds für die betroffenen Menschen und Regionen entschieden werden. Für die Einberufung einer Sondersitzung brauchen Grüne und FDP weitere Fraktionen, die ihr Anliegen befürworten.

Bericht: Landkreis Ahrweiler wurde präzise vor Flut gewarnt

30.7.2021, 20:10 Uhr – Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz verdichten sich die Hinweise, dass der besonders betroffene Landkreis Ahrweiler präzise vor dem Hochwasser gewarnt wurde. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat das zuständige Landesamt für Umwelt die Kreisverwaltung im Laufe des Abends mehrmals auch direkt per E-Mail über die zu erwartenden Wassermassen informiert.

Die Zeitung beruft sich auf einen Sprecher des Landesamts. Um 21.26 Uhr habe die Behörde die Kreisverwaltung direkt darüber informiert, dass ein Pegel der Ahr von 6,90 Meter zu erwarten sei. Trotzdem habe der Kreis erst nach 23 Uhr den Katastrophenfall ausgerufen und eine Teilevakuierung angeordnet. Doch da seien die Wassermassen schon zu hoch gewesen.

Der Landrat des Kreises Bad Neuenahr-Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), hat heute im SWR vor zu schnellen Schuldzuweisungen gewarnt. Für ihn stehe aber schon fest, dass die vorhandenen Warn- und Alarmierungssysteme auf diese Katastrophe im Ahrtal nicht vorbereitet waren.

RLP-Justizminister fordert: Insolvenzantragspflicht in Katastrophengebieten aussetzen

30.7.2021, 17:50 – Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) fordert, dass die Bundesregierung für Firmen in der Katastrophenregion die Insolvenzantrags-Pflicht aussetzt. In einem entsprechenden Brief an das Bundesjustizministerium schreibt er, durch die Flutkatastrophe könnten auch Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, deren Situation zuvor solide gewesen sei. In vielen Fällen werde eine Insolvenz schließlich abgewendet werden können. Die betroffenen Unternehmer bräuchten Zeit.

Soforthilfen: Bund beteiligt sich zunächst mit 400 Millionen Euro

30.7.2021, 16:13 Uhr – Gut zwei Wochen nach der Flutkatastrophe ist die Einigung von Bund und Ländern für die Finanzierung der Soforthilfen perfekt. Der Bund beteiligt sich mit zunächst rund 400 Millionen Euro an den Hilfen für die betroffenen Länder. Das hat das Bundesinnenministerium mitgeteilt. Starkregen hatte vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schwere Überflutungen ausgelöst und Häuser, Straßen und Brücken zerstört. Das Geld ist für die unmittelbare Krisenbewältigung gedacht, etwa um verlorene Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen.

Landkreis Ahrweiler: neue Karte mit Arztpraxen, Apotheken und Betreuungsstellen online

29.7.2021, 18:08 Uhr – Für die Bewohner und Helfer im Kreis Ahrweiler gibt es eine neue Karte im Internet, auf der wichtige Anlaufstellen verzeichnet sind. Wie der Krisenstab mitteilt, sind in der Karte zum Beispiel mobile Arztpraxen, Apotheken, Shuttle-Sammelplätze und Betreuungsstellen verzeichnet. Per Klick auf die Symbole zeigt sich auch die Adresse dieser Stellen.

Grüne fordern milliardenschweren Fonds für Klimafolgen

29.7.2021, 15:24 Uhr – Die Grünen fordern nach der Hochwasserkatastrophe ein Vorsorge-Paket von bis zu 25 Milliarden Euro. Details dazu wurden am Nachmittag vorgestellt, zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet. Man müsse Infrastruktur neu planen und erneuern, erklärte Grünen-Chef Robert Habeck. Städte bräuchten mehr Grün, Flüsse dürften nicht mehr begradigt und Deiche müssten aufgeweitet werden. Umsetzen könnten das nur die Kommunen, das Geld dafür solle aber vom Bund bereitgestellt werden.

Im Entwurf ist außerdem vorgesehen: Für Hausbesitzer soll es unter anderem Steueranreize geben, wenn sie ihre Häuser gegen Starkregen wappnen.

Schweigemoment im Kreis Ahrweiler

29.7.2021, 4:43 Uhr – Im Kreis Ahrweiler haben die Menschen am Abend mit einem Schweigemoment an die Opfer der Flutkatastrophe vor zwei Wochen erinnert. Viele hielten mit den Glockenschlägen um 19:50 Uhr für zehn Minuten inne. Mindestens 134 Menschen sind bei dem Hochwasser gestorben, 73 werden noch vermisst.

Behörden: Flutkatastrophe nicht Ursache für hohe Corona-Inzidenz im Kreis Ahrweiler

28.7.2021, 18:26 Uhr – Die Flutkatastrophe und die laufenden Hilfsaktionen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht Ursache für die aktuell landesweit höchste Corona-Inzidenz im Kreis Ahrweiler. Vielmehr hätten enge, private Kontakte in einem Wohngebiet in Adenau zu Corona-Infektionen geführt und in der Folge zum Großteil der gemeldeten Fälle beigetragen.

Bundesregierung verurteilt Angriffe auf Hochwasser-Helfer

28.7.2021, 14:45 Uhr – Die Bundesregierung hat Angriffe auf Helfer in den Hochwasser-Gebieten scharf verurteilt. Es habe Meldungen gegeben, wonach Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) beschimpft und mit Müll beworfen worden seien. Und dies sei leider nicht der erste vergleichbare Vorfall gewesen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin.

Wir tolerieren keine solchen Angriffe auf Helferinnen und Helfer. Und wir tolerieren auch nicht die Ausnutzung der Lage durch extreme Kräfte.

Die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, hatte am Samstag von derartigen Vorfällen berichtet.

Container-Notfallunterkünfte in Mendig

28.7.2021, 12:44 Uhr – Auf dem Flugplatzgelände in Mendig gibt es jetzt Notfallunterkünfte in Containern. Insgesamt 70 Container seien aufgestellt worden, teilte die Verbandsgemeinde mit. Toiletten und Waschgelegenheiten habe das Rote Kreuz in einem eigenen Sanitärbereich untergebracht. Auch die Verpflegung sei über ein Cateringunternehmen bereits organisiert. Über die Belegung der Container entscheide das Land, hieß es. Noch seien keine Menschen aus den Flutgebieten dorthin verteilt worden.

Nachfrage nach Elementarversicherungen steigt

28.7.2021, 5:23 Uhr – Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verzeichnen Versicherungen ein deutlich höheres Interesse an Elementarschadenversicherungen. Das Tiefdruckgebiet Bernd habe die Nachfrage nach solchen Policen, die bei Naturereignissen wie Hochwasser und Überschwemmungen einspringen, bei Vertriebspartnern spürbar steigen lassen, berichtete etwa die Ergo-Versicherung in Düsseldorf. Die Debeka aus Koblenz erklärte, die Zahl der Anfragen und Anträge zur Absicherung der weiteren Naturgefahren sei seit der Hochwasserkatastrophe deutlich gewachsen. „Bestehende Verträge werden entsprechend erweitert“.

RLP: Zahl der Flut-Todesopfer steigt auf 133

27.7.2021, 22:07 Uhr – Die Zahl der Toten durch die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist auf 133 gestiegen. Das teilte die rheinland-pfälzische Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion mit. Damit ist seit Freitag ein weiteres Todesopfer hinzugekommen. Die Zahl der Vermissten sank gleichzeitig von 74 auf 73. Am Wochenende galten noch 149 Menschen in den Flutgebieten als vermisst. 766 Menschen wurden bei den Hochwassern verletzt.

2,6 Millionen Euro Soforthilfen ausgezahlt

27.7.2021, 21:48 Uhr – Knapp zwei Wochen nach dem Hochwasser im Kreis Ahrweiler sind schon mehr als 2,6 Millionen Euro Hilfsgeld ausgezahlt worden. Das hat die Kreisverwaltung mitgeteilt – sie spricht von allein rund 6.500 Anträgen auf Soforthilfe. Inzwischen sind 132 Menschen tot geborgen worden, 74 werden noch vermisst. Die Telekom ist weiter dabei, das Mobilfunk- und Festnetz wieder aufzubauen.

Rheinland-Pfalz

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Ab sofort können Betroffene der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz Soforthilfe beantragen. Wir zeigen euch, welche Anträge ihr braucht und wo es die gibt.  mehr...

Landrat ruft zu "Schweigemoment" für Flutopfer auf

27.7.2021, 18:33 Uhr – Im Ahrtal hat Landrat Jürgen Pföhler (CDU) die Menschen dazu aufgerufen, gemeinsam für die Betroffenen innezuhalten. Am Mittwoch um 19:50 Uhr soll es einen zehnminütigen „Schweigemoment“ geben.

Die Flutkatastrophe vom 14. Juli habe mit aktuell 132 Toten, vielen Verletzten und unvorstellbaren Zerstörungen „unermessliches Leid über das Ahrtal und den Kreis Ahrweiler gebracht. Alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Ahrweiler werden gebeten, innezuhalten und gemeinsam den Opfern der Flutkatastrophe zu gedenken“. Der Landkreis habe die Kirchen gebeten, den Gedenkmoment mit einem Läuten der Kirchenglocken zu begleiten.

Betrüger leiten Soforthilfe auf ihr Konto um

27.7.2021, 18:12 – Betrüger nutzen offenbar die Situation der Menschen im Hochwasser-Gebiet an der Ahr aus: Wie die Kreisverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler mitteilt, bieten die Täter Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge für die Soforthilfe an. Die Betrüger würden auf den Formularen dann aber ihre eigene Kontonummer eintragen und das Geld selbst kassieren. Pro Haushalt werden bis zu 2.000 Euro für das Notwendigste ausgezahlt.

Trauma-Telefon für Kinder und Jugendliche eingerichtet

27.7.2021, 15:31 Uhr – Die Johanniter Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neuwied bietet ein Trauma-Telefon für Opfer des Hochwassers in der Region an. Die Berater gehen davon aus, dass sich bei einigen betroffenen Kindern und Jugendlichen bald eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln kann. Eltern sollen daher auf ein ungewöhnliches Verhalten ihrer Kinder achten und bereits bei geringem Verdacht Hilfe suchen. Die Psychiater und Therapeuten am Notfalltelefon könnten eine erste Diagnose stellen und wenn nötig einen Therapieplatz in einer Fachklinik vermitteln. Das Notfalltelefon ist von Montag bis Freitag erreichbar unter der Telefonnummer 0261 20 40 42 50.

Aufräumarbeiten in Hochwassergebieten machen Fortschritte

27.7.2021, 8:46 Uhr – In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten gibt es bei den Aufräumarbeiten weitere Fortschritte. Nachdem zwei Tage gezielt Müll und Unrat rausgefahren wurde, zeige sich ein „erstes Vorankommen“, sagte ein Polizeisprecher in Koblenz. Trotzdem würden immer wieder Bereiche entdeckt, wo noch viel zu tun sei. „Das wird noch eine ganze Zeit lang dauern“, sagte der Sprecher. Immer wieder würden beispielsweise Autos gefunden.

Eine Sprecherin der Technischen Einsatzleitung im Kreis Ahrweiler sagte, bis Montagmittag wurden insgesamt 47.000 Tonnen Müll abtransportiert. Die Aufräumarbeiten liefen weiter, das Technische Hilfswerk (THW) und die Bundeswehr seien noch im Einsatz.

Unwetter mit Starkregen in Teilen Deutschlands

26.7.2021, 22:53 Uhr – Heftige Gewitter mit Starkregen haben am Abend in einigen Regionen Deutschlands Schäden verursacht. Im Allgäu in Bayern musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg ausrücken und Keller leerpumpen. Das Ausmaß der Überschwemmungen war zunächst unklar. In Lügde in Nordrhein-Westfalen musste eine Straße gesperrt werden, weil sie mit Schlamm und Geröll bedeckt war. Bei einem schweren Gewitter in Rastatt in Baden-Württemberg wurden vier Menschen durch einen umgefallenen Baum verletzt, einer davon schwer.

RLP verlängert Verkehrsbeschränkungen im Ahrtal

26.7.2021, 20:38 Uhr – In Rheinland-Pfalz hat der Krisenstab die Verkehrsbeschränkungen in Teilen des Ahrtals verlängert. Grund sind die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe. Bis Freitag dürfen nur Anwohner, Einsatzkräfte sowie Beschäftigte der Verwaltungsbehörden und der Müllabfuhr in die Sperrzone fahren. Als Einsatzkräfte gelten auch Mitarbeiter von Unternehmen, die die Versorgung mit Wasser, Strom, Lebensmitteln und Medizin sicherstellen.

500 Millionen Euro Flutschäden im Ahrtal

26.7.2021, 19:05 Uhr – Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat bei den dortigen Unternehmen nach einer Schätzung Sachschäden von mehr als einer halben Milliarde Euro angerichtet. Das haben die Kammern von Industrie, Handel und Handwerk in Koblenz mitgeteilt. Die Schäden entfallen demnach auf Gebäude, Maschinen und Waren. Betroffenen sind laut der Kammern mehr als 1.600 Mitgliedsunternehmen. Bei den meisten handele es sich um Kleingewerbetreibende. Besonders schwer seien das Gastgewerbe und die Hotellerie mit rund 11.000 Betten betroffen. Die Region lebe stark vom Tourismus, erklärte die IHK. Die Finanzlage der Unternehmen, die schon durch die Corona-Situation angespannt sei, habe sich nun weiter verschärft.

Identifizierung der Todesopfer „große Herausforderung“

26.7.2021, 18:56 Uhr – Nach der Hochwasserkatastrophe sind in Rheinland-Pfalz 68 der bislang geborgenen 132 Todesopfer identifiziert. Innenminister Roger Lewentz (SPD) versicherte, die Arbeit erfolge mit größter Rücksicht auf die Würde der Verstorbenen. Dazu kämen bislang unbekannte Probleme: So sei in den zerstörten Wohnhäusern nur mühsam an DNA-Vergleichsmaterial zu kommen. Die Identifizierung der Toten sei teils eine große Herausforderung, da sie nicht mit bloßer Inaugenscheinnahme möglich sei. In vielen Fällen seien ein Zahn- und ein DNA-Abgleich notwendig. Nach Angaben der Landesregierung werden außerdem 74 Vermisstenfälle geprüft.

Überschwemmungen im Allgäu

26.7.2021, 18:41 Uhr – Im Allgäu in Bayern haben heftige Gewitter mit Starkregen am frühen Abend für Überschwemmungen gesorgt. Der Umfang der Überflutungen ist bisher noch nicht absehbar. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken, um Keller auszupumpen. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region Starkregen mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit sowie Hagel und Sturm gewarnt.

Krisenstab: Fortschritte bei Aufräumarbeiten im Ahrtal

26.7.2021, 17:50 Uhr – Der Krisenstab in den zerstörten Gebieten meldet Fortschritte bei der Wiederherstellung der Infrastruktur. Ersatzbrücken würden nach und nach aufgebaut, sagte die Leiterin des Krisenstabs. Auch die Post werde in weiten Teilen wieder zugestellt. RLP-Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat für die Verbandsgemeinde Altenahr Servicebusse angekündigt, die mit Koffern der Bundesdruckerei in die Gemeinden fahren sollen, um etwa neue Ausweise auszustellen. In Altenahr ist auch das Verwaltungsgebäude zerstört worden.

Bund-Länder-Konferenz zu Corona und Flut am 10. August

26.7.2021, 17:00 Uhr – Die Spitzen von Bund und Ländern wollen wohl doch erst am 10. August über eine neue Corona-Strategie und Fluthilfen beraten. Das hat die Nachrichtenagentur Reuters aus Verhandlungskreisen erfahren. Die Idee einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz noch in dieser Woche ist damit vorerst vom Tisch. Einige Bundesländer hatten dafür plädiert.

In einigen Gebieten können die Menschen nicht bestattet werden

26.7.2021, 16:40 Uhr – In den Katastrophengebieten im Kreis Ahrweiler und NRW können momentan keine Bestattungen stattfinden. Bei mehreren Bestattungsinstituten wurden Leichenwagen und Büroräume schwer beschädigt.

Viele der betroffenen Fahrzeuge standen etwa bei den verheerenden Fluten in Garagen der Bestattungsinstitute und seien dann mit Wasser vollgelaufen, sagte ein Sprecher des Bestatterverbands Nordrhein-Westfalen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Probleme mit Bestattungen im Kreis Ahrweiler

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Seehofer im Innenaussschuss: Katastrophenschutz soll bei Ländern bleiben

26.7.2021, 14:15 Uhr – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat angekündigt, die Verantwortung für den Katastrophenschutz nicht zum Bund zu ziehen – bisher liegt sie bei den Ländern. Bei einer Sondersitzung des Innenausschusses sagte Seehofer, die notwendigen Entscheidungen müssten weiter vor Ort getroffen werden. Lediglich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe solle künftig stärker koordinieren.

30 Prozent Urlaubsbuchungen in der Pfalz wegen Hochwassers storniert

26.7.2021, 12:00 Uhr – Weil ganz Rheinland-Pfalz zum Katastrophengebiet erklärt wurde, damit die Feuerwehren leichter mobilisiert werden konnten, entscheiden sich viele Gäste, auf andere Urlaubsziele umzubuchen. Nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) sind in den letzten sieben Tagen in der Pfalz bis zu 30 Prozent der Urlaubsbuchungen storniert worden. Der Präsident des Dehoga-Landesverbandes, Gereon Haumann, spricht von einer Stornierungswelle, die jetzt auch die Pfalz erfasst habe. Ein Hotelbetreiber aus Edenkoben berichtet, viele Gäste würden vermuten, dass auch der Süden des Landes vom Hochwasser betroffen ist.

Mehr als 3.000 Anträge auf Soforthilfe des Landes gestellt

26.7.2021, 11:45 Uhr – Mehr als 3.000 Haushalte in der Katastrophenregion haben bislang einen Antrag auf Soforthilfe des Landes gestellt. Ein Sprecher des Statistischen Landesamts, das die Abwicklung für den Kreis Ahrweiler übernommen hat, kündigte an, dass noch in dieser Woche erste Auszahlungen erfolgen können. Das Landesamt hat zusätzliche Mitarbeiter abgestellt.

Geprüft wird die Plausibilität der Anträge, etwa ob die Adresse im betroffenen Gebiet liegt. Die Soforthilfe des Landes soll akute Notlagen überbrücken. Ausgezahlt werden maximal 3.500 Euro je Haushalt.

Seehofer: Cell Broadcast noch in diesem Jahr?

26.7.2021, 11:15 Uhr – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) äußert sich zuversichtlich, dass das sogenannte Cell Broadcast – also Warnmeldungen an die Bevölkerung per SMS – rasch eingeführt werden könne. „Ich glaube, man kann das in diesem Jahr hinbringen“, sagte Seehofer vor einer Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages. Er wisse um die Bedenken, etwa der Netzbetreiber. „Wenn man will, kann man Berge versetzen – nur nicht die Zuständigkeiten der Länder“, sagte Seehofer.

BM #Seehofer vor #Innenausschuss: „Wir brauchen die Mischung aus allen Informations- & #Warnsystemen. NINA-App, #SMS, #Sirenen, Rundfunk & Fernsehen, Durchsagen durch Feuerwehr & Polizei. In der Sicherheit wie in der Katastrophe ist Vorsorge das Wichtigste.“ https://t.co/MTxYIYIKVv

Lindholz fordert bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern

26.7.2021, 8:20 Uhr – Die Vorsitzende des Innenausschusses, Andrea Lindholz (CSU), hat nach der Flutkatastrophe mit mehr als 170 Toten eine bessere Zusammenarbeit von Bund und Ländern gefordert. „Wir müssen an den Führungsstrukturen etwas ändern, und wir brauchen eine Bund-Länder-Führungsgruppe für solche großen Einsatzlagen“, sagte Lindholz im ZDF Morgenmagazin. Der Katastrophenschutz vor Ort sei gut. „Aber was nicht gut funktioniert, ist die Abstimmung von oben bis zu den Führungsstrukturen.“ Wer sich hinstelle und sagt, unser Katastrophenschutz funktioniere und die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern müsse nicht verändert werden, der handele fahrlässig, sagte Lindholz mit Blick auf die Aussagen von Innenminister Horst Seehofer (CSU). Er hatte noch vor kurzem gemeint, der Katastrophenschutz sei Ländersache.

Althusmann: Maßnahmen-Mix bei Katastrophenschutzreform

26.7.2021, 8:13 Uhr – Niedersachsens Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) fordert bei der Reform des Katastrophenschutzes einen Maßnahmen-Mix. „Wir müssen unseren Zivilschutz und die Wege der Warnung der Bevölkerung vor drohenden Gefahren deutlich verstärken“, sagte Althusmann der Zeitung Rheinische Post. Eine effektive Kombination von Sirenen, Lautsprecherdurchsagen, Warn-Apps und einer bundesweiten Cell-Broadcast-Warnung ähnlich einer SMS könne Leben schützen oder gar retten. „Eine Sirene hat den Vorteil, dass sie auch nachts und ohne Funknetz zu hören ist. Von daher – ja, wir sollten die Warnsirenen reaktivieren. Wir alle sollten aber die Signale auch kennen und wieder wissen, was im Falle eines Alarms zu tun ist.

Spiegel: Versiegelung von Flächen begrenzen

26.7.2021, 3:48 Uhr – Die zunehmende Bebauung und Asphaltierung von Böden führt dazu, dass Wasser nur noch schlecht versickern kann und stattdessen schnell abfließt. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne) will daher den Flächenverbrauch begrenzen. Bundesweit werden nach Angaben des Ministeriums jeden Tag 56 Hektar Fläche überbaut. „Ziel muss es sein, die Neuinanspruchnahme von Flächen in Rheinland-Pfalz auf einen Hektar am Tag zu reduzieren“, so Spiegel.

Brinkhaus will bessere Vorbereitung auf künftige Katastrophen

26.7.2021, 3:48 Uhr –Unionsfraktions-Chef Ralph Brinkhaus (CDU) hat sich für eine Aufwertung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ausgesprochen. „Wir hatten bislang eine Behörde mit rund 300 Mitarbeitern, die zu wenig gestalten konnte. Diese Institution muss aufgewertet werden“, sagte er der Schwäbischen Zeitung. Bund, Länder und Kommunen müssten sich besser vernetzen, so Brinkhaus. Denn sicher sei, dass das nächste Großereignis komme - sei es eine Pandemie, eine Dürre oder ein Cyberangriff. Bisher sind Länder und Kommunen für die Bewältigung akuter Katastrophensituationen verantwortlich. Der Innenausschuss des Bundestags kommt heute zu einer Sondersitzung zusammen, um über mögliche Versäumnisse bei der Hochwasserkatastrophe zu sprechen.

Niedersachsen signalisiert Beteiligung am Aufbaufonds

26.7.2021, 2:25 Uhr – Niedersachsen will sich am geplanten Bund-Länder-Aufbaufonds für die Hochwasseropfer beteiligen. Das hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in der Rheinischen Post gesagt. „Niedersachsen hat beim Elbehochwasser 2013 selbst Solidarität von den anderen Bundesländern erfahren. Wir werden unseren Beitrag für einen Aufbaufonds leisten.“ Bei der Ausgestaltung des Aufbaufonds müsse der Bund aber die angespannte Finanzlage der Länder berücksichtigen. Außerdem sprach er sich dafür aus, die Warnsirenen zu reaktivieren. Sirenen hätten den Vorteil, dass sie auch nachts und ohne Funknetz zu hören wären. Eine effektive Kombination von Sirenen, Lautsprecherdurchsagen, Warn-Apps und einer bundesweiten Cell-Broadcast-Warnung - ähnlich einer SMS - könne Leben schützen oder gar retten.

Grüne wollen Grundgesetzänderung bei Katastrophenschutz-Reform

26.7.2021, 0:30 Uhr – Der Bund müsse mehr Verantwortung für den Katastrophenschutz übernehmen, fordert die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. Für eine entsprechende Reform müsse das Grundgesetz geändert werden, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gemeinsam mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will sie heute ein Konzept zur Reform des Katastrophenschutzes vorstellen.

Schon mehr als zwölf Millionen Euro Spenden

25.7.2021, 17:17 Uhr – Auf dem Spendenkonto des Kreises Ahrweiler für die Opfer der Flutkatastrophe sind inzwischen mehr als zwölf Millionen Euro eingegangen. Das teilte Landrat Jürgen Pföhler (CDU) mit. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung habe man bereits in den ersten Tagen rund 2,5 Millionen Euro direkt auszahlen können. Pro Haushalt würden zwischen 1.000 und 2.000 Euro bereitgestellt, so Pföhler.

RLP-Innenminister Lewentz für Überprüfung des Katastrophenschutzes

25.7.2021, 15:36 Uhr – Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat angekündigt, nach der Flutkatastrophe an der Ahr den Katastrophenschutz grundlegend überprüfen zu lassen. Der Rhein-Zeitung sagte er, das Ganze komme auf den Prüfstand. Dazu gehörten beispielsweise die Warn- und Alarmierungssysteme sowie die technische Ausstattung mit sicheren Funksystemen. Etwa für den Fall, dass – wie an der Ahr geschehen – Erdkabel von Fluten weggerissen werden. Außerdem schlägt Lewentz ein länderübergreifendes Katastrophenschutzzentrum vor.

Müll wird abtransportiert

25.7.2021, 15:26 Uhr – Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit heute im großen Stil Müll abtransportiert, unterstützt von Landwirten und Entsorgungsfirmen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilt. Sie untersagte Individualverkehr weitestgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben. Die Müllentsorgung soll nach Angaben der Polizei Koblenz auch der Gefahr von Krankheiten vorbeugen und die weiteren Aufräumarbeiten erleichtern. Freiwillige Helfer dürfen inzwischen wieder zurück in das Krisengebiet. Ein wegen möglicher Unwetter vorübergehend eingestellter Shuttleservice verkehrt der ADD zufolge wieder regelmäßig.

Ahrweiler-Landrat Pföhler: keine Schuldzuweisungen

25.7.2021, 13:42 Uhr – Der Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), hat sich nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal gegen Schuldzuweisungen ausgesprochen. Der Rhein-Zeitung sagte er, diese hälfen überhaupt nicht weiter. Nach seinem Eindruck hätten alle zuständigen Behörden, der Deutsche Wetterdienst, der Hochwassermeldedienst, der Kreis Ahrweiler und alle Katastrophenschutzeinheiten unverzüglich reagiert und die Bevölkerung frühzeitig und zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewarnt. Was sich dann aber entwickelt habe, sei eine Ausnahmesituation gewesen, die es so in der ganzen Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben habe, so Pföhler.

Innenminister für mehr Geld für neue Warnsirenen

25.7.2021, 8:16 Uhr – Mehrere Landesinnenminister fordern vom Bund mehr Geld für neue Warnsirenen im Katastrophenfall. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der Welt am Sonntag, das angekündigte Förderprogramm müsse aufgestockt werden. Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius (SPD) hält die geplante Einmalzahlung von 90 Millionen Euro nur für einen Bruchteil dessen, was wirklich benötigt werde. Ähnlich sieht es der nordrhein-westfälische Amtskollege Herbert Reul (CDU). Nach der Flutkatastrophe waren Vorwürfe laut geworden, die Menschen seien womöglich nicht rechtzeitig gewarnt worden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hatte daraufhin ein 90-Millionen-Euro-Programm des Bundes für die Länder angekündigt.

Der Krisenregion droht neues Unwetter am Sonntagmorgen

25.7.2021, 4:32 Uhr – Am Samstag hat in den Krisengebieten in Rheinland-Pfalz erneut Regen eingesetzt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht von örtlichen Niederschlägen im Bereich von maximal 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter aus, teilte die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begoña Hermann, mit. An der Ahr in Rheinland-Pfalz blieb der befürchtete Starkregen aber bisher aus. Ab Sonntagmorgen könne sich die Wetterlage aber noch verschärfen.

Kein Starkregen an der Ahr Hochwasser-Krisenregion bleibt weiter von neuen Regenfällen verschont

Erleichterung in den Hochwassergebieten: Das vom Unwetter verwüstete Ahrtal in Rheinland-Pfalz ist in der Nacht zu Montag von neuen starken Regenfällen verschont geblieben.  mehr...

EU-Kommission bietet Finanzhilfen an

25.7.2021, 3:23 Uhr – Die EU-Kommission bietet Deutschland Finanzhilfen zur Bewältigung der Flutkatastrophe an. Das berichtet die Welt am Sonntag und beruft sich auf EU-Kommissar Janez Lenarcic. Konkret geht es demnach um den Solidaritätsfonds der Europäischen Union. Antragsberechtigt sei die Regierung. Dann könne ein Teil der Kosten übernommen werden, die bei Notfalleinsätzen und beim Wiederaufbau entstanden seien.

Überschwemmungen in Stuttgarter Innenstadt

25.7.2021, 1:37 Uhr – Regenfälle haben in Stuttgart zu Überschwemmungen in der Innenstadt geführt. Aufgrund eines verstopften Gullys habe am Samstagabend das Regenwasser nicht abfließen können, sagte ein Sprecher der Polizei. Dadurch stand die Schillerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Wasser. Die Straße wurde vorübergehend gesperrt.

Baden-Württemberg

Keine Entwarnung Neue Unwetter und Gewitter in BW erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat eine neue Unwetterwarnung für Montag herausgegeben: Gerechnet werden muss mit schweren Gewittern der Stufe 3 (von 4). Auch am Wochenende hatte es in Teilen Baden-Württembergs kräftig geregnet und gewittert.  mehr...

Nach Flutkatastrophe – Kosten für Straßenreparaturen werden auf 700 Millionen Euro geschätzt

25.7.2021, 1:16 Uhr – Nach der Flutkatastrophe zeichnen sich langwierige Aufräumarbeiten ab. Das berichtet die Bild-Zeitung und beruft sich auf eine Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums. Demnach wird die Instandsetzung der beschädigten oder zerstörten Straßen und Brücken auf rund 700 Millionen Euro geschätzt. Die Sanierung könnte sogar Jahre dauern und es müsse mit langen Sperrungen der Strecken gerechnet werden.

Notunterkünfte im Kreis Ahrweiler aufgebaut

24.7.2021, 23:00 Uhr – Schon seit Stunden regnet es im Hochwasserkatastrophen-Gebiet im Kreis Ahrweiler. Auch für Morgen ist wieder Regen angesagt. Für die Bewohner haben THW, Malteser und Rotes Kreuz eine Notunterkunft eingerichtet, falls sich die Lage verschlimmert. Mehrere große Zelte sind in Grafschaft aufgebaut worden.

Katastrophenlage in NRW erwartet – Risiko: vermüllte Abflüsse

24.7.2021, 15:57 Uhr – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für dieses Wochenende mit keiner neuen Unwetter-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen. Das sagte Diplom-Meteorologin Jacqueline Kerrn am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

In einzelnen, schon von Hochwasser geschädigten Gebieten könne es aber ab dem Abend punktuell zu Problemen kommen, wenn etwa größere Regenmengen Unrat zu den Abflüssen spülten und diese somit verstopften. Auf vielen Straßen liegen noch Berge von Sperrmüll.

Kreis Ahrweiler warnt per Lautsprecher vor neuem Regen

24.7.2021, 14:38 Uhr – Im Kreis Ahrweiler warnen die Behörden Anwohner sowie Helferinnen und Helfer per Lautsprecherdurchsage vor weiteren Regenfällen. Betroffene sollen sich in Sicherheit bringen:

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Samstagnachmittag, vor allem aber zum Abend vor einzelnen, teils kräftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Lokal besteht den Meteorologen zufolge Unwettergefahr durch heftigen Starkregen.

Behörden: Freiwillige Helfer sollen Krisengebiet verlassen

24.7.2021, 13:40 Uhr – Die Katastrophenschutzbehörde von Rheinland-Pfalz fordert freiwillige Helferinnen und Helfer auf, das Krisengebiet vorerst nicht mehr aufzusuchen oder es zu verlassen. In einer Mitteilung heißt es, "aufgrund der starken Niederschläge, der zerstörten Infrastruktur und der extrem unübersichtlichen Verkehrssituation fordern wir alle anreisenden Helferinnen und Helfer auf, das Krisengebiet Ahr in den nächsten Tagen nicht aufzusuchen". Es werden den Angaben nach Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Nur so sei die Durchführung koordinierter Hilfeleistungen möglich.

Die freiwilligen Helfer sollen das #HochwasserAhr Gebiet mit den Shuttle-Bussen verlassen. Nur so ist koordinierte Hilfe möglich!!!! Reisen Sie auch nicht an, die Verkehrssituation ist extrem unübersichtlich! Vielen Dank für das Verständnis.

Landkreis Mayen-Koblenz ruft zu Vorbereitung auf Starkregen auf

24.7.2021, 11:35 Uhr – Der Kreis Mayen-Koblenz ruft seine Bürgerinnen und Bürger auf, für eventuelle Starkregenfälle am Wochenende Vorsorge zu treffen. Da viele Hilfskräfte noch im Einsatz seien, sei es wichtig, dass jeder selbst vorbeugende Maßnahmen ergreife. Dazu gehöre unter anderem, Abflüsse zu kontrollieren, Dachrinnen von Laub und Schmutz zu befreien oder Garagen, Keller und Zufahrten vor Wassereinbruch zu schützen.

Neue Unwetter im Anmarsch: Wie hart kommt es an diesem Wochenende?

24.7.2021, 11:15 Uhr – Klar ist: So schlimm wie vergangenes Wochenende regnet es nicht. Klar ist aber auch: Die Böden können kein Wasser mehr aufnehmen, zudem sind sie aufgeweicht und abfließen kann das Wasser in den Katastrophengebieten auch nicht mehr ohne Weiteres. So drohen erneut vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und nicht zuletzt Erdrutsche. Hier die Lage vor allem in Rheinland-Pfalz:

Erneute Unwetter werden erwartet Das Wetter am Wochenende sorgt für erneute Angst in Hochwassergebieten

Die Prognosen sehen für das Wochenende nicht gut aus: Ein neues Tief sorgt für weitere Unwetter. Gerade in den Hochwassergebieten haben die Menschen genau davor Angst.  mehr...

Doch auch in Baden-Württemberg heißt es aufpassen: Am Samstag brauen sich ab dem späten Nachmittag teils schwere Gewitter im Süden des Landes zusammen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Die Meteorologen rechnen mit schweren Sturmböen bis zu 90 Kilometer pro Stunde. Zudem fallen bis zu drei Zentimeter große Hagelkörner und 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Am Abend können im Süden und Osten des Landes bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter in wenigen Stunden fallen.

Baden-Württemberg

Keine Entwarnung Neue Unwetter und Gewitter in BW erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat eine neue Unwetterwarnung für Montag herausgegeben: Gerechnet werden muss mit schweren Gewittern der Stufe 3 (von 4). Auch am Wochenende hatte es in Teilen Baden-Württembergs kräftig geregnet und gewittert.  mehr...

Polizei bittet erneut: Nicht mehr in Katastrophengebiet reisen

24.7.2021, 11:01 Uhr – Das Polizeipräsidium Koblenz und der Krisenstab appellieren an Helferinnen und Helfer, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. „Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen. Durch die Vielzahl an Helferinnen und Helfer, die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst“, hieß es in einer Pressemitteilung vom Samstag. Insbesondere die Bundesstraße 257 aus Richtung Kreuz Meckenheim sei völlig überlastet.

Eine große Bitte an die unglaubliche Anzahl von Helfern: Bitte verzichtet ab sofort auf die Anreise in das #HochwasserAhr Gebiet. Alle Parkplätze sind voll, die Shuttles ausgelastet. Eure Hilfe wird auch in den nächsten Monaten noch benötigt. Vielen Dank für Euer Verständnis! https://t.co/3hjvjolLHl

Große Baumaschinen, die beispielsweise zum Straßen- und Brückenbau, sowie zum Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet benötigt werden, können den Angaben zufolge ihren Einsatzort nicht erreichen und stehen im Stau. Fahrzeuge für den Abtransport von Müll und Bauschutt sowie Rettungsfahrzeuge kämen ebenfalls nicht durch.

Zu viele private Helfer: Verkehrschaos im Ahrtal

24.7.2021, 10:37 Uhr – Im Kreis Ahrweiler herrscht gerade ein Verkehrschaos, weil nach Polizeiangaben zu viele private Helfer mit dem eigenen Auto kommen. Deshalb seien alle Zufahrten verstopft und es gebe lange Staus. Das behindere auch die Hilfsmaßnahmen im Ahrtal, sagte ein Polizeisprecher dem SWR.

Auf den wenigen noch intakten Straßen kämen die Hilfs- und Rettungskräfte kaum durch. Heute soll etwa Müll aus den Orten an der Ahr abgefahren werden – das sei aber oft nicht möglich, weil die Fahrzeuge der Müllabfuhr nicht durchkommen. Für den Abend und die kommende Nacht sind weitere und örtlich teilweise starke Regenfälle vorhergesagt worden. Dann könnte der Müll an den Straßenrändern und in Ufernähe weggeschwemmt werden und möglicherweise die Kanalisation verstopfen.

Ahrgebiet: Katastrophenschutz gibt Notunterkunft für heutige Unwetter bekannt

24.7.2021, 9:30 Uhr – Die Einsatzleitung in Rheinland-Pfalz hat erneut die Lage abgeschätzt. Und es bleibt dabei: Es bestehe keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind. Dadurch könne es örtlich zu einem erneuten Einlaufen von Wasser in Kellern kommen. Stärker betroffen von dem Starkregen sind demnach die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Auch in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch könnte es zu überfluteten Straßen kommen.

In einer Mitteilung heißt es: „Der Katastrophenschutz bietet allen Einwohnerinnen und Einwohnern des betroffenen Gebietes bei Bedarf eine Unterbringung an. Am Sportplatz in Leimersdorf in der VG Grafschaft wird von Samstag, 10:00 Uhr durchgängig eine Notunterkunft betrieben, die in den nächsten Tagen durchgängig zur Verfügung steht. Es werden Shuttlebusse eingesetzt, Notunterkunft und Bustransfer sind ein kostenloses Angebot des Katastrophenschutzes. Die Abfahrtszeiten der Shuttlebusse können unter www.add.rlp.de abgerufen werden.“

Mehr als 30.000 Tonnen Müll in der Region Trier eingesammelt

24.7.2021, 8:45 Uhr – Der Zweckverband Abfallwirtschaft Trier hat aus den vom Hochwasser betroffenen Gebieten inzwischen mehr als 30.000 Tonnen Müll und Schutt abtransportiert. Das hat eine Sprecherin auf SWR-Anfrage mitgeteilt. Bei dem Müll handele es sich hauptsächlich um zerstörte Möbel, Schutt und Schlamm.

Den Angaben zufolge ist der Müll mit Heizöl und Fäkalien aus den beschädigten Abwasserkanälen und Kläranlagen verschmutzt und muss darum in einer speziellen Deponie gelagert werden.

Angriffe auf THW-Helfer – „Vor allem Querdenken und Prepper dahinter“

24.7.2021, 6:00 Uhr – Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) haben bei ihrem Einsatz in den westdeutschen Flutgebieten mit Frustration und Angriffen zu kämpfen. Das sagte Vize-Präsidentin Sabine Lackner am Morgen in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. „Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden. Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen.“ Dahinter steckten „frustrierte Flutopfer, vor allem aber Menschen aus der Querdenker- und Prepper-Szene, die sich als Betroffene ausgäben und bewusst Stimmung machten“, hieß es in der Sendung.

Bislang habe man wegen verschiedenster Vorfälle noch keine Einsätze abbrechen müssen. „Ich bin unseren Einsatzkräften unendlich dankbar, dass sie recht unerschrocken weitermachen“, betonte Lackner. Psychisch sei die Situation für die vielen ehrenamtlichen THW-Helfer allerdings sehr belastend. Es gebe speziell ausgebildete Teams für die Einsatznachsorge.

Rheinland-Pfalz

Fragwürdige Hochwasser-„Helfer“ „Querdenker“ mobilisieren sich im Katastrophengebiet

Als hätten die Menschen in den überfluteten Regionen nicht schon genug durchzumachen – jetzt mobilisieren sich „Querdenker“ und fahren in das Katastrophengebiet, um zu „helfen“.  mehr...

Deutscher Wetterdienst erwartet neue Unwetter aber größtenteils unter Warnschwelle

24.7.2021, 1:34 Uhr – Nach der Flutkatastrophe in der vergangenen Woche erwartet der Deutsche Wetterdienst heute wieder Unwetter mit Starkregen. Auch die Hochwassergebiet in Nordrein-Westfalen und Rheinland-Pfalz könnten betroffen sein. Die Wassermenge soll aber größtenteils unter der Warnschwelle bleiben. „Ich habe im Augenblick keine Hinweise darauf, dass Wassermengen drohen wie das der Fall gewesen ist“, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Man beobachte die Meldesituation „ganz, ganz aufmerksam“, ergänzte er. Rückzugsmöglichkeiten für die Bevölkerung seien ebenso vorbereitet wie mögliche Lautsprecherdurchsagen für Warnungen. Mit Unwetter muss laut dem Deutschen Wetterdienst auch in Bayern und Baden-Württemberg gerechnet werden.

ARD-Zuschauer und Hörer spenden mehr als 16,5 Mio Euro für Flutopfer

23.7.2021, 23:43 Uhr – Unter dem Motto „Wir halten zusammen“ hat die ARD mit einem Benefiztag Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe gesammelt. Die Aktion mündete in eine Fernsehsendung, die vor Kurzem im Ersten zu Ende ging. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sowie die Hörerinnen und Hörer der ARD haben insgesamt mehr als 16,5 Millionen Euro gespendet. Der Benefiztag wurde gemeinsam mit der Aktion „Deutschland hilft - Bündnis deutscher Hilfsorganisationen“ veranstaltet.

RLP: Über 10 Millionen Euro auf Spendenkonto der Landesregierung eingegangen

23.7.2021, 23:21 Uhr – Auf dem Spendenkonto der Landesregierung sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums (Stand: 17 Uhr) mittlerweile über 10,3 Millionen Euro von bislang 60.000 Spendern eingegangen. Die Flut in der vergangenen Woche hat mindestens 467 Gebäude mitgerissen, darunter mindestens 192 Wohnhäuser. Von den 4.200 Gebäuden entlang der Ahr sind geschätzt mehr als 3.000, also mehr als 70 Prozent aller Gebäude, beschädigt worden. Mindestens 17.000 Menschen haben ihr Hab und Gut verloren.

Baerbock schlägt Hochwasser-Vorsorgefonds vor

23.7.2021, 22:35 Uhr – Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, schlägt einen Hochwasser-Vorsorgefonds für Kommunen vor. Die von der Bundesregierung beschlossene Soforthilfe über 400 Millionen Euro sei richtig, aber nicht genug, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für viele Menschen sei das Häuschen ihre Altersvorsorge und die müsse besser geschützt werden. Hausbesitzer sollten deswegen Maßnahmen gegen Extremwetter von der Steuer absetzen können oder KfW-Kredite bekommen, sagt Baerbock.

„Cell Broadcast“: Künftig soll auch mit SMS gewarnt werden

23.7.2021, 18:17 Uhr – Seit Jahrzehnten ist es technisch möglich, nun ist auch der politische Wille da: Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio, er habe die Einführung des „Cell-Broadcast“ in Auftrag gegeben. Das Warnsystem ermöglicht das Verschicken von Textnachrichten an alle in einer Funkzelle eingewählten Handys, und zwar ohne Kenntnis von Telefonnummern. „Cell-Broadcast“ könnte dann also genutzt werden, um etwa Bürgerinnen und Bürger in Hochwasser-Risikogebieten vor Starkregen und Überflutungen zu warnen.

5.000 Euro-Soforthilfe für betroffene Unternehmen in RLP

23.7.2021, 18:00 Uhr – Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz stellt für die von der Flutkatastrophe betroffenen Unternehmen Soforthilfe zur Verfügung, um die Räumung und Reinigung zu unterstützen. Das gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) bekann. Die Höhe der Soforthilfe beträgt 5.000 Euro. Auch Firmen seien in ihrer Existenz bedroht: Ladenlokale, Werkstätten, landwirtschaftliche Betriebsgüter – vieles sei zerstört. Daher habe man heute die Soforthilfen beschlossen. Sie sei „ein erster Schritt, um den Unternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen, unbürokratisch und schnell.“

Fast 500 Gebäude zerstört bei Flutkatastrophe an der Ahr

23.7.2021, 16:20 Uhr – Im Ahrtal wurden bei der Flutkatastrophe mehr als 500 Gebäude komplett zerstört. Das zeigt eine Analyse durch Satellitenbilder, die der SWR ausgewertet hat.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

Mehr als 130 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder zeigen annähernd, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.  mehr...

Kirchenglocken läuten in Gedenken an Flut-Opfer

23.7.2021, 13:40 Uhr – Als Zeichen der Solidarität und im Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe sollen am Freitagabend (18.00 Uhr) bundesweit in vielen Kirchen die Glocken läuten, anschließend soll es Andachten geben. Die evangelischen Landeskirchen haben gemeinsam mit katholischen Bistümern dazu aufgerufen. Beeindruckt zeigten sich Vertreter der Kirchen von der großen Hilfsbereitschaft. Es seien unzählige Engagierte aus den Gemeinden an Hilfsaktionen beteiligt. Auch viele Notfallseelsorger seien seit der vergangenen Woche im Einsatz.

Trinkwasser sollte in mehreren Gemeinden abgekocht werden

23.7.2021, 12:17 Uhr – Im Kreis Ahrweiler sollte das Leitungswasser in mehreren Gemeinden abgekocht werden. Eine Sprecherin der Stadt Remsgen sagte dem SWR, es gehe um Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenahr und Adenau.

Auch in Nordrhein-Westfalen gilt ein Abkochgebot in der Stadt Stolberg bei Aachen. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Situation sei kritisch, Bürgerinnen und Bürger sollten Trinkwasser vor dem Gebrauch abkochen. Zur Sicherstellung der Versorgung seien in allen Ortsteilen Trinkwasserbehälter aufgestellt worden, wo sich die Betroffenen bedienen könnten.

Umweltministerium NRW richtet Koordinierungsstelle „Abfallentsorgung“ ein

23.7.2021, 11:00 Uhr – Wegen der großen Müllmengen durch die Flut hat das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen eine Koordinierungsstelle „Abfallentsorgung“ eingerichtet. Die Kommunen sollen dabei bei der Organisation der Abfallsentsorgung unterstützt werden.

Feuerwehr RLP bereitet sich auf nächste Unwetter vor

23.7.2021, 10:15 Uhr – Die Feuerwehr in Rheinland-Pfalz bereitet sich auf das nächste Unwetter vor. Man blicke mit Sorge auf den für das Wochenende angekündigten erneuten Starkregen, der auch die vom letzten Hochwasser in Mitleidenschaft gezogenen Gebiete treffen könnte, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer. Die Planer im Einsatzgebiet seien dabei, entsprechend vorzusorgen. Im Moment werde gerade massiv schweres Gerät ins Einsatzgebiet geschickt. Prognostiziert seien derzeit etwa ein Viertel der Regenmengen, die zuletzt gefallen waren. „Das kann hier und da schon nicht unproblematisch sein, weil es wieder über die Ufer gehen kann.

Erneute Unwetter werden erwartet Das Wetter am Wochenende sorgt für erneute Angst in Hochwassergebieten

Die Prognosen sehen für das Wochenende nicht gut aus: Ein neues Tief sorgt für weitere Unwetter. Gerade in den Hochwassergebieten haben die Menschen genau davor Angst.  mehr...

Bundesamt: Cell Broadcast ab Sommer 2022 einsatzbereit

23.7.2021, 8:49 Uhr – Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird voraussichtlich ab dem Sommer 2022 mit dem vielfach geforderten Warnsystem Cell Broadcast arbeiten können. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf Regierungskreise. Cell Broadcast solle „bis Mitte nächsten Jahres einsetzbar“ sein. Dass das System kommt, ist dem Bericht zufolge sicher. Das geplante Alarmsystem über Textnachrichten auf den Mobilfunkgeräten werde schneller installiert sein, als ein flächendeckendes Netz mit analogen Sirenen wieder hergestellt werden könne.

Bahn beziffert Flut-Schäden auf 1,3 Milliarden Euro

23.7.2021, 8:19 Uhr – Die Flutkatastrophe hat bei der Deutschen Bahn nach einer ersten Schätzung Schäden in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro verursacht. „Wir stehen vor einem gewaltigen Kraftakt“, sagte der Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB Netz AG, Volker Hentschel. „In dieser Dimension wurde unsere Infrastruktur noch nie auf einen Schlag zerstört.“ Besonders gravierend seien die Schäden an über 50 Brücken. Die Fluten hätten auch Stationen und Haltepunkte sowie die Technik stark in Mitleidenschaft gezogen. 180 Bahnübergänge, knapp 40 Stellwerke, mehr als 1000 Oberleitungs- und Signalmasten, Energieanlagen sowie Aufzüge und Beleuchtungsanlagen in den Bahnhöfen seien betroffen. „Unser Ziel ist es, dass wir etwa 80 Prozent der beschädigten Infrastruktur bis Jahresende wieder auf Vordermann bringen können“, sagte er. Die Flutkatastrophe hatte vor allem Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz getroffen.

Von den Unwetterfolgen sind Gleise auf einer Länge von rund 600 km betroffen. In den besonders betroffenen Gebieten konnten wir viele Schäden oftmals behelfsmäßig reparieren. Weitere Arbeiten stehen an. Informationen zur aktuellen Verkehrslage gibt's hier: https://t.co/d4KMyRVBRd https://t.co/EaJ4jnixxU

Versicherer fordern mehr Unwetter-Vorsorge

23.7.2021, 7:44 Uhr – Die Versicherer fordern mehr Prävention gegen Unwetterkatastrophen. Neben der Entsiegelung von Flächen gehe es auch um ein Bebauungsverbot in extrem hochwassergefährdeten Gebieten, sagt der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Versicherer, Jörg Asmussen, im Deutschlandfunk. Asmussen sagte, zu wenige Menschen würden ihr Haus gegen Sturm, Hagel und Hochwasser versichern. In Deutschland könnten 99 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden versichert werden, tatsächlich versichert seien aber weniger als 50 Prozent. Dabei rede man hier über eine eher geringe Prämie von zumeist nur etwa 100 Euro im Jahr.

Naturkatastrophen der vergangenen 50 Jahre fordern eine Million Menschenleben

23.7.2021, 4:10 Uhr – Durch Naturkatastrophen sind in den vergangenen 50 Jahren mehr als eine Million Menschen ums Leben gekommen. Das hat die Weltwetterorganisation mitgeteilt. Demnach starben durch Dürre rund 650.000 und durch Stürme knapp 580.000 Menschen. Bei Flutkatastrophen seien knapp 59.000 Menschen umgekommen. Den Experten zufolge bleibt keine Region der Erde vom Klimawandel verschont.

Laschet: Müllmengen müssen bundesweit entsorgt werden

23.7.2021, 3:38 Uhr – Die Aufräumarbeiten in den Flutgebieten in Westdeutschland entwickeln sich zu einer bundesweiten Kraftanstrengung. Laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) müssten die Müllmengen auch in anderen Bundesländern entsorgt werden. Die Kapazitäten vor Ort reichten nicht aus. Erschwerend kommen nach Laschets Worten die anhaltenden Probleme bei der Strom- und Telefonversorgung hinzu.

RLP: So funktioniert der Antrag auf Soforthilfe

23.7.2021, 2:47 Uhr – Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat Einzelheiten genannt, wie die Soforthilfe für Privathaushalte in den Flutgebieten beantragt werden kann. Wir erklären euch, wie ihr an die Hilfsgelder kommt.

Rheinland-Pfalz

Bis zu 3.500 Euro Hilfsgelder Nach dem Hochwasser in RLP: So funktioniert der Antrag auf Soforthilfe

Ab sofort können Betroffene der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz Soforthilfe beantragen. Wir zeigen euch, welche Anträge ihr braucht und wo es die gibt.  mehr...

RLP: Kläranlage von Sinzig schwer beschädigt – Abwasser laufen ungefiltert in die Ahr

22.7.2021, 23:25 Uhr – Die Kläranlage in Sinzig ist bei der Flutkatastrophe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: Das Abwasser läuft so gut wie ungefiltert in die Ahr. Keime und Bakterien können sich ungehindert ausbreiten.

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RLP: Noch immer 155 Menschen vermisst

22.7.2021, 23:11 Uhr – Eine Woche nach der Unwetterkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz noch immer 155 Menschen vermisst. Das hat der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) bekannt gegeben. Die Chancen, jetzt noch Lebende zu finden, würden kleiner, so Lewentz. Zur Kritik, die Warnketten hätten bei der Hochwasserkatastrophe nicht funktioniert, sagte der Innenminister, darauf habe er bisher keine Hinweise. Insgesamt sind in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mindestens 175 Menschen durch die Unwetter ums Leben gekommen.

RLP: Flut-Soforthilfe kann auch auf Papier beantragt werden

22.7.2021, 22:58 Uhr – Die Anträge für die Flut-Soforthilfe in Rheinland-Pfalz sollen auch vor Ort in Papierform ausgegeben werden. Das hat Innenminister Roger Lewentz (SPD) mitgeteilt. So sollen auch Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, die keinen Zugang zum Internet haben. Die Anträge können derzeit online heruntergeladen werden. Betroffene aus dem Kreis Ahrweiler finden sie auf den Seiten des Statistischen Landesamts. Alle anderen Betroffenen in Rheinland-Pfalz sollen das BKS Portal des Landes nutzen.

Nina-Warnapp: Katastrophenschützer sehen Kreise und Kommunen in Verantwortung

22.7.2021, 22:45 Uhr – Katastrophen-Schützer haben Mutmaßung zurückgewiesen, dass es während der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands technische Probleme beim Warnsystem gegeben habe. Eine technische Störung habe es nicht gegeben, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK mit. Die Warnapp Nina habe fehlerfrei funktioniert. Sie könne aber nur eine Warnung veröffentlichen, wenn das von den regionalen Behörden in den Kreisen und Kommunen veranlasst werde.

Soforthilfeanträge für Flut-Gebiete ab heute verfügbar

22.7.2021, 17:06 Uhr – Die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal sollen ab heute Soforthilfen beim Land Rheinland-Pfalz beantragen können. Die Formulare dafür sollen laut Innenministerium unter anderem im Internet zur Verfügung stehen. Voraussetzung seien Flutschäden an Wohnraum, Hausrat und Kleidung. Die Kreise und kreisfreien Städte kümmern sich demnach um die Auszahlung.

Nina-Warn-App offenbar nicht einsatzfähig

22.7.2021, 13:55 Uhr – Ausgerechnet in dem vom Hochwasser stark betroffenen Kreis Ahrweiler hat es wohl keine einzige Warnung über die App des Bundes „Nina“ gegeben. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz sagte, Nina war wohl nicht einsatzfähig – warum wisse er nicht. Die App Katwarn scheine funktioniert zu haben.

Deutsches Rotes Kreuz: Wohl monatelang Hilfe an der Ahr nötig

22.7.2021, 13:36 Uhr – Das Deutsche Rote Kreuz rechnet mit einem langen Einsatz im Katastrophengebiet an der Ahr. Man bleibe, solange die Menschen Hilfe nötig hätten, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt bei einem Besuch in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Rund 3.500 Helfer des DRK aus ganz Deutschland seien derzeit in den Hochwasser-Gebieten im Westen Deutschlands im Einsatz. Die DRK-Präsidentin forderte, bundesweit zehn Versorgungslager mit Feldbetten, Decken, Hygieneartikeln, Wasseraufbereitungsanlagen und Stromaggregaten aufzubauen. Die Politik hat bislang zwei solcher Lager beschlossen.

Lewentz: Schulen und Kindergärten zerstört

22.7.2021, 13:17 Uhr – Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat einen Überblick über das bislang bekannte Ausmaß der Schäden in den Hochwassergebieten gegeben. Bei einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen im rheinland-pfälzischen Landtag sagte Lewentz, allein im Kreis Ahrweiler seien mehr als 60 Brücken zerstört. 19 Kindergärten und 14 der 16 Schulen seien unbenutzbar, so Lewentz weiter. Viele Straßen seien immer noch unpassierbar, viele Orte deshalb nur per Hubschrauber erreichbar. Für die Beseitigung dieser Schäden habe niemand eine Blaupause in der Schublade.

Merkel: Hochwasserschutz überdenken

22.7.2021, 12.30 Uhr - Wegen der Erfahrungen bei den Fluten in der Eifel, in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg muss nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vollkommen neu über Hochwasserschutz nachgedacht werden. Die Menschen in den Hochwassergebieten hätten selbst nicht damit gerechnet, dass das Wasser der Ahr so hoch steigen werde.

Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz auf 128 gestiegen

22.7.2021, 10:30 Uhr – Nach der Hochwasserkatastrophe vor einer Woche ist die Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz weiter gestiegen. Nach Angaben der Polizei seien 128 Menschen verstorben, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf der gemeinsamen Sondersitzung des Innen-, Klima und Haushaltsauschusses des Landes. „Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird.“ 155 Menschen gelten derzeit noch als vermisst. Am Mittwoch wurde die Zahl der Todesopfer mit 122 angegeben.

DWD-Vorhersage: Neue Unwetter mit Starkregen am Wochenende möglich

22.7.2021, 9:07 Uhr – Schauerartiger Regen und Gewitter erwarten Rheinland-Pfalz und das Saarland am Wochenende. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wo und ob es zu Unwettern komme, könne derzeit noch nicht genau vorhergesagt werden.

Am Freitag bleibe es zunächst trocken bei Sonnenschein und bis zu 30 Grad. Die Bewölkung ziehe am Samstag auf, so die Meteorologin. Am Mittag gebe es zunächst im Westen schauerartigen Regen, am Nachmittag sei dann das ganze Gebiet betroffen. Auch am Sonntag können sich im Laufe des Tages örtlich Gewitter bilden. Die Temperaturen fallen etwas, auf bis zu 28 Grad am Samstag und maximal 27 Grad am Sonntag. 

Wetter am kommenden Samstag nach derzeitigen Modellberechnungen. Das ruhige Hochdruckwetter endet und ein unbeständiger Wettercharakter übernimmt! Zahlreiche Schauer und Gewitter sind die Folge. /V https://t.co/ZFTwyQ8zrR

GDV-Chef gegen verpflichtende Elementarversicherung

22.7.2021, 8:30 Uhr – Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Jörg Asmussen, ist gegen eine verpflichtende Elementarversicherung. „Eine Pflichtversicherung als einzelnes Instrument ist nicht zielführend“, sagt er im ARD Morgenmagazin. Vielmehr werde ein Gesamtkonzept gebraucht, das dem Klimawandel Rechnung trage und mehr auf Prävention ausgerichtet sei. Asmussen zufolge versichern zu wenige Menschen ihr Haus gegen Sturm, Hagel und Hochwasser. „Wir gehen davon aus, dass in Deutschland 99 Prozent der Gebäude versicherbar sind gegen Elementarschäden. Erreicht haben wir heute 46 Prozent.“ Das müsse erweitert werden.

DIHK rechnet mit Milliardenschäden für Unternehmen

22.7.2021, 5:12 Uhr – Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet angesichts der Flutkatastrophe mit massiven Schäden bei Unternehmen. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte, zwar sei es derzeit noch schwierig, eine genaue Summe zu nennen. „Was man sagen kann: Der Schaden geht insgesamt sicher in die Milliarden.“ Viele Unternehmer stünden vor den Trümmern ihres Lebenswerks, sagte Adrian, der in Trier wohnt. Er selbst habe sich das in mehreren Regionen angeschaut. Der Wiederaufbau werde eine Riesenaufgabe. Ein Problem sei auch hier der Mangel an Fachleuten. „Aktuell brauchen wir vor Ort zum Beispiel viele Elektriker, so viele gibt es aber gar nicht.“ Adrian sprach sich für unbürokratische Hilfen aus. Ein kleiner Mittelständler, der vor seinem zerstörten Betrieb stehe, könne nicht noch zehn Formulare ausfüllen.

Bekommt Deutschland nach dem Hochwasser Hilfe von der EU?

22.7.2021, 3:24 Uhr Wo bleibt die Hilfe aus dem Ausland? Fragen sich gerade manche mit Blick auf das Hochwasser-Katastrophengebiet. Vor allem in den sozialen Medien liest man Sätze wie „wenn wo anders auf dieser Welt was passiert, sind wir Deutschen ja auch immer an vorderster Front beim Geld verteilen! Jetzt muss was zu uns kommen“. Und das tut es auch. Denn genau für solche Fälle gibt es den EU-Solidarfonds. SWR3-Brüssel-Korrespondent Stephan Überbach erklärt, dass es den Fonds seit 2002 gibt. Damals hatte ein schweres Hochwasser in Deutschland, Österreich und Tschechien gewaltige Schäden angerichtet. Wegen der Corona-Pandemie steht er nun auch bei sogenannten „schweren öffentlichen Gesundheitsnotständen“ zur Verfügung. Der Fonds soll vor allem solche Schäden abdecken, für die es keine Versicherung gibt. Zerstörte Energieversorgung, kaputte Wasserleitungen oder Telefonnetze, die Bereitstellung von medizinischer Versorgung oder Maßnahmen zum Schutz des Kulturerbes gehören beispielsweise dazu.

In diesem Jahr stehen rund 600 Millionen Euro bereit, dazu kommt Geld aus dem Vorjahr, das nicht abgerufen wurde. Laut EU wurde der Fonds inzwischen bei 96 Katastrophenfällen in Anspruch genommen. 24 Länder haben insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro bekommen. Der größte Teil davon – rund 3 Milliarden Euro – ist bisher nach Italien geflossen. Deutschland liegt mit Zuschüssen von einer Milliarde auf Platz zwei.

Geld beantragen können alle 27 Mitgliedsstaaten sowie die Länder, mit denen die EU gerade Beitrittsverhandlungen führt. Dafür müssen die Schäden eine bestimmte Grenze übersteigen. Stefan Überbach rechnet vor: „Würde die Bundesregierung zum Beispiel als Folge der Hochwasserkatastrophe einen Schaden von 6 Milliarden Euro melden, könnte sie mit einem Zuschuss von rund 230 Millionen rechnen.“ Die EU-Kommission, das Europaparlament und der Rat der Europäischen Union müssen den Antrag auf die Hilfsgelder aber dann noch überprüfen.

Länder signalisieren Bereitschaft zu Aufbauhilfe für Flutgebiete

22.7.2021, 3:04 Uhr – Mehrere Bundesländer haben ihre Bereitschaft signalisiert, die geplante Aufbauhilfe für die Hochwassergebiete finanziell zu unterstützen. Sachsen-Anhalt werde sich solidarisch an den finanziellen Herausforderungen beteiligen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der Rheinischen Post. Dieselbe Solidarität habe sein Land auch im Jahr 2013 erfahren, so Haseloff. Ähnlich äußerten sich die Länderchefs von Sachsen, Bremen und Thüringen. Das hessische Finanzministerium teilte nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit, dass die Finanzlage der Länder wegen Corona bereits angespannt sei. Nötig sei nun ein Vorschlag des Bundes, der dieser Lage Rechnung trage und eine Überforderung des Landesfinanzen vermeide. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich zurückhaltend und verwies zunächst auf die Soforthilfe. Die Bundesregierung hatte dafür 200 Millionen Euro freigegeben. Dieselbe Summe sollen die betroffenen Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beisteuern.

Nähe zu „Querdenkern“? Jugendamt und Polizei stoppen „Familienzentrum“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler

22.7.2021, 1:30 Uhr – Das Landesjugendamt hat mit der Polizei am Abend das sogenannte Familienzentrum in der Aloisius-Grundschule in Bad Neuenahr-Ahrweiler geschlossen. Dort waren Kinder von Flutopfern betreut worden. Die Behörden untersagten den Organisatoren, Kinder zu betreuen. „Bei aller Not, die vor Ort herrscht, müssen Kinder von qualifiziertem Personal betreut werden“, sagte Detlef Placzek, Präsident des Landesjugendamts. Die Organisatoren des Vereins „Eltern stehen auf“ stehen im Verdacht, der sogenannten Querdenker anzugehören. Politische Akteure aus ihrer Mitte habe man entfernt, sagte ein Sprecher der Gruppe im „Familienzentrum“ dem SWR. Er sei froh darüber, dass das Jugendamt eine Lösung für die Kinder gefunden habe.

Rheinland-Pfalz

Fragwürdige Hochwasser-„Helfer“ „Querdenker“ mobilisieren sich im Katastrophengebiet

Als hätten die Menschen in den überfluteten Regionen nicht schon genug durchzumachen – jetzt mobilisieren sich „Querdenker“ und fahren in das Katastrophengebiet, um zu „helfen“.  mehr...

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Radionachrichten 19. Oktober, 03:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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