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Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmige Wombat-Kacke: Die Elite-Uni Harvard hat Preise für Studien vergeben, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“.

Andreas und Timothy Voss (Foto: Reuters)
Universitätsprofessor Andreas Voss und sein Sohn Timothy aus Nijmegen wurden ausgezeichnet

Normalerweise verkehren an der Harvard-Uni nur die Top-Studenten: Die Elite-Hochschule gilt als eine der besten der Welt. Aber: Die Uni hat auch Humor. Zum 29. Mal sind in der Nacht die Ig-Nobelpreise verliehen worden. Ig ist die Kurzvorm von „Ignoble“, frei übersetzt bedeutet das „unwürdig“.

In einer schrillen Klamauk-Gala mit mehr als 1000 Zuschauern werden die Gewinner jedes Jahr ausgezeichnet. Diesmal stand die Preisverleihung unter dem Oberthema „Gewohnheiten“.

Did you know: The #IgNobel is not merely the greatest honor the scientific community can bestow; it also comes with cold, hard cash in the form of a Ten Trillion Dollar bill. https://t.co/CNsZ8Qgb8E

Laut der Veranstalter soll die Preisverleihung „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Dementsprechend sehen auch die Themen aus, die prämiert werden. Zwischendurch fliegen bei der Preisverleihung auch mal Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Aber: Es sitzen auch echte Nobelpreisträger im Publikum.

2019 #IgNobel prize ceremony! https://t.co/U8e31frmH7

Forscher für Geld-Studie ausgezeichnet

Universitätsprofessor Andreas Voß und sein Sohn Timothy aus Nijmegen wurden zusammen mit ihrem Kollegen Habip Gedik ausgezeichnet. In der Kategorie Wirtschaft untersuchten sie, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet.

I had left #ICPIC2019 for a nice experience. Receiving an Ig Nobel prize together with my son Timothy and Habip Gedik from Turkey. Great evening at Sanders Auditorium Harvard. #IgNobel

„Geldscheine, die sich klebrig oder dreckig anfühlen, müssen nicht verseucht sein“, sagte Timothy Voß in seiner Dankesrede. „Aber der rumänische Leu und der US-Dollar gehörten zu den schlimmsten Währungen. Bei denen können wir euch nur einen Rat geben: Faltet sie zu Papierfliegern und schmeißt sie gleich weg.“

Stimmt, stimmt nicht – gewonnen

Fritz Strack (Foto: Reuters)
Fritz Strack aus Würzburg erforschte, was glücklich macht – oder auch nicht

Forscher Fritz Strack von der Universität Würzburg wurde in der Psychologie ausgezeichnet. Er entdeckte, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten – um dann zu entdecken, dass das doch nicht stimmt. Das fand die Jury preisverdächtig, Strack bedankte sich auf der Bühne mit einem Gedicht.

Wissenschaftler aus Italien und den Niederlanden kümmerten sich um Pizza. In der Kategorie Medizin sammelten sie Beweise, dass der überbackene Teigfladen gegen Krankheiten und Tod schützt – wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die Italienische Ernährungsweise sei sehr gesund: „Aber lasst die Finger weg von der Salami“, sagte Forscher Silvano Gallus.

Ein Kind produziert einen halben Liter Spucke am Tag

Wem das noch nicht kurios genug ist: Wissenschaftler aus Japan wurden in der Kategorie Chemie ausgezeichnet. Sie schätzten, dass ein typisches fünfjähriges Kind jeden Tag etwa einen halben Liter Spucke produziert. Forscher aus Frankreich wurden ausgezeichnet, weil sie Temperatur-Asymmetrien am Hodensack bei nackten und angezogenen Postboten in Frankreich maßen.

Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Großbritannien wurden in der Kategorie Physik für Untersuchungen ausgezeichnet, wie und warum Wombats würfelförmig kacken.

Und wenn das immer noch nicht reicht: Hier sind alle Kategorien und Themen, die bei den Ig-Nobelpreisen in Boston ausgezeichnet wurden.

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