STAND
AUTOR/IN

Das Trümmerfeld im Wald bei Buchen war riesig nach dem Hubschrauberabsturz mit drei Toten. Jetzt heißt es: Der Absturz soll eine technische Ursache gehabt haben.

Zwar ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin „in alle Richtungen“, wie ein Sprecher am Freitag betonte. Allerdings nimmt die Staatsanwaltschaft momentan an, dass eine technische Ursache zum Absturz des Hubschraubers geführt hat. Es gebe jedoch keine objektiven Hinweise auf ein Attentat.

Bei dem Hubschrauberabsturz im Norden Baden-Württembergs waren am 17. Oktober drei Menschen ums Leben gekommen. Das Magazin Focus hatte von Morddrohungen gegen eines der drei Opfer berichtet. Der einmotorige Helikopter vom Typ Robinson R44 mit vier Sitzen war laut Polizei und Staatsanwaltschaft im mittelfränkischen Herzogenaurach gestartet. Kurz vor 13 Uhr stürzte er über einem Wald in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) – nahe der Grenze zu Hessen und Bayern ab.

Trümmerteile des Hubschraubers vom Typ Robinson R44 und Feuerlöscher liegen in einem Wald bei Buchen nahe der Grenze zu Hessen und Bayern. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
Trümmerteile des Hubschraubers vom Typ Robinson R44 und Feuerlöscher liegen in einem Wald bei Buchen nahe der Grenze zu Hessen und Bayern. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Nach Hubschrauberabsturz: Trümmerfeld bei Buchen erstreckte sich über Hunderte Meter

Den Anwesenden bot sich damals ein erschreckendes Bild: „Die Situation ist enorm bedrückend“, sagte der Polizeisprecher damals. „Das Trümmerfeld ist riesig.“ Es erstrecke sich über mehrere Hundert Meter mitten im Wald.

Einige Wrackteile lagen am Boden, andere hingen in den Bäumen. Während die Reste eines Rotorblatts noch zu erkennen waren, erschienen andere Trümmerteile massiv zusammengedrückt. Ein Leichnam wurde gut 50 Meter von der Absturzstelle entfernt entdeckt.

Anwohner in Buchen wurden am frühen Nachmittag am Unglückstag aufgeschreckt

Anwohner hatten ein Feuer in dem Wald bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert. Das Gebiet am Rande der rund 18.000 Einwohner zählenden Stadt wird auch von Joggern, Spaziergängern und Mountainbikern genutzt, ist aber kein klassisches Naherholungsgebiet.

Der Ortskern von Buchen ist einige Kilometer entfernt. Die Polizei sperrte die Absturzstelle weiträumig ab.

Video herunterladen (4,3 MB | MP4)

Ermittler rechnen mit langer Ursachensuche

Schon vor Ort war klar: Die Ermittlungen würden Zeit brauchen. „Das wird schon lange dauern, bis alle Spuren gesichert und ausgewertet sind“, erklärte der Polizeisprecher. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich. Oft brauchen die Ermittler nach solchen Unfällen mehrere Tage, bis sie erste Vermutungen zur Unglücksursache veröffentlichen. Bis ein endgültiger Abschlussbericht der Experten von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) vorliegt, vergehen meist mehrere Monate.

Hubschrauberunfälle sind nach Daten der BFU eher selten. Für das vergangene Jahr weist sie nur vier Unfälle mit Hubschraubern in der zivilen Luftfahrt in Deutschland aus, davon keiner mit Schwerverletzten oder Toten. 2019 gab es der Statistik zufolge fünf Hubschrauberunfälle mit insgesamt drei Schwerverletzten.

STAND
AUTOR/IN
SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 18. Mai, 5:31 Uhr - SWR3 Nachrichten

Dauer

Meistgelesen

  1. Kinderfahrräder im Test Nur drei von zwölf Räder haben die Tester überzeugt

    Die gute Nachricht: Den Praxistest haben alle Kinderfahrräder gut bestanden. Doch nicht alle Materialien sind im Belastungstest auch langlebig. Welches Rad ist Testsieger?  mehr...

  2. Liveblog zum Krieg in der Ukraine Filmfestspiele in Cannes eröffnen mit Rede von Selenskyj

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen: Während die Welt den Einmarsch verurteilt, zerstören russische Truppen Städte und Infrastruktur. Alle Infos dazu.  mehr...

  3. Russland muss sie menschenwürdig behandeln Stahlwerk in Mariupol: Ukrainer gerettet, aber gefangen

    Russland hat zugelassen, dass mehr als 260 Soldaten aus dem Stahlwerk dürfen. Busse haben sie abtransportiert. Aber frei sind sie damit noch nicht.  mehr...

  4. Landkreis Ludwigsburg

    Tragödie im Landkreis Ludwigsburg Bluttat von Eberdingen: Ermittlungen bestätigen Verdacht

    Neue Erkenntnisse drei Tage nach dem Tod mehrerer Familienmitglieder: Es ging wohl um eine geplante Trennung.  mehr...

  5. Türkei blockiert Nato-Beitritt Erdogan gegen Finnland und Schweden: Der Streit geht weiter!

    Die Türkei ist in der Nato – und Finnland kündigt einen Mitgliedsantrag an. Doch der türkische Präsident Erdogan sagt Nein. Für ein Ja will er offenbar eine Gegenleistung.  mehr...

  6. Neue Regeln für Baden-Württemberg geplant Müssen beim Kuchenverkauf von Schule und Kita bald Steuern gezahlt werden?

    Beim Kuchenverkauf von Schulen und Kitas könnte sich bald etwas ändern: In Baden-Württemberg wird über die Einführung einer Steuer diskutiert.  mehr...