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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)

Der Jagdterrier Pablo verschwindet auf einer Raststätte in Frankreich. Eine Tierwissenschaftlerin erklärt, wie der Hund die lange Strecke nach Hause allein geschafft haben kann.

Der zweijährige Hund Pablo und seine Familie leben in Nîmes, Südfrankreich. Jetzt aber war er mit Herrchen und Frauchen im Wohnmobil unterwegs in den Urlaub nach Italien. Auf dem Weg dorthin legten seine Besitzer nach 380 Kilometern einen Zwischenstopp auf einer Raststätte in Savoyen ein. Savoyen liegt in Frankreich, an der Grenze zur Schweiz und zu Italien. Vom Wohnmobil aus erkundete Pablo die Umgebung, kehrte aber anders als üblich nicht zurück.

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Seine Familie wartete eine Nacht an der Raststätte auf ihn

Stundenlang warteten Frauchen und Herrchen vergeblich und meldeten Pablo am nächsten Tag vor der Weiterfahrt zu Verwandten beim Bürgermeisteramt als vermisst, erzählten sie dem französischen Sender „France bleu“. Einige Tage später dann erhielten sie von Bekannten, die daheim in der Nähe des südfranzösischen Nîmes ein Auge auf das Haus der verreisten Familie warfen, plötzlich das Foto eines Hundes. Eines Hundes, der dort in Nîmes rumlief.

Darauf habe ich Pablo erkannt, ich konnte es nicht glauben, es war ein echter Glücksmoment.

🐶Pablo, un chien de 2ans, s'est égaré la semaine dernière sur le lieux de vacances de ses maîtres en Savoie. Il a au final parcouru 380km entre la Savoie et le Gard pour rentrer chez lui, au grand soulagement de ses maîtres qui lui ont depuis acheté un collier GPS. (@francebleu) https://t.co/BxlVb1qikf

Der Hund lief so weit wie von Koblenz nach Konstanz

Bei dem Hund handelte es sich tatsächlich um Pablo – abgemagert, aber sehr lebendig. „Wir haben uns sofort entschlossen, nach Hause zu fahren“, sagte Herrchen Roger. Anschließend kauften sie ein GPS-Halsband, damit ihnen Pablo nicht noch einmal verloren geht.

Netzhaut der Hunde hilft bei der Orientierung

„Hunde verbinden positive Anreize zu bestimmten Orten, die sie dazu veranlassen, wieder an diese Orte zurückzukehren“, erklärte Jacqueline Boyd. Sie ist Dozentin für Tierwissenschaften an der Nottingham Trend University. Außerdem hätten Hunde einen unglaublich gut ausprägten Geruchssinn, der es ihnen ermöglicht, bekannte Gerüche kilometerweit wahrzunehmen.

Der Grund, weswegen sie sogar Strecken von mehreren hundert Kilometer überwinden, um wieder nach Hause zu finden, liege aber woanders, so Tierwissenschaftlerin Boyd. Demnach befinden sich in der Netzhaut der Hunde sogenannte Crypto-Chrome, mit denen sie das Magnetfeld der Erde erfassen und die ihnen zur zeitlichen und räumlichen Orientierung dienen. Hunde verfügten also über eine richtige „Superpower“.

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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)
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Radionachrichten 14. August, 2:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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