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Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

Der Kurort Bad Herrenalb in Baden-Württemberg macht gerade Schlagzeilen. Das liegt daran, dass sich 29 Menschen für das Amt des Bürgermeisters beworben haben. Das ist ziemlich ungewöhnlich für eine Kleinstadt.

Bad Herrenalb hat etwa 7.500 Einwohner. Die sollen im Oktober einen neuen Bürgermeister wählen. Normalerweise ist das nur für Menschen interessant, die auch dort wohnen. Doch diese Wahl ist irgendwie anders und deshalb berichten viele Medien über den Kurort in Baden-Württemberg.

Worauf sich die Aufmerksamkeit lenkt, ist die Zahl der Bürgermeisterkandidaten. 29 Menschen haben sich für das Amt beworben. Und das liegt an der Satirepartei „Die Partei“. Sie stellt 24 der 29 Kandidaten.

Darum gibt es in Bad Herrenalb so viele Bürgermeisterkandidaten

„Das war schon eine Art konzertierte Aktion hier im Land, die dann auch bundesweit Anhänger gefunden hat“, sagte Max Braun, Vorstand von „Die Partei Karlsruhe“. „Das ist eben so passiert und wurde zum Selbstläufer“, erklärte er weiter. Man habe der Gemeinde damit etwas Gutes tun wollen, nachdem sie „in den letzten Jahren nicht gerade vom Glück verfolgt war“.

Als Beispiel nannte er die Entscheidung des Landtags Ende 2018, dem Städtchen den Wechsel vom Kreis Calw in den benachbarten Kreis Karlsruhe zu verweigern. Eine knappe Mehrheit der Calwer hatte zuvor in einem nicht bindenden Bürgerentscheid für den Wechsel plädiert. Außerdem wolle man mit der Aktion ein Zeichen dagegen setzen, dass Bewerber für kommunale Ämter oftmals gar nicht ihren Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde hätten. „Und das finden wir nicht gut“, so Braun.

Schallendes Gelächter und Zwischenrufe bei der Vorstellung

Am Montagabend hatten alle Bewerber die Gelegenheit, sich den Wählern vorzustellen. Von den 29 Kandidaten waren 12 zu der Veranstaltung im Kurhaus in Bad Herrenalb gekommen. Jeder der Bewerber hatte 15 Minuten Redezeit. Vier Kandidaten nutzen die Gelegenheit und stellten den Wählern sich und ihre Ideen vor. Die acht anwesenden „Die Partei“-Bewerber präsentierten satirische Wahlprogramme oder hielten inhaltlose Reden. Im Publikum gab es Zwischenrufe aber auch schallendes Gelächter. 

Das Interesse an der Veranstaltung war groß. Die Stadt hatte mit 400 Wählern gerechnet – 500 waren gekommen.

„Die Partei“ will einen Rekord aufstellen

Wer die Wahl in Bad Herrenalb am 20. Oktober gewinnt, wird sich zeigen. Eins ist aber jetzt schon klar: „Die Partei“ will damit einen Rekord aufstellen. Der Antrag für den längsten Wahlzettel sei schon beim Guinnessbuch gestellt, hieß es.

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