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Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Deutschlands Botschafter in Indien, Walter Lindner, hat das Corona-Grauen täglich vor Augen. Am Samstag hat er eine Lage beschrieben, die fassungslos macht.

Die internationale Hilfe ist angelaufen, doch das Coronavirus – vor allem die Variante B.1.617 – wütet erst mal ungebremst weiter. „Die Lage ist schrecklich und deprimierend“, hat Walter Lindner, Berlins Botschafter in Indiens Hauptstadt Delhi, am Samstag im ZDF erklärt.

Indien kämpft mit der Corona-Mutation: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen“

Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben,“ sagt Lindner.

Laufend würden Hilfeaufrufe in den Sozialen Medien verbreitet - mit der Hoffnung auf ein Krankenhausbett oder Sauerstoff. „Und am nächsten Tag heißt es dann oft: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen.“ Die aktuelle Situation sei ein „Riesenschlag“ für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Ein ARD-Bericht vom Samstagabend zeigt die Realität am Boden:

missio-Mitarbeiter in der Pandemie: „Wir leben alle in Angst und Schrecken“

Einen Ausschnitt der Tragödie zeigen auch die Aussagen von Mitarbeitern des Hilfswerks missio Aachen: Unter den Opfern der zweiten Corona-Welle seien viele engagierte Ehrenamtliche, Priester oder Ordensleute, hat missio-Aachen-Präsident Dirk Bingener am Sonntag gemeldet.

Die Kirche in dem Land habe während der Corona-Pandemie vielen Menschen geholfen. Nun schreibe ein Projektpartner aus dem Bundesstaat Jharkand: „Wir leben alle in Angst und Schrecken.“

Corona-Hilfe für Indien läuft an: Deutsche bringen 120 Beatmungsgeräte

Indien verzeichnet Tag für Tag neue globale Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden: Am Samstag wurden mehr als 400.000 neue Fälle gemeldet, am Sonntag waren es nur etwas weniger Opfer.

Zahlreiche Länder haben Unterstützung zugesagt, aus Deutschland landete am Samstag ein Flieger mit 120 Beatmungsgeräten an Bord in Neu Delhi. Zudem sollen deutsche Sanitätssoldaten in Indien in den kommenden Tagen eine große Sauerstoffgewinnungsanlage in Betrieb nehmen.

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