STAND
AUTOR/IN

Deutschlands Botschafter in Indien, Walter Lindner, hat das Corona-Grauen täglich vor Augen. Am Samstag hat er eine Lage beschrieben, die fassungslos macht.

Die internationale Hilfe ist angelaufen, doch das Coronavirus – vor allem die Variante B.1.617 – wütet erst mal ungebremst weiter. „Die Lage ist schrecklich und deprimierend“, hat Walter Lindner, Berlins Botschafter in Indiens Hauptstadt Delhi, am Samstag im ZDF erklärt.

Indien kämpft mit der Corona-Mutation: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen“

Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben,“ sagt Lindner.

Laufend würden Hilfeaufrufe in den Sozialen Medien verbreitet - mit der Hoffnung auf ein Krankenhausbett oder Sauerstoff. „Und am nächsten Tag heißt es dann oft: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen.“ Die aktuelle Situation sei ein „Riesenschlag“ für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Ein ARD-Bericht vom Samstagabend zeigt die Realität am Boden:

missio-Mitarbeiter in der Pandemie: „Wir leben alle in Angst und Schrecken“

Einen Ausschnitt der Tragödie zeigen auch die Aussagen von Mitarbeitern des Hilfswerks missio Aachen: Unter den Opfern der zweiten Corona-Welle seien viele engagierte Ehrenamtliche, Priester oder Ordensleute, hat missio-Aachen-Präsident Dirk Bingener am Sonntag gemeldet.

Die Kirche in dem Land habe während der Corona-Pandemie vielen Menschen geholfen. Nun schreibe ein Projektpartner aus dem Bundesstaat Jharkand: „Wir leben alle in Angst und Schrecken.“

Corona-Hilfe für Indien läuft an: Deutsche bringen 120 Beatmungsgeräte

Indien verzeichnet Tag für Tag neue globale Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden: Am Samstag wurden mehr als 400.000 neue Fälle gemeldet, am Sonntag waren es nur etwas weniger Opfer.

Zahlreiche Länder haben Unterstützung zugesagt, aus Deutschland landete am Samstag ein Flieger mit 120 Beatmungsgeräten an Bord in Neu Delhi. Zudem sollen deutsche Sanitätssoldaten in Indien in den kommenden Tagen eine große Sauerstoffgewinnungsanlage in Betrieb nehmen.

STAND
AUTOR/IN
SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 3. August, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

Dauer

Meistgelesen

  1. Tokio

    Skurrile & schöne Olympia-Geschichten Einmal Gold für beide, bitte!

    Die einen teilen sich die Goldmedaille, der andere rastet vor Freude völlig aus – abgesehen von unglaublichen Leistungen passieren in Tikio noch so viele andere coole Geschichten. Die gibt es hier.  mehr...

  2. Leverkusen

    Vorsichtige Entwarnung nach Explosion Stadt Leverkusen: „Die Messungen waren alle unauffällig“

    Die Explosion im Chempark Leverkusen hat mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Inzwischen ist bekannt, welche Chemikalien im explodierten Tanklager waren. Die Untersuchungen des niedergeregneten Staubs dauern an. Es gibt aber eine erste Entwarnung für Anwohner.  mehr...

  3. Berlin

    Debatte um Impfung für Kinder Gesundheitsminister beschließen Impfangebote für 12- bis 17-Jährige

    Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sollen künftig noch schneller gegen das Coronavirus geimpft werden können. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen.  mehr...

  4. ADAC warnt Reisende Staureichstes Wochenende seit zwei Jahren erwartet

    In den Sommerferien gehören volle Autobahnen fast schon zum Alltag – das kommende Wochenende könnte aber nochmal alles toppen, was wir in den letzten zwei Jahren erlebt haben, vermutet Julian Häußler vom ADAC.  mehr...

  5. Sonneberg

    Nationalgericht für Impflinge Bratwurst für die Corona-Impfung? 250 Thüringer beißen an

    Womit könnte man Menschen, die bisher nicht den Drang verspürten, sich impfen zu lassen, doch noch überzeugen? Mit Bratwurst – dachte man sich in Thüringen.  mehr...

  6. Remagen

    Das Hochwasser und die Folgen So viele Waisentiere nach der Flut: Tierheim Remagen am Limit

    Hunde, Katzen, Hamster oder Vögel: Auch viele Tiere sind von der Flut in der Eifel betroffen. Das Tierheim Remagen kümmert sich um die Waisen.  mehr...