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Wegen der Corona-Pandemie müssen immer mehr Menschen auf Intensivstationen behandelt werden. Noch gibt es dort freie Betten, doch Mediziner schlagen Alarm.

Wenn jemand sagt, er wolle einem „keine Angst machen, aber...“, dann kommt meist nichts Gutes hinterher. Bereits Ende Oktober erklärte der Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, er beobachte die stark ansteigenden Infektionszahlen sowie die sich wieder füllenden Krankenhausbetten „mit großer Sorge“.

Er wolle keine Angst machen, so Janssens. Noch seien genug Intensivbetten frei. Alle Bürger müssten sich jetzt aber strikt an die Regeln zur Minimierung des Infektionsrisikos halten, damit das System nicht überlastet werde.

Corona-Intensivbetten: von grau zu rot

Doch genau das scheinen viele nicht zu tun: Vor allem private Zusammenkünfte sind offenbar dafür verantwortlich, dass die Zahlen auf einem konstant hohen Niveau bleiben. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Dass die folgende Grafik der Recherche-Redaktion des SWR vor allem grau ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen: Das Grau zeigt, wo noch mehr als 20 Prozent der Intensivbetten frei sind:

Die Grafik zeigt aber auch rote Punkte – und die sind gefährlich. Denn: Das sind Kreise, in denen weniger als fünf Prozent der Intensivbetten noch verfügbar sind. Intensivmediziner in Deutschland appellieren deshalb an die Bevölkerung, alles zu tun, um die Kurve der Corona-Infektionen wieder zu senken.

Die Intensivbetten füllen sich mit Corona-Patienten

Die Sorgen von Janssens und anderen Intensivmedizinern werden verständlich, wenn man sich die folgende Kurve anschaut. Sie zeigt, wie häufig schwer erkrankte COVID19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden müssen (hier findet Ihr alle Corona-Daten unserer Recherche-Redaktion):

Janssens Appell im Oktober klang daher wie ein Hilferuf: „Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird es uns gelingen, die Kurve der derzeit steigenden Infektionszahlen wieder flach zu halten – und damit den Druck aus den Krankenhäusern, und hier insbesondere den Intensivstationen, herauszunehmen“, die zusätzlich bald auch unter Personalengpässen leiden könnten.

Andere Länder blicken dabei bereits in ein schwarzes Loch: Der belgische Gesundheitsminister fürchtet den Zusammenbruch des Versorgungssystems. Und auch in der Schweiz warnen Experten vor den Kapazitätsgrenzen in Krankenhäusern.

Welche Maßnahmen bringt der "Corona-Winterfahrplan"?

Vor dem Hintergrund der kritischen Situation in der Intensiv-Betreuung und der hohen Corona-Infektionszahlen, beraten Bund und Länder über einen "Corona-Winterfahrplan" – also über eine Verlängerung des November-Teil-Lockdowns hinaus.

Demnach soll auch im Dezember das öffentliche Leben in weiten Teilen heruntergefahren bleiben. Dies betrifft etwa die Schließung von Hotels, Restaurants oder Fitnessstudios. Die Bürger sollen weiter möglichst zu Hause bleiben und auch dort arbeiten sowie Reisen und Ausflüge unterlassen. Die Länder fordern, die Maskenpflicht zu erweitern - künftig soll sie auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen gelten.

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