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Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)

Stundenlang strömten Menschenmassen aus allen Himmelsrichtungen zur Demonstration an der Berliner Siegessäule. Sie alle wollten ein Zeichen gegen die Unterdrückung im Iran setzen.

Am Ende waren es viel mehr Menschen als angekündigt. 80.000 Menschen waren laut Polizei am Samstag zur Großdemo nach Berlin gekommen – aus Solidarität mit den Protesten im Iran.

Demo für die Proteste im Iran

Immer wieder riefen die Demonstranten „Frau, Leben, Freiheit“ und „Tod Chamenei“. Ali Chamenei, Staatsoberhaupt und Oberster Religionsführer im Iran, hatte die landesweiten Proteste in seinem Land kürzlich als eine Verschwörung aus dem Ausland bezeichnet.

Baerbock: „Grenzenlose Menschenverachtung“ Iranische Führung vollstreckt nach Protesten erstes Todesurteil

Gerade hat der Iran die verhasste Sittenpolizei aufgelöst. Doch die Hoffnung, dass sich jetzt wirklich etwas ändert, kam wohl zu früh.

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Bereits in der Nacht und am frühen Morgen reisten zahlreichen Exil-Iraner aus allen Landesteilen Deutschlands und aus dem Ausland nach Berlin, um die systemkritischen Proteste in ihrem Land zu unterstützen. Dutzende Reisebusse standen entlang der Straßen, die zur Siegessäule führen.

„Es ist wichtig für uns, hier zu sein, die Stimme der Menschen im Iran zu sein, die auf den Straßen getötet werden“, sagte Shakib Lolo, ein in den Niederlanden lebender Iraner gegenüber der Presseagentur AFP.

Dies ist kein Protest mehr, dies ist eine Revolution im Iran. Und die Menschen der Welt müssen es sehen.

Vom Großen Stern in Berlin zogen die Teilnehmerinnen durch das Berliner Regierungsviertel am Tiergarten entlang.

„Größte Anti-Regime-Proteste außerhalb des Irans“

Die Großdemo in Berlin hat weltweit Aufmerksamkeit bekommen. Der persischsprachige Rundfunksender und Tochtergesellschaft von BBC Worldwide, BBC Persian, postete auf Twitter ein Video von der Demonstration. Bahman Kalbasi, New-York-Korrespondent von BBC Persian sprach von „den größten Anti-Regime-Protesten außerhalb des Irans“.

On BBC Persian: Today’s historic protest in #Berlin. 80 to 100 thousand chanted “Down with the Islamic Republic” “Death to Khamenei” “Zan (woman) Zendegi (life) Azadi (freedom)”. The largest anti regime gathering in the history of protests outside Iran. #MahsaAmini #مهسا_امینی https://t.co/TWGoHW4X3N

Angemeldet hatte die Demonstration das Woman Life Freedom Kollektiv, das sich gegen die Unterdrückung und Diskriminierung im Iran stark machen will.

Demos für den Iran auch in anderen Ländern

Auch in Tokio sowie in Washington und Los Angeles gingen Menschen für den Iran auf die Straße. Auf der National Mall in Washington riefen Tausende „Habt Angst. Habt Angst. Wir sind vereint“. Viele Teilnehmer trugen die iranischen Nationalfarben, grün, weiß und rot.

Thousands of protesters shouting “Women, Life, Liberty” walking in the streets of Washington DC ✌🏻✌🏻 #MahsaAmini #مهسا_امینی https://t.co/VFYAdbrqSw

Seit fünf Wochen nehmen die Proteste im Iran kein Ende. Auslöser der Massenproteste war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini, die Mitte September von der Sittenpolizei festgenommen wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig getragen hatte. Sie starb in Polizeigewahrsam.

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Viele Personen, Unternehmen und Vereine sind auf Twitter aktiv. Sie schreiben Tweets mit wichtigen Infos über sich selbst. Ein solcher Tweet kann dadurch zu einer Nachrichten-Quelle für uns werden. Wir prüfen natürlich, ob das Profil und der Tweet echt sind. Ein Haken neben dem Profil bedeutet, dass es durch Twitter auf seine Echtheit geprüft wurde. Twitter ist ein in den USA gegründetes soziales Netzwerk und wird häufig von Politikern oder Journalisten genutzt.

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

Die AFP (Agence France-Presse) ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, Reuters, AP und SID.

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