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Tim Stobbe (Foto: SWR3)

Irische Bürger spenden derzeit in großer Zahl an das amerikanische Ureinwohnervolk der Choctaw. Das Coronavirus und Covid-19 haben das Volk schwer getroffen. Doch diese Spenden sind nicht nur internationale Solidarität – sie sind auch Ausdruck der Dankbarkeit für eine Aktion im 19. Jahrhundert.

Die Choctaw in Amerika sind von Covid-19 schwer getroffen. Sie leben in der Navajo Nation, einem Reservat, das sich über die US-Bundesstaaten Utah, Arizona und New Mexico erstreckt. Mindestens 41 Menschen sind dort bereits an der Lungenkrankheit gestorben.

Wasserknappheit verschlimmert die Lage

Die Lage ist schwierig, was auch an Wasserknappheit in der Region liegt. Rund 40 Prozent der Haushalte dort haben kein fließendes Wasser und anhaltende Trockenheit verschlimmert die Situation, berichtet die größte irische Tageszeitung, der Irish Independent.

Familien in der Navajo Nation haben daher eine Online-Spendenkampagne aufgesetzt, um Geld für Wasser zu sammeln. Mehr als 1,3 Millionen US-Dollar sind so bereits zusammengekommen, viele davon von Iren.

Doch warum gerade die Iren?

Die Iren spenden nicht nur aus Solidarität, sondern auch aus Dankbarkeit. Im März 1847, in Irland herrschte die große Hungersnot, in deren Folge eine Million Menschen starb, hörten die Choctaw von der Not der Iren. Die Choctaw entschlossen, in den Familien Spenden zu sammeln und sie an die Iren zu geben. Für Menschen, die sie nie gesehen hatten und nicht kannten. Und das, obwohl die Choctaw selbst litten. Sie bauten sich in Oklahoma gerade eine neue Heimat auf, nachdem sie von ihrem angestammten Land in Mississippi vertrieben worden waren.

Für diese selbstlose Geste bedanken sich nun viele Iren, 173 Jahre später. „Die Choctaw und Navajo haben den Iren während der Hungersnot geholfen, trotz ihres eigenen Leids“, zitiert der Irish Independent Michael Corkery, der nach Angaben der Zeitung selbst 200 Euro gespendet hat. „Das ist inzwischen Geschichte, aber wir sind immer noch dankbar.“

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