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Darf der Filmtitel „Fack ju Göhte“ als Marke eingetragen und damit geschützt werden oder verstößt das gegen die „guten Sitten“? Darüber verhandelt jetzt der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.

In erster Instanz ist die Constantin Filmgesellschaft bereits gescheitert, den Namen „Fack ju Göhte“ als Marke eintragen zu lassen. Die Begründung: Der angemeldete Titel sei vulgär, weil er an den englischen Ausdruck „fuck you“ erinnere. Das entschied das EU-Gericht in Luxemburg im Januar 2018.

Die Constantin Filmgesellschaft will das nicht hinnehmen. Deshalb überprüft jetzt der Europäische Gerichtshof (EuGH) – also das höchste Gericht der EU – den Fall.

Warum wurde der Name als Marke abgelehnt?

Nach dem Erfolg der Kinofilme wollte die Constantin-Filmgesellschaft ihr Erfolgsprojekt auch anderweitig zu Geld machen, Stichwort „Merchandising“.

Kleidung, Bier, Waschmittel, Lehr- und Unterrichtsmaterial mit dem Schriftzug „Fack ju Göhte“, das alles und noch viel mehr möchte sie auf den Markt bringen. Geld verdienen kann man damit aber nur, wenn nicht jeder beliebige Dritte den Schriftzug auch für seine Produkte benutzt. Um das zu verhindern, muss man sich eine Marke eintragen lassen. Für einen EU-weiten Markenschutz geht man dafür zum „Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum“, mit Sitz im spanischen Alicante.

Doch dort hörte beim F-Wort der Spaß auf. Geschmacklos, vulgär und sittenwidrig – Anmeldung zurückgewiesen, lautete die Entscheidung des Amtes in Kurzfassung.

Eine Szene aus dem dritten Teil von „Fack Ju Göhte“ mit Danger (Max von der Groeben) und Chantal (Jella Hase). (Foto: dpa/picture-alliance)
Millionen Kinozuschauer sahen die drei Teile von „Fack Ju Göhte“. dpa/picture-alliance

EU-Gericht sah Verstoß gegen die „guten Sitten“

Die Filmgesellschaft zog vor das Gericht der Europäischen Union. Der Filmtitel sei nicht als vulgäre Beleidigung gemeint, wie der englische Kraftausdruck „fuck you“, sondern als Scherz, den man nicht für bare Münze nehmen dürfe. Gerade die fehlerhafte Schreibweise mache das deutlich.

Auch die Millionen Kino-Zuschauer hätten das so verstanden. Das EU-Gericht verstand allerdings keinen Spaß, und urteilte, dass die Ablehnung der Wortmarke „Fack ju Göhte“ in Ordnung war. „Fack ju“ und der gleichklingende englische Ausdruck „fuck you“ sei „durch eine ihm innewohnende Vulgarität geprägt (…).“

Es sei nicht entscheidend, was zum Beispiel die Kinobesucher von „Fack ju Göhte“ hielten, oder Jugendliche. Entscheidend sei, was der normale Durchschnittsverbraucher denke, wenn er diesen Schriftzug zum Beispiel auf einem Waschmittel oder auf einem T-Shirt sehe. Und da fand das Gericht: Dieser Ausdruck sei so vulgär, dass der normale Durchschnittsverbraucher davon schockiert sei.

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