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Jeder dritte Mensch mit Migrationshintergrund hat in Deutschland besonders große Probleme bei der Wohnungssuche. Das hat die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes in einer Umfrage herausgefunden.

Diskriminierung bei der Wohnungssuche (Foto: picture alliance/Ole Spata/dpa)
Jeder dritte Mensch mit Migrationshintergrund hat Probleme bei der Wohnungssuche. picture alliance/Ole Spata/dpa

Demnach reicht oft schon ein fremd klingender Name aus, um gar nicht erst zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden. Die Umfrage hat auch ergeben, dass 29 Prozent der Deutschen nicht neben Ausländern leben wollen.

Die speziellen Gesetze gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt müssen schärfer werden, das fordert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes genauso wie der Präsident des Deutschen Mieterschutzbundes, Lukas Siebenkotten.

Rassismus bei vielen Wohnungsanzeigen Alltag

Strengere Gesetze auf dem Wohnungsmarkt

Das sei notwendig, weil rassistische Wohnungsanzeigen immer wieder verfasst würden, und das obwohl diese Art der Diskriminierung bereits jetzt illegal sei. „Es würde sinnvoll sein, das zu verschärfen und speziell auf Wohnungsanzeigen zu beziehen. Dann würde die Sache vielleicht noch etwas deutlicher als sie heute ist,“ sagte Siebenkotten im SWR.

Offene Diskriminierung von Wohnungssuchenden mit Migrationshintergrund gebe es in ganz Deutschland, ohne Schwerpunkte in bestimmten Gegenden. Sie sei sowohl bei kleinen Vermietern als auch großen Wohnungsbaugesellschaften zu finden, so der Mieterbund-Präsident.

„Das Bewusstsein muss sich verändern“

Mieterschutzbund will bessere Aufklärung

Neben einer Gesetzesverschärfung setzt Siebenkotten auch auf mehr Aufklärung: „Man muss klarmachen, dass ein Mieter mit ausländisch klingendem Namen weder ein besserer noch ein schlechterer Mieter ist. Das Bewusstsein muss verändert werden.“

Nachbesserungsbedarf sieht Siebenkotten darüber hinaus auch bei den Hilfestellungen für Betroffene. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass sie sich juristisch gegen solche Art von Diskriminierung wehren könnten.

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Radionachrichten 28. Juli, 01:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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